Waihi

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Waihi
Waihi (Neuseeland)
Waihi
Koordinaten 37° 23′ S, 175° 50′ O-37.383055555556175.83305555556Koordinaten: 37° 23′ S, 175° 50′ O
Einwohner 4.527 (2013)
Region Waikato
Distrikt Hauraki
Blick von Nord nach Süd über die Hauptstraße von Waihi

Waihi ist eine Stadt mit rund 4.500 Einwohnern[1] am westlichen Ende der Region Bay of Plenty auf der Nordinsel von Neuseeland. Die Stadt, die zum Hauraki-Distrikt zählt, wurde maßgeblich durch den Goldbergbau geprägt.

Der Name Waihi setzt sich aus den Maori-Begriffen Wai [Wasser] und Hi [anheben] zusammen.

Lage des Ortes[Bearbeiten]

Waihi befindet sich am Südende des Coromandel Range genannten Bergrückens, der die gesamte Halbinsel mittig von Nord nach Süd durchquert. Südwestlich der Stadt beginnt der Gebirgszug der Kaimai Ranges, der sich weiter bis Rotorua erstreckt. Der Straßenzugang aus östlicher und südlicher Richtung erfolgt durch die windige Karangahake Schlucht über den State Highway 2 (SH 2). Der zehn Kilometer östlich der Stadt gelegene Urlauberort Waihi Beach wird oft als westlichster Punkt an der Bay of Plenty bezeichnet.

Das Klima von Waihi ist subtropisch und bietet damit gute Bedingungen für Landwirtschaft und Obstanbau.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Ort ist über den State Highway 2 direkt aus Richtung Auckland (Nordosten) sowie Tauranga und Whakatane an der Bay of Plenty erreichbar. Über den in Waihi beginnenden SH 25, der die Halbinsel umrundet, ist der Ort auch Ausgangs- und Zielort zahlreicher Routen zu den Ausflugsgebieten in dieser Region, wie beispielsweise der Cathedral Cove auf der Halbinsel Coromandel. Waihi war von 1905 bis 1979 über die East Coast Main Trunk Railway auch an das neuseeländische Eisenbahnnetz angeschlossen. Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in Tauranga.

Entwicklung des Ortes[Bearbeiten]

Blick in die 260 Meter tiefe Martha Mine

Goldrausch und Bergbau[Bearbeiten]

Die gesamte Region war einmal eines der bedeutendsten Goldbergbaugebiete der Erde. Zahlreiche Goldfunde sorgten in den 1870er Jahren für einen starken Bevölkerungszuwachs. Auch das Stadtgebiet von Waihi wuchs um ein großes Minengelände herum rasch an, nachdem hier auf dem Pukewa Hill (später Martha Hill) im Jahre 1878 durch die Schürfer John McCombie und Robert Lee das erste Gold gefunden wurde. Aber die Gesteinsproben, die sie zur Prüfung gegeben hatten, wurden nicht als besonders lohnend angesehen, so dass sie das Gebiet wieder verließen.

Ihr Claim wurde 1879 von William Nicholl übernommen. Er steckte ein Areal von vier Acre (1,62 ha) ab und nannte diesen Claim „Martha“ nach einem seiner Familienangehörigen. Später wurden noch ein paar weitere kleine Flächen einbezogen und bildeten die Grundlage der Martha Company. Ab 1882 war die erste Brecheranlage in Betrieb. Die Martha Mine wurde eine der bedeutendsten Gold- und Silberminen der Welt.

Waihi war in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts ein Zentrum der Gewerkschaftsunruhen in Neuseeland. Der Bergarbeiterstreik von Waihi im Jahre 1912 mit gewalttätigen Ausschreitungen sorgt noch heute in der Stadt für ungute Erinnerungen.

Im Jahr 1952 wurde die Mine Martha geschlossen. Man hatte bis dahin insgesamt rund 174.160 Kilogramm Gold und 1.193.180 Kilogramm Silber aus über 11.932.000 Tonnen Erz herausgeholt. Die Goldvorkommen waren zwar noch nicht erschöpft, aber angesichts des fixen Goldpreises in den 1950ern ließen sich die völlig veralteten Anlagen nicht mehr rentabel betreiben.

Mit dem Ende des Bergbaus brach für Waihi die wirtschaftliche Grundlage weg, die Einwohnerzahl sank in der Folge deutlich.

Das Nach-Bergbauzeitalter[Bearbeiten]

Cornish Pumphouse in Waihi, diente zum Entwässern der Goldmine

In den 1970er Jahren erlebte Waihi einen großen Zuspruch von Menschen der Hippie- und Alternativenszene, die sich hier niederließen. Damit erlebte auch die Bauindustrie einen Aufschwung, wodurch sich wiederum Waihis Wirtschaft wiederbeleben konnte. Die großen Nambassa Rock- und Alternativmusik-Festivals zwischen 1976 und 1981 fanden rund um Waihi und Waikino statt und verzeichneten einen Zuspruch von mehreren Zehntausend Liebhabern der Musik- und "Livestile"-Welle aus Neuseeland und Übersee. Zeltstädte wurden für die Unterbringung der Gäste am nördlichen Ende von Waihi auf zahlreichen Farmen entlang der Landlyst Road am Golden Valley errichtet, die Einwohnerzahl von Waihi wuchs damit während der Zeit der Nambassa-Festivals um 10.000 bis 75.000 Menschen an. Mit den Festivals kam auch dringend benötigtes Kapital in die Stadt, die Besucher wurden daher vom Bürgermeister des Ortes, Owen Morgan, gern begrüßt, da dadurch auch vielen Bewohnern eine Beschäftigung bei den Veranstaltungen möglich wurde.

In den späten 1980er Jahren wurde die Martha Mine wiedereröffnet, ein neuer oberirdischer Aufschluss nahe der alten Grube und neue unterirdische Bereiche wurden nun bergmännisch erschlossen. Die neue Lizenz zum Bergbau wurde an umfangreiche Umweltschutzauflagen gebunden.

Bis zur Deregulierung der Elektronikindustrie in Neuseeland in den 1980er Jahren hatte Waihi ein Fernsehgerätemontagewerk von Philips.

Aktuelle Entwicklung[Bearbeiten]

Seit sich der Tourismus in Neuseeland zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt hat, partizipierte auch Waihi zunehmend vom Anwachsen der Urlauberzahlen auf Coromandel und der Nähe zur Bay of Plenty. Der Ort tut viel für Touristen, beispielsweise kann man die Martha-Mine besichtigen. In den 1980er Jahren wurde ein Teil der ehemaligen East Coast Main Trunk Line von der Goldfields Steam Train Society, einer