Mitteldeutschland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Norddeutsche Tiefebene und deutsche Mittelgebirge

Der Begriff Mitteldeutschland dient der Bezeichnung eines zentral in Deutschland befindlichen Gebietes, welches unter anderem im linguistischen, historischen und geographischen Kontext Verwendung findet.

Da die Region nicht eindeutig oder je nach Wissenschaftszweig unterschiedlich definiert ist, überschneidet sich der Begriff mit den vielschichtigen Definitionen Nord-, Ost-, Süd- und Westdeutschlands.

Seit der Neugründung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und des damaligen Ostdeutschen Rundfunks (ORB) im Jahr 1991 wird Mitteldeutschland zunehmend für einen Bereich innerhalb der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verwendet oder um die drei Länder zusammenzufassen.

Nach der „Jahrhundertflut“ 2002 fand in Halle (Saale) die Auftaktveranstaltung der Initiative Mitteldeutschland statt.[1]

Begriffsverwendung[Bearbeiten]

Vorschlag für eine Neugliederung des Bundesgebietes: Mitteldeutschland, bestehend aus Thüringen, Sachsen ohne Oberlausitz, dem südlichen Sachsen-Anhalt und Nordhessen

Geografischer Begriff[Bearbeiten]

Mitteldeutschland ist geographisch der mittlere Abschnitt der deutschen Mittelgebirgsschwelle; besonders in Abgrenzung gegenüber Norddeutschland und Süddeutschland. Dies entspricht etwa dem Gebiet, welches durch den Harz (im Nordwesten), den Thüringer Wald und den Frankenwald (im Südwesten), das Erzgebirge und das Lausitzer Gebirge, die Sächsische Schweiz und das Lausitzer Bergland (im Südosten) sowie den Fläming (im Norden) umgrenzt wird. Im Inneren Mitteldeutschlands liegen das Thüringer Becken, die Leipziger Tieflandsbucht und das Mittelsächsische Hügelland. Zur Elbe fließen in Mitteldeutschland Saale, Mulde und Schwarze Elster.

Schon von der nördlichen Stichbandkeramik vor 7000 Jahren über die Schönfelder Kultur bis zur nördlichen Aunjetitzer Kultur vor 4000 Jahren waren Gemeinsamkeiten in diesem Raum zu erkennen. Auch das Siedlungsgebiet der frühen Thüringer umfasste vor allem Teile des heutigen Mitteldeutschlands.[2] Aber zur Zeit Karls des Großen galt die Saale als Grenze zu den Sorben.[3] Je nach Standpunkt reicht der Raum bis Berlin (von Wittenberg aus) oder Bayern (von Weimar aus).[4]

Außerdem können zu Mitteldeutschland das südliche Niedersachsen, das nördliche Hessen und Teile der Region Franken gezählt werden.[5]

Die Mitteldeutschen Staaten wurden im 19. Jahrhundert in einer geographischen Nord-Süd-Teilung von Preußen im Norden, sowie Bayern, Baden, Württemberg und der Habsburgermonarchie im Süden unterschieden;[6] dabei bilden sie „in Natur und Menschen nach ihrer Sprach, ihren Sitten und ihrem Wesen die Übergangsglieder zwischen Nord- und Süddeutschland.“[7] Volger zählte 1836 geographisch zu Mitteldeutschland die Länder, die am Mitteldeutschen Gebirge selbst lagen. Dies beinhaltete das Königreich Sachsen, das Großherzogtum Sachsen-Weimar, die Herzogtümer Sachsen (Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, Herzogtum Sachsen-Meiningen und Herzogtum Sachsen-Altenburg), die reussischen Fürstentümer (Reuß jüngerer Linie und Reuß älterer Linie), die Fürstentümer Schwarzburg (Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen), das Kurfürstentum Hessen, das Großherzogtum Hessen, die Landgrafschaft Hessen-Homburg, das Herzogtum Nassau, das Großherzogtum Luxemburg und das Fürstentum Waldeck.[8] Schneider bezieht 1840 zudem das Herzogtum Limburg, das Fürstentum Lippe-Detmold, das Fürstentum Schaumburg-Lippe, Teile von preußisch Westphalen, Teile des Königreich Hannovers und anhaltinische Fürstentümer (Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg und Anhalt-Köthen), zu zuvor von Volger genannten, mit ein.[7]

Eine politische Entfaltung gab es vorübergehend als Zusammenschluss von in Mitteldeutschland gelegenen Ländern zum Mitteldeutschen Handelsverein, welcher die Interessen der Kleinstaaten gegenüber dem preußisch-hessischen Zollverein vertreten sollte, aber nur von 1828 bis 1834 bestand.

