Octenidin

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Strukturformel
Strukturformel von Octenidin
Allgemeines
Freiname Octenidin
Andere Namen
  • N-Octyl-1-[10-(4-octyliminopyridin- 1-yl)decyl]pyridin-4-imin (IUPAC)
  • N,N'-(Decan-1,10-diyldi-1(4H)-pyridyl- 4-yliden)bis(octylammonium)dichlorid
  • Octenidinum (Latein)
Summenformel C36H62N4
CAS-Nummer
PubChem 51167
ATC-Code
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antiseptikum

Eigenschaften
Molare Masse 550,90 g·mol−1
Schmelzpunkt

215-217 °C (Dihydrochlorid)[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Octenidin ist ein Breitband-Antiseptikum zur Desinfektion von Haut und Schleimhäuten sowie zur Wunddesinfektion.

Einsatzbereich[Bearbeiten]

Octenidindihydrochlorid wird zur Desinfektion von Haut- und Schleimhautwunden, meist zusammen mit 2 % Phenoxyethanol verwendet. Es wird auch vor Operationen im Anal- und Genitalbereich sowie zur Vorbereitung des Legens eines Harnblasen-Katheters angewandt.

Wirkungsspektrum[Bearbeiten]

Octenidindihydrochlorid wirkt bakterizid sowohl gegen grampositive als auch -negative Bakterien, viruzid gegen lipophile Viren wie die Herpes-simplex-Viren und das Hepatitis-B-Virus. Außerdem wirkt es fungizid, nicht allerdings gegen Sporen.

Vorteile/Nachteile[Bearbeiten]

Vorteile[Bearbeiten]

  • Geruchlos
  • Farblos
  • Schmerzfreie Anwendung
  • Breites Wirkungsspektrum
  • Remanenzwirkung

Nachteile[Bearbeiten]

  • Knorpeltoxizität (darf genauso wie Polyhexanid nicht auf Knorpelgewebe und im Innenohr bzw. in Nähe des Trommelfells angewendet werden)
  • Nicht zur Spülung der Bauchhöhle und Harnblase zugelassen
  • Im Vergleich mit Povidon-Iod vergleichsweise teuer
  • Von einigen Herstellern nicht mehr für die Pflege von (z. B. PEG-) Sonden zugelassen
  • Nicht zur Langzeitanwendung (>2 Wochen)
  • Nicht unter Okklusion einsetzbar

Hinweise[Bearbeiten]

Bei gleichzeitiger Anwendung von PVP-Iod-basierten Antiseptika kann es im Grenzbereich zu bräunlich bis violetten Hautverfärbungen kommen.

Bei der Versorgung von Stichwunden etwa im Handbereich – sowie generell bei der Behandlung von Wundkavitäten mit Octenidin – ist darauf zu achten, dass das Präparat abfließen kann, da es ansonsten zu massiven Ödemen und Gewebeschädigungen kommen kann, die möglicherweise chirurgisch saniert werden müssen.[3]

Handelsnamen[Bearbeiten]

Octenidin, Octenisept (mit Phenoxyethanol), Octeniderm (mit 1-Propanol und 2-Propanol), Octenisept Wundgel, Octenidol Mundspüllösung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Octenidin-dihydrochlorid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 19. Juni 2014.
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Rote Hand Brief (PDF; 171 kB).
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