Ostheim vor der Rhön

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ostheim v.d.Rhön
Ostheim vor der Rhön
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ostheim v.d.Rhön hervorgehoben
50.45833333333310.231944444444300Koordinaten: 50° 27′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ostheim vor der Rhön
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 40,73 km²
Einwohner: 3407 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 97645,
97647 (Thüringer Hütte)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09777
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 153
Gemeindegliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstr. 24
97645 Ostheim v.d.Rhön
Webpräsenz: www.ostheim.rhoen-saale.net
Bürgermeister: Ulrich Waldsachs (CSU-FWG)
Lage der Gemeinde Ostheim v.d.Rhön im Landkreis Rhön-Grabfeld
Fladungen Hausen (Rhön) Bundorfer Forst Burgwallbacher Forst Forst Schmalwasser-Nord Forst Schmalwasser-Süd Mellrichstadter Forst Steinacher Forst rechts der Saale Sulzfelder Forst Weigler Willmars Nordheim vor der Rhön Sondheim vor der Rhön Stockheim (Unterfranken) Mellrichstadt Mellrichstadt Ostheim vor der Rhön Oberelsbach Bischofsheim an der Rhön Bischofsheim an der Rhön Sandberg Schönau an der Brend Hohenroth Niederlauer Burglauer Strahlungen Salz (Unterfranken) Bastheim Oberstreu Unsleben Wollbach (Unterfranken) Bad Neustadt an der Saale Heustreu Hendungen Hollstadt Rödelmaier Wülfershausen an der Saale Höchheim Saal an der Saale Aubstadt Herbstadt Trappstadt Großeibstadt Großbardorf Sulzfeld (im Grabfeld) Bad Königshofen im Grabfeld Bad Königshofen im Grabfeld Sulzdorf an der Lederhecke Thüringen Landkreis Haßberge Landkreis Schweinfurt Hessen Landkreis Bad KissingenKarte
Über dieses Bild
Ostheim (Gesamtansicht 2011)
Kirchenburg in Ostheim

Ostheim vor der Rhön (amtlich: Ostheim v.d.Rhön) ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim vor der Rhön.

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Ostheim v.d.Rhön hat neun amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Die fränkische Siedlung Ostheim vor der Rhön wurde vermutlich um 525 gegründet und 804 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Schenken von Großvargula besaßen um 1214 in Ostheim Eigengüter und Lehen der Abtei Fulda und der Landgrafen von Thüringen.[3] Das Amt Lichtenberg, zu dem Ostheim und Urspringen gehörte, war ehemals ein Amt der Grafschaft Henneberg-Römhild und später des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. 1920 kam die Exklave Ostheim zum neu gegründeten Land Thüringen und war Bestandteil des Landkreises Eisenach. 1945 wurde Ostheim als Teil der amerikanischen Besatzungszone dem Freistaat Bayern zugeordnet[4] und stand als thüringische Enklave unter bayerischer Verwaltung. Seit der Gebietsreform von 1972 gehört Ostheim zum Regierungsbezirk Unterfranken. Die evangelische Kirchengemeinde gehörte noch bis 1972 zur Landeskirche Thüringens, die katholische Kuratie Ostheim vor der Rhön, früher wie größere Gebiete Thüringens zum Bistum Fulda gehörend, wird seit 1945 von der Diözese Würzburg seelsorgerisch betreut.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Oberwaldbehrungen und Urspringen eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 71,25 %
 %
40
30
20
10
0
38,10 %
32,02 %
29,88 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Ulrich Waldsachs (CSU-FWG), der sich im ersten Wahlgang mit 66,29 % der Stimmen gegen Ulrike Stanek (SPD; 25,21 %) und Horst Werner (OL-WV; 8,50 %) durchsetzte.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Ostheim besteht aus 16 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Seit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2008 hält die Freie Wählergemeinschaft Ostheim 6 Sitze, je 5 entfallen auf die CSU und die SPD.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung:

„In Gold zwischen zwei roten Zinnentürmen mit roten Spitzdächern eine rote Zinnenmauer mit offenem Tor, auf dem ein rot bewehrter schwarzer Löwe mit grünem Rautenkranz in den Pranken steht.“

Bezirk Unterfranken, Wappendatenbank[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Städtepartnerschaft unterhält Ostheim mit Wasungen in Thüringen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Lokale Spezialitäten[Bearbeiten]

Eine lokale Spezialität ist der Ostheimer Leberkäs, der trotz seines Namens kein Leberkäse ist, wie er in Süddeutschland üblich ist. Er wird nach Art einer Terrine aus 90 Prozent Schweinefleisch und 10 Prozent Schweineleber hergestellt. Das Fleisch wird unmittelbar nach dem Schlachten noch warm verarbeitet, was den Geschmack verbessert. Den mittelgroben, mit Muskat gewürzten Fleischteig umhüllt ein Schweinenetz, das beim Backen eine feine Kruste erzeugt. Der Ostheimer Leberkäs ist im Oktober 2004 von Slow Food in die Arche des Geschmacks aufgenommen worden. Dies brachte ihm eine überregionale Bekanntheit ein.[6] Seit 2002 findet in Ostheim alle zwei Jahre am zweiten Oktoberwochenende der Rhöner Wurstmarkt statt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ostheim liegt an der Bundesstraße 285, die Autobahn A 71 ist rund zehn Kilometer entfernt und über die Anschlussstelle Mellrichstadt zu erreichen.