1867 zum Ende des Deutschen Bundes und Beginn des Deutschen Kaiserreichs zählte Brachelli zu den Mitteldeutschen Staaten das Königreich Sachsen, Thüringen (inklusive dem Großherzogtum Sachsen-Weimar, den Sächsischen Herzogtümern, den schwarzburgischen Fürstentümern), die reussischen Fürstentümer (jüngere und ältere Linie), das Kurfürstentum Hessen mit Schmalkalden (hierin Gebiete am Thüringer Wald und in der Nähe), die preußischen Kreise (Erfurt, Schleusingen und Ziegenrück), das Fürstentum Waldeck (ohne Pyrmont) sowie angrenzende preußische Landesteile.[9]

Siehe beispielsweise: Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff speziell für das Gebiet um Halle (Saale)-Leipzig gebraucht, wo man vom „Mitteldeutschen Industrierevier“, dem heutigen Mitteldeutschen Chemiedreieck, sprach.

Siehe beispielsweise: Mitteldeutscher Aufstand (1921)

Sprachlicher Begriff[Bearbeiten]

Verbreitung der mitteldeutschen Dialekte

Sprachwissenschaftlich beschreibt Mitteldeutschland das Gebiet, in dem mitteldeutsche Mundarten verbreitet sind, im Norden von der Benrather Linie und im Süden von der Mainlinie begrenzt.

Die Bezeichnung „mitteldeutsch“ entstand im 19. Jahrhundert, als man die Dialekte im deutschsprachigen Raum untersuchte. Vorher unterschied man nur zwischen oberländischer bzw. oberdeutscher und niederländischer bzw. niederdeutscher Sprache. Bei den Dialektuntersuchungen stellte man allerdings fest, dass die Hochdeutsche Lautverschiebung, die den historisch auffälligsten Unterschied zwischen der oberländischen und der niederländischen Sprache ausmacht, in einem sehr breiten Streifen nur teilweise durchgeführt ist. Aufgrund dieser und einiger anderer Merkmale begann man daher, den „Streifen“, der am Rhein sehr viel breiter ist als im Osten, als Übergangsgebiet zwischen dem Oberdeutschen und dem Niederdeutschen zu begreifen. Das mitteldeutsche Sprachgebiet stellt somit das Gebiet der rheinfränkisch-hessischen sowie der ostmitteldeutschen Dialekte dar und reicht im Süden vom Elsass entlang der Mainlinie bis ins Erzgebirge und im Norden von Aachen über Nordhessen bis ins südliche Brandenburg. Dies steht in weitgehender Übereinstimmung mit der Besiedelung und Urbanisierung des mitteldeutschen Raums während des Mittelalters, die vor allem aus den mittelrheinischen und niedersächsischen Gebieten erfolgte.

Die ostmitteldeutschen Dialekte (nördlich des Thüringer Waldes, östlich der Werra und südlich der Benrather Linie, also in großen Teilen des heute als „Mitteldeutschland“ bezeichneten Gebietes) sind dem Neuhochdeutschen und dem Standarddeutschen von allen deutschen Dialekten am nächsten, wie der Sprachforscher Theodor Frings bewiesen hat. Die Sprache im Gebiet zwischen Erfurt, Hof, Dessau und Dresden stimmt in vielen Merkmalen mit dem Neuhochdeutschen überein, z. B. im Wortschatz, da die neuhochdeutsche Schriftsprache sehr stark auf Martin Luthers Bibelübersetzung zurückgeht, der die Sprache der Staatsbeamten des Kurfürstentums Sachsen als Vorbild für die hochdeutsche Schreibung und Aussprache ansah und nutzte („Ich rede nach der sächsischen Kanzlei“, siehe Sächsische Kanzleisprache). Diese war allerdings eine überregionale Ausgleichssprache und nicht identisch mit den gesprochenen Dialekten dieser Region.

