Paeroa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paeroa
Paeroa (Neuseeland)
Paeroa
Koordinaten 37° 23′ S, 175° 40′ O-37.37611175.667906Koordinaten: 37° 23′ S, 175° 40′ O
Einwohner 3.888 (2013)
Region Waikato
Distrikt Hauraki-Distrikt

Paeroa ist eine Kleinstadt in der nördlichen Region Waikato in Neuseeland. Sie liegt in einem als Thames Valley bekannten Gebiet an der Basis der Coromandel Peninsula.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt befindet sich im Kreuzungsbereich der State Highways 2 und 26 und nahe dem Zusammenfluss von Waihou und Ohinemuri Rivers, 20 km von der Küste des Firth of Thames entfernt. Administrativ gehört die Stadt zum Hauraki-Distrikt. 2013 wurde bei der Volkszählung 3.888 Einwohner im Ort gezählt.[1]

Ortsbeschreibung[Bearbeiten]

Paeroa ist das Dienstleistungszentrum für den Hauraki-Distrikt und ein beliebter Zwischenstop auf dem Weg zwischen Auckland und Tauranga/Rotorua. Es liegt etwa auf halbem Wege zwischen Auckland und Tauranga. Paeroa ist außerdem das südliche Tor zur Coromandel Peninsula, das östliche Tor zur Bay of Plenty und der Schlucht Karangahake Gorge.

Paeroa ist für seine Mineralquellen bekannt, die seit 1907 auch das Wasser für einen in Neuseeland bekannten Softdrink, Lemon & Paeroa, liefern.

Die heute zu Coca Cola gehörende Marke Lemon & Paeroa (oder L&P) hat den Slogan „World Famous in New Zealand“ („Weltbekannt in Neuseeland“) und vielleicht die größte Softdrinkflasche der Welt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die 7 m hohe Lemon-and-Paeroa-Flasche in Paeroa. Foto von Paul Moss

1779 umschiffte James Cook Neuseeland. Als sein Schiff vor der Mündung des Waihou lag, erkundete er den Fluss mit einem Langboot bis hinauf zum heutigen Netherton, nur einige Kilometer von dem Ort, wo 100 Jahre später Paeroa entstand.

Das Gebiet wurde im Oktober 1826 von Kapitän James Herd kurz erkundet. Dieser hatte zwei Schiffe unter seinem Kommando, die Lambton und die Isabella (oder Rosanna). Herd wurde von der später als New Zealand Company bekannten Organisation auf Entdeckungsreise geschickt. Er behauptete, 4000 km² Land von den Māori in Hokianga and Manukau gekauft zu haben.[2]

Im Jahre 1869 kampierten im Vorfeld des Runs auf die Ohinemuri-Goldfelder zahlreiche Bergleute bei Casherells Landestelle Puke.

1870 pachtete Asher Casserels, ein litauischer Jude, ein als Paeroa bekanntes Stück Land von den Maori. Dazu gehörte der Primrose Hill und der größte Teil des heutigen Stadtzentrums.

Sechs Jahre später schlossen der Vermesser James Mackay und der Bergbauminister Sir David McLean Verhandlungen mit den Maorihäuptlingen Tukukino und Taraia ab, die die Goldfelder für den Bergbau öffneten. 600 Goldsucher strömten am 3. März 1875 nach Karangahake, das als das Eldorado angesehen wurde.

Eine Zeltstadt mit 1.600 Einwohnern, etwa 20 Geschäften und Alkoholläden entstand. Die großen Goldbänke wie Talisman und Crown wurden bald entdeckt, erwiesen sich aber als schwer auszubeuten. Die zum Abbau des Quarzgesteins benötigten schweren Maschinen mussten den Waihou River hinauf nach Paeroa gebracht werden. Der Fluss war damals die einzige Verkehrsverbindung; zwei Schifffahrtslinien wurden hier betrieben. Paeroa wurde daher ein florierendes Logistikzentrum.

Als die Northern Steamship Company mit ihrem Konkurrenten fusionierte, mussten die Kais 1892 von einer Stelle nahe der Bank of New Zealand (Wharf Street) zwei Meilen flussabwärts verlegt werden. Schließlich zwang die zunehmende Versandung durch den Bergbau zu einer weiteren Standortveränderung an einen Ort direkt unterhalb der Puke Bridge. Es entwickelte sich ein lebhafter Frachtverkehr mit vier Schiffen, die zwischen Auckland, Thames und Paeroa verkehrten. Die Eisenbahn verdrängte die Schiffe allmählich, diese wiederum musste der Straße weichen.

