Orgel der Schlosskirche in Lahm (Itzgrund)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Orgel der Schlosskirche in Lahm (Itzgrund)
T.34.1 Orgel Lahm i. Itzgrund.jpg
Allgemeines
Ort Schlosskirche in Lahm/Itzgrund
Orgelerbauer Heinrich Gottlieb Herbst
Baujahr 1732
Epoche Barock
Orgellandschaft Mitteldeutschland
Technische Daten
Anzahl der Register 29
Anzahl der Pfeifenreihen 39
Anzahl der Manuale 2
Windlade mechanische Schleifladen
Tontraktur mechanisch
Registertraktur mechanisch
Anzahl der 32′-Register 1

Die Orgel der Schlosskirche in Lahm (Itzgrund) wurde 1728–32 von Heinrich Gottlieb Herbst aus Halberstadt erbaut. Da die barocke Substanz im Wesentlichen erhalten blieb, ist sie ein wertvolles Zeugnis des mitteldeutschen Orgelbaus im 18. Jahrhundert.[1] Die Orgel besitzt zwei Manuale und Pedal sowie 29 klingende Register.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Erbaut wurde die Orgel 1728–32 von Heinrich Gottlieb Herbst, Sohn von Heinrich Herbst jun. Ungeklärt ist, ob es einen Einfluss Johann Sebastian Bachs durch seinen Neffen Johann Lorenz Bach auf die Disposition gegeben hat.[2] Dieser war 1715–1717 sein Schüler in Weimar und über ein halbes Jahrhundert (1718–1773) Schulmeister, Kantor und Organist der Schlosskirche.

Veränderungen im 18. und 19. Jh. scheint es kaum gegeben zu haben und sind urkundlich nicht nachweisbar. Im 20. Jahrhundert wurden drei Restaurierungen durchgeführt: 1934 durch die Firma Steinmeyer (Oettingen) und 1962 durch Paul Ott (Göttingen). Die letzte Restaurierung führte im Jahr 1983 die Firma Hoffmann (Ostheim vor der Rhön) aus. Zurzeit wird die Orgel durch den Bamberger Orgelbauer Thomas Eichfelder gewartet und regelmäßig überprüft.

Am 11. September 2011 fand der Erste Deutsche Orgeltag an der Herbstorgel in der Schlosskirche Lahm statt.

Disposition seit 1732[Bearbeiten]

Registerzüge links
I Hauptwerk CD–d3
Quinta Thöne 16′
Principal 8′
Viola di Gamba 8′
Gedact 8′
Quinta 6′
Octav 4′
Flaut-Douce 4′
Nassat 3′
Super-Octav 2′
Mixtur IV
Trompet 8′
II Oberwerk CD–d3
Quinta Thöne 8′
Gems Horn 8′
Praestanda 4′
Flaut-Traversiere 4′
Waldflöte 2′
Sexquialtera II
Cymbel III
Vox humana 8′
Pedal I CD–c1
(in der Brüstung)
Violon-Bass 16′
Principal 8′
Octav 4′
Mixtur V
Posaunen-Baß 16′
Trompete 8′


Pedal II CD–c1
(an der Rückwand)
Sub-Baß 16′
Quint-grosso 12′
Getact 8′
Posaunen-Baß 32′
Anmerkungen


Technische Daten[Bearbeiten]

  • 29 Register
  • Traktur:
    • Tontraktur: mechanisch
    • Registertraktur: mechanisch
  • Windversorgung:
    • Winddruck: 68 mmWS

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Balz: Göttliche Musik. Orgeln in Deutschland. Theiss, Stuttgart 2008, ISBN 3-8062-2062-X (230. Veröffentlichung der GdO)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Orgelbauer kam aus Halberstadt und das Coburger Land gehörte bis 1920 zu Thüringen.
  2. Genährt wurde diese Vermutung durch Bachs Vorliebe für gewisse Register, die sich in der Herbst-Orgel wiederfinden, beispielsweise die Quintadena 16′, die Viola da gamba 8′, der 32′ im Pedal und die Pedal-Posaune. Siehe zu Bachs Orgelgutachten Werner Neumann, Hans-Joachim Schulze (Hrsg.): Schriftstücke von der Hand Johann Sebastian Bachs. Bärenreiter, Kassel [et al.] 1963, S. 152–174 (Bach-Dokumente 1).

50.1014410.866712Koordinaten: 50° 6′ 5″ N, 10° 52′ 0″ O