Karte vom westlichen Mitteldeutschland, ca. 1900
Aufteilung des Deutschen Reiches nach 1945

Die Deutsche Demokratische Republik wurde auch als Mitteldeutschland bezeichnet (vgl. auch Ostdeutschland in Abgrenzung Westdeutschland), da die Regierung der „Bonner Republik“, Teile der westdeutschen Bevölkerung und insbesondere die dortigen Vertriebenenverbände die auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam vorgenommene Grenzverschiebung zunächst nicht als endgültig anerkannten. Tatsächlich wurde auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 ausdrücklich festgelegt, dass die neue deutsch-polnische Grenze erst im Zuge einer künftigen Friedensregelung (peace settlement) festgelegt werden solle. Folgerichtig wurde in der Nachkriegszeit in Westdeutschland teilweise die Bezeichnung Ostdeutschland für die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie und Mitteldeutschland für die DDR benutzt. Auf Verlangen der Siegermächte wurde die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze die Voraussetzung für ihre Zustimmung zur Deutschen Einheit. Als Staatsgrenze Gesamtdeutschlands und Polens ist diese durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag am 14. November 1990 in einem völkerrechtlichen Vertrag verankert.

Überwiegend wurde aber von der Ost-Zone gesprochen, wobei dieser Begriff aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) abgeleitet war. Durch die Vermeidung des Begriffs DDR sollte von westdeutscher Seite aus zunächst die Nichtanerkennung dieses Staates unterstrichen werden. Ab Mitte der sechziger Jahre waren auch die Begriffe und Schreibweisen „sogenannte DDR“, später auch nur noch „DDR“ (in Anführungszeichen) gebräuchlicher. Seit der Wiedervereinigung 1990 wird das ehemalige Staatsgebiet der DDR meist als „neue Länder“ bezeichnet.

Siehe beispielsweise: Geschichtswissenschaftler in Mitteldeutschland

Mitteldeutsche-Idee als Regionalbildungskonzept[Bearbeiten]

Ab der Wiedervereinigung war politisch der Wille vorhanden, Mitteldeutschland als Regionsbildungs-Konzept umzusetzen. Jedoch wurde die Idee noch nicht realisiert. Der dabei zugrunde liegende Fusionsgedanke wird immer wieder vergeblich in die Debatte gebracht. Zumeist geht es um Kooperations-Initiativen mit strukturbildenden Zielen und die Idee einer „Fusion durch Kooperation“. Kommunale wie landespolitische Umsetzung sind langwierig. Wirtschaftliche Initiativen haben bisher die aussichtsreichste reale Entfaltung erlangt.[10]

Seit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland (Wiedervereinigung) wird daher die Region um das Dreiländereck der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verstärkt als Mitteldeutschland bezeichnet.

Initiative Mitteldeutschland[Bearbeiten]

Seit 2002 wollten die Landesregierungen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verstärkt miteinander in der Initiative Mitteldeutschland kooperieren.

Unter anderem über folgende Aspekte sei Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen einander verbunden:

Karte von Obersachsen, 1708

Länderfusion[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 sprach sich Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und die damalige Oberbürgermeisterin der Stadt Halle Dagmar Szabados für eine Fusion der drei Länder zu einem Bundesland „Mitteldeutschland“ im Jahr 2018 aus[11] - dies hat jedoch von den betreffenden Ministerpräsidenten im Mai 2011 eine Ablehnung erfahren.

Auch die Zustimmung der Bevölkerung in Sachsen und Thüringen, der Name des neuen Bundeslandes, der oder die Sitz(e) der Verfassungsorgane und die Gliederung unterhalb der Landesebene werden als problembehaftet angesehen.[12]

Der Landtagsabgeordnete Bernward Rothe hat eine Unterschriftensammlung initiiert, die die erforderliche Stimmenanzahl für ein Volksbegehren Ende 2014 erreichte.[13] Geplant ist ein Volksentscheid über die Bildung eines Bundeslandes, das die Vollfusion oder das Zusammenlegen von Teilen der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst.[14]

Institutionelle und Wirtschaftliche Kooperation[Bearbeiten]

Dazu wurden verschiedene Clusterinitiativen eingerichtet. Zu den wichtigen Sektoren zählen hierbei die Automobil- und Zulieferindustrie, die schon zu ihrer Entstehungszeit eine wichtige Rolle in Sachsen und Thüringen spielte (Auto Union) sowie der Hochtechnologiebereich mit Zentren in Jena (bspw. Jenoptik), Dresden (Silicon Saxony) und Leipzig (Biotechnologie). Die europäische Metropolregion Mitteldeutschland liegt ebenfalls im sog. Wirtschaftsraum Mitteldeutschland. Heute bildet das Ballungsgebiet Leipzig-Halle den Mittelpunkt dieses Wirtschaftsraumes: hier befinden sich der Flughafen Leipzig/Halle, der wichtige Leipziger Hauptbahnhof und die Mitteldeutsche Autobahnschleife.