Als der größte Betreiber von Pferdewagen, Brenan and Company, auf Lastwagen umstieg, kaufte man die Dampfschifffahrt auf und benannte die Lastwagen nach den Schiffen. Die Lastwagen von Navistar International und Ford erhielten so Namen wie Waimarie oder Taniwha aufgemalt. Als die Transportunternehmen Sarjant’s und Brenan fusionierten, entstand in Paeroa ein großes Lastwagenzentrum.

Da die Passagierzahlen zurückgingen, wurde der Eisenbahnverkehr eingestellt.

Goldraffinerie der Nationalbank[Bearbeiten]

Eines der ältesten Gebäude der Stadt ist die 1914 erbaute Goldraffinerie der National Bank of New Zealand. Das Gebäude liegt im Stadtzentrum in der Willoughby Street. Das Gebäude ist heute ein privates Wohn- und Geschäftshaus und hinter einer Hecke aus Silberfarn verborgen.

1911 bildete die Nationalbank ein Joint Venture mit dem New Zealand Mining Trust. Die Bank kaufte ein 30 m breites und 38 m tiefes Gelände an der damaligen Arthur Street (heute Willoughby Street) für 200 Pfund.

Im Februar 1914 wurde ein 24 m x 12 m großes Gebäude aus Stahlbeton mit einem eisernen Dach und einem 12 m hohen Schornstein errichtet. Darin befand sich die die Raffinerieanlage selbst, zwei Analyseräume, Wägeraum, Buchhaltung, Maschinen- und Generatorraum, zwei Schlafräume für die Bediensteten, ein Aufenthaltsraum und eine Toilette. Neben dem Hauptgebäude gab es einen Lagerraum und einen Kohlebunker.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Um Paeroa kann man Spaziergänge in den Busch, an den Fluss oder in der Stadt unternehmen. Ein Golfplatz und ein Meeresmuseum mit einem Park, in dem restaurierte Schiffe und andere Ausstellungsstücke gezeigt werden, sind vorhanden, zudem besitzt die Stadt etwa 20 Antiquitäten- und Second-Hand-Läden.

Paeroa besitzt eine großzügige öffentliche Anlage an der Hauptstraße, die für verschiedene Sportarten genutzt wird.

Rund um das Jahr werden auf dem Paeroa Racecourse Pferderennen durchgeführt; Jagd, Schießen und Angeln sind möglich.

Vom Primrose Hill hat man eine gute Aussicht auf die Umgebung.

Die Entwicklung des Wanderweges Karangahake Gorge Historic Walkway begann, als die Eisenbahn von Paeroa nach Waihi 1979 abgebrochen wurde. Der Weg folgt der Bahnstrecke einschließlich eines 1 km langen Tunnels. Er führt an mehreren historisch bedeutsamen Orten vorbei.

Durch die Schlucht fließt der Ohinemuri River. Hier gibt es gute Badestellen und Flächen für ein Picknick. Wanderpfade führen in die Kaimai-Mamaku- und Coromandel-Waldparks.

In Paeroa finden viele der Veranstaltungen auf der Coromandel Peninsula statt. Im Februar zieht das Motorradrennen Battle of the Streets und die Musikveranstaltung Pipe Band Tattoo zahlreiche Teilnehmer und Besucher aus Neuseeland und Übersee an.

Neben der öffentlichen Anlage im Stadtzentrum, in der Rugby, Netball, Leichtathletik und Croquet ausgeübt werden, gibt es zwei Rugby-Clubs, Fußball, Bowls, Squash, Tennisplätze, einen 18-Loch-Golfplatz und Schwimmsport.

Paeroa ist in Neuseeland bekannt für Pferderennen.

Forellenfischen in den Flüssen Ohinemuri, Komata und Maratoto ist in Paeroa ein beliebter Zeitvertreib.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Building Photo Gallery. Antiques On Main, archiviert vom Original am 8. Oktober 2008, abgerufen am 4. September 2014 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 2013 Census QuickStats about a place: Paeroa. Statistics New Zealand, abgerufen am 4. September 2014 (HTML, englisch).
  2. Patricia Burns: Fatal Success: A History of the New Zealand Company. Heinemann Reed, 1989, ISBN 0-7900-0011-3.