Im öffentlichen Nahverkehr wird Ostheim durch Buslinien des OVF bedient, die den DB-Haltepunkt Mellrichstadt Bahnhof anfahren, wo Anschluss an Züge in Richtung Würzburg und Erfurt besteht. Die Fahrzeit zum Mellrichstädter Bahnhof beträgt etwa zehn Minuten.

Der Bahnhof der Stadt, an der Strecke Mellrichstadt – Fladungen (Streutalbahn) wird nur saisonal im Museumsverkehr bedient.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

In Ostheim erscheint seit dem 23. März 1907 die Ostheimer Zeitung, die kleinste [7] Lokalzeitung Deutschlands mit etwa 900 Exemplaren. Sie wird vom ortsansässigen Verlag Gunzenheimer herausgegeben und gedruckt. In dem 1976 erschienenen Spielfilm Im Lauf der Zeit von Wim Wenders findet eine Schlüsselszene in der Druckerei der Ostheimer Zeitung statt, in der einer der Hauptdarsteller, Robert, gespielt von Hanns Zischler, sich zunächst bitter mit seinem Vater, dem Herausgeber, auseinandersetzt, dann aber sich mit ihm versöhnt.

Persönlichkeiten (chronologisch)[Bearbeiten]

  • Hartmann Schenk (* 7. April 1634 zu Ruhla bei Eisenach), besuchte die Gymnasien zu Eisenach und Coburg, ging 1656 an die Universität Helmstedt, 1657 nach Jena, wurde 1662 Pfarrer in Bibra, 1669 Diaconus in Ostheim vor der Rhön und Pfarrer in Völkershausen, wo er am 2. Mai 1681 starb. Seine Güldene Betkunst von 1677 enthält einige Kirchenlieder von ihm, darunter das weit verbreitete Ausgangslied Nun Gottlob es ist vollbracht, Singen, Beten, Lehren, Hören, dessen letzte Strophe das vielgesungene Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen bildet. Kurz vor seinem Tode dichtete er das Sterbelied Vater, es geht nun zu Ende, meine Jahre nehmen ab.
  • Laurentius Hartmann Schenk (* 19. Juni 1670 in Ostheim), Sohn von Hartmann Schenk, seit 1692 Nachfolger seines Vaters, gestorben als Oberpfarrer in Rodach am 1. September 1730, hat in seinem Communionbuch 1718 und in dem von ihm 1722 herausgegebenen Römhilder Gesangbuch 23 eigene Lieder veröffentlicht, darunter Jesu, Jesu, Deine Liebe, O Jesu treuer Seelenhirt und Süßer Jesu, meine Sonne.
  • Ernst Salomon Cyprian (1673–1745), lutherischer Theologe und Bibliothekar
  • Christian Schreiber (1781–1857), Philosoph, Pädagoge, Lyriker; gestorben in Ostheim
  • Christian Glock (1801–1881), Theologe, Mediziner, Musiker, später Bürgermeister in Ostheim; Freund des Komponisten Robert Schumann
  • Hermann Fischer (1894–1968), Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg
  • Friedrich Högner (1897–1981), geboren in Oberwaldbehrungen, Organist, Landeskirchenmusikdirektor
  • Dr.Hans Helm (1914–2001) , Arzt in Ostheim, Vizeweltmeister Studenten 400m 1939, Studentenweltmeister 4x400m 1939
  • Eberhard Helm (* 1952), geboren in Filke, Arzt, Deutscher Meister, Bayerischer Meister, 5. bei Europameisterschaften

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ostheim vor der Rhön – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1606&attr=OBJ&modus=automat&tempus=20111120/234058&hodie=20111120/234058
  3. Wilfried Warsitzka: Die Thüringer Landgrafen Verlag Dr. Bussert & Stadeler, 2004, ISBN 3-932906-22-5, S. 202
  4. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 520
  5. www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de. Aufgerufen am 4. September 2011.
  6. Slow Food, Arche des Geschmacks
  7. Hörfunk-Bericht: Bayern 2 „Nahaufnahme – Deutschlands kleinste Zeitung“ vom 27. Oktober 2008