Die Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH und die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH fusionierten am 21. März 2014 zur Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland mit Sitz in Leipzig.[15]

Mitteldeutscher Rundfunk[Bearbeiten]

Landesrundfunkanstalten der ARD

Zunehmend Verwendung findet der Begriff Mitteldeutschland für das gesamte Sendegebiet; spätestens seit 1992, dem Sendebeginn der Rundfunkanstalt MDR-Mitteldeutscher Rundfunk. Der MDR produziert Inhalte zur Popularisierung der „Mitteldeutschland“-Idee für die drei Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, welche als Sendegebiet benannt sind. Sendungen wie die Geschichte Mitteldeutschlands sollen dabei historische Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Regionen in das Bewusstsein rücken.

„Mitteldeutsch“ als Namensteil[Bearbeiten]

exakt den Bereich der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen abdeckend

Kritik an der modernen Begriffsverwendung[Bearbeiten]

Der Historiker Jürgen John macht keinen eindeutig definierbaren „Mitteldeutschland“-Begriff aus. Die Idee eines „Mitteldeutschland“ ist unbestimmt, vielschichtig und vieldeutig durch ihren häufigen Wandel in der Zeit. Die „Mitteldeutschland“-Ideen ist seit dem 19. und 20. Jahrhundert im Diskurs. „Mitteldeutschland“ ist dabei zumeist eine Projektionsfläche. John ist der Ansicht, dass diejenigen, welche „von einem vermeintlich fest umrissenen „mitteldeutschen“ Kultur-, Wirtschafts-, Geschichts-und Identitätsraum ausgingen“ nur ihr Talent unter Beweis stellten, „entsprechende Raum-und Geschichtsbilder zu entwerfen, ihre eigenen Wünsche, Interessen und Gestaltungsabsichten auf diese projizieren und Geschichte gleichsam als Argument“ verwenden.[10]

Divergierende Zugehörigkeitsgefühle[Bearbeiten]

Einwohner des nördlichen Sachsen-Anhalts fühlen sich der brandenburgisch - preußischen Vergangenheit verbunden, worauf beispielsweise Vereinsbezeichnungen wie Magdeburger SV 90 Preussen hinweisen. Im südlichen Thüringen sieht sich ein Teil der Bevölkerung der hessisch-fränkischen Tradition verpflichtet.[16] Die Sorben sind hauptansässig in der Lausitz, welche sich in die Oberlausitz in Sachsen und die Niederlausitz in Brandenburg teilt. Die kulturell-geschichtliche Volksgruppe wird gebietsmäßig voneinander abgeschnitten.

Auch durch die Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland fand eine Neuorientierung des Begriffes nicht statt, bei der Teile Hessens, Bayerns oder Niedersachsens als Teil „Mitteldeutschlands“ empfunden worden wären. Brandenburg an der Grenze zu Polen ist demnach in Ostdeutschland, Sachsen aber nicht. Durch die Gleichsetzung mit Bundesländern wird dabei bewusst übergangen, dass Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, geographisch in Ostdeutschland liegen müsste, da die natürliche Grenze spätestens der Oberlauf der Elbe wäre.

Hessen[Bearbeiten]

Das Bundesland Hessen liegt der geografischen Mitte Deutschlands näher als beispielsweise viele Landkreise Sachsen-Anhalts oder Sachsens, wird aber trotzdem in der Regel nicht zum als Mitteldeutschland bezeichneten Bereich gerechnet. Gründe hierfür sind, dass Hessen in der jüngsten Geschichte als Bundesland zu den so genannten „alten Bundesländern“ gehörte, während die Gebiete Sachsen-Anhalts, Sachsens und Thüringens, durch die gemeinsam Zugehörigkeit zum Staatsgebiet der ehemaligen DDR, den „neuen Ländern“ zuzuschreiben sind. Mit dem Hessischen Rundfunk besitzt Hessen außerdem eine eigene Rundfunkanstalt und mit dem Rhein-Main-Gebiet um Frankfurt am Main eine Schwerpunktregion im Südwesten. Auch die Landeshauptstadt Wiesbaden liegt am Rhein und damit im Westen Deutschlands.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur (chronologisch)[Bearbeiten]

  • Werner Hülle: Westausbreitung und Wehranlagen der Slawen in Mitteldeutschland. Mit einem Beitrag von Werner Radig. Leipzig 1940 (Habilitationsschrift von 1936)
  • Bernhard Sommerlad: Mitteldeutschland in der deutschen Geschichte. In: Mitteldeutscher Kulturrat (Hrsg.): Aus Deutschlands Mitte. Teil 3: Mitteldeutschland – Versuche begrifflicher Definition unter fachwissenschaftlichen Aspekten. Bonn 1978, S. 25–58.
  • Klaus Rother (Hrsg.): Mitteldeutschland gestern und heute. Passau 1995, ISBN 3-86036-024-8.
  • Jürgen John: „Mitteldeutschland“-Bilder. In: Geschichte Mitteldeutschlands. Das Begleitbuch zur Fernsehserie. Stekovics, Halle (Saale) 2000, ISBN 3-932863-90-9.
  • Jürgen John (Hrsg.): „Mitteldeutschland“. Begriff – Geschichte – Konstrukt. Rudolstadt u. a. 2001, ISBN 3-89807-023-9 (Rezension von Peter Hübner in H-Soz-u-Kult, 18. Januar 2002).
  • Jürgen John: „Deutschlands Mitte“. Konturen eines Forschungsprojektes. Mitten und Grenzen, 2003, S. 108–144.
  • Tilo Felgenhauer, M. Mihm, A. Schlottmann: The Making of Mitteldeutschland. On the Function of Implicit and Explicit Symbolic Features for Implementing Regions and Regional Identity. In: Geografiska Annaler. 1/87, 2005, S. 45–60.
  • Monika Gibas: Auf der Suche nach dem „deutschen Kernland“. „Mitte“-Mythen im Deutschland der Zwischenkriegszeit (1919 bis 1939) und nach 1990. In: Rainer Gries, Wolfgang Schmale (Hrsg.): Kultur der Propaganda (= Herausforderungen, Band 16). Bochum 2005, S. 195–210.
  • A. Schlottmann, M. Mihm, T. Felgenhauer, S. Lenk, M. Schmidt: „Wir sind Mitteldeutschland!“ – Konstitution und Verwendung territorialer Bezugseinheiten unter raum-zeitlich entankerten Bedingungen. In: Benno Werlen (Hrsg.): Sozialgeographie alltäglicher Regionalisierungen. Band 3: Empirische Befunde. Stuttgart 2007, S. 297–334.
  • Tilo Felgenhauer: Geographie als Argument. Eine Untersuchung regionalisierender Begründungspraxis am Beispiel „Mitteldeutschland“. Stuttgart, Franz Steiner Verlag 2007
  • Antje Schlottmann: Was ist und wo liegt Mitteldeutschland? Eine etwas andere Länderkunde. In: Geographische Rundschau. 6/59, 2007, S. 4–9.
  • Michael Richter (Historiker), Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner (Hrsg.): Länder, Gaue und Bezirke. Mitteldeutschland im 20. Jahrhundert. Halle 2008, ISBN 978-3-89812-530-7
  • Jürgen John: „Deutsche Mitte“ - „Europas Mitte“. Zur Verschränkung der „Mitteldeutschland“ und „Mitteleuropa“ - Diskurse. In: Detlef Altenburg, Lothar Ehrlich, Jürgen John (Hrsg.): Im Herzen Europas: nationale Identitäten und Erinnerungskulturen. Verlag Böhlau, 2008, S. 11–80
  • Claudia Schreiner, Katja Wildermuth (Hrsg.): Geschichte Mitteldeutschlands. Von Herrschern, Hexen und Spionen. Sandstein, Dresden 2013, ISBN 978-3-95498-042-0.
  • Saltan Gindulin: Das neue Bundesland Mitteldeutschland. Eine politikwissenschaftliche Analyse der Debatte (Stand, Rahmenbedingungen, Befunde und Chancen) einer föderalen Fusionsvision respektive interföderalen Kooperationsperspektive der Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Grin Verlag, München 2015[17]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, sagte in seiner Rede, man habe eine ´gemeinsame Agenda der drei mitteldeutschen Länder erarbeitet, in der wir darlegen, auf welchen Gebieten wir künftig eine engere Zusammenarbeit anstreben´.“ Sachsen-Sachsen-Anhalt-Thüringen@neugliederung-bundesgebiet.de, abgerufen 10. Mai 2015
  2. Helmut Castritius, Dieter Geuenich, Matthias Werner, Thorsten Fischer: Die Frühzeit der Thüringer: Archäologie, Sprache, Geschichte. Band 63 von Reallexikon der Germanischen Altertumskunde - Ergänzungsbände, Verlag Walter de Gruyter, 2009, S. 345
  3. siehe Limes Sorabicus
  4. siehe z.B. Regionalpark Mitteldeutschland, abgerufen 16. November 2014; Bernd Kulla: Die Anfänge der empirischen Konjunkturforschung in Deutschland 1925-1933. Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1996, S. 79
  5. Werner König: dtv-Atlas Deutsche Sprache, S. 120, Abb. Mitteldeutschland als geografischer Begriff
  6. z.B. Hugo Franz Brachelli: Die Staaten Europa's in kurzer statistischer Darstellung. 1867, S .11; Jürgen John 2008, S. 43
  7. a b  K. F. Robert Schneider: Deutsche Vaterlandskunde. IV. Auflage. Verlag von Carl Heyder, Erlangen 1840, S. 42, 162-231 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). |Kommentar=genannte Gebiete für Mitteldeutschland: Das holländ. Großherzogthum Luxemburg mit dem Herzogthum Limburg, Herzogthum Nassau, Kurhessen oder Hessen-Kassel, Fürstenthum Waldeck, Fürstenthum Lippe-Detmold, Fürstentum Schaumburg Lippe, Theile von preuß. Westphalen, Theile vom Königreich Hannover, Herzogthum Braunschweig, Großherzogthum und Herzogthümer Sachsen (Herzogthum Sachsen-Meiningen-Hildburghausen, Herzogthum Sachsen-Koburg-Gotha, Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach, Herzogthum Sachsen-Altenburg), Fürstenthümer Reuß, Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt, Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, Herzogthümer Anhalt (Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg,Anhalt-Köthen), Königreich Sachsen
  8.  W.F. Volger: Handbuch der Geographie. IV. Auflage. Hahn'sche Hofbuchhandlung, Hannover 1838, S. 42, 162-231 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9.  Hugo Franz Brachelli: Die Staaten Europa's in kurzer statistischer Darstellung. II. Auflage. Buschak&Irrgang, Brünn 1867, S. 11 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJürgen John: Die Idee „Mitteldeutschland“. Verein Deutscher Ingenieure, 7. März 2007, abgerufen am 21. Mai 2015 (Der Text basiert auf einem am 7. März 2007 in der Berliner Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt gehaltenen Vortrag zum „Mitteldeutschen Abend“ der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland e.V. Die Schriftfassung folgt dem Wortvortrag und verzichtet auf Anmerkungen.).
  11. Neues Bundesland Mitteldeutschland (LVZ)
  12. Volksbegehren Mitteldeutschland. „Nach der Bundestagswahl im September 2013 hat im Siedlungs- und Wirtschaftsraum Halle-Leipzig die Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren gemäß Artikel 29 Abs. 4 Grundgesetz begonnen. Die beiden Städte Halle (Saale) und Leipzig bilden mit den drei unmittelbar angrenzenden Landkreisen Leipzig, Nordsachsen und Saalekreis einen für die Unterschriftensammlung geeigneten Raum...c/o Bernward Rothe. Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt“, abgerufen 10. Mai 2015
  13. Auf der (ersten) Zielgeraden: Volksbegehren Mitteldeutschland hat genug Stimmen für die erste Hürde gesammelt Leipziger Internetzeitung 17. Dezember 2014
  14. Volksbegehren Mitteldeutschland
  15. http://www.mitteldeutschland.com/leistungen/news/singleansicht/datum/2014/03/21/wirtschaftsinitiative-und-metropolregion-fusionieren.html (abgerufen 3. April 2014)
  16. z.B. „Ominöses Frankenbewusstsein“@sueddeutsche.de, 10. Februar 2013, abgerufen 10. Januar 2015
  17. als E-Book erhältlich z.B.@buch.ch, abgerufen 9. Januar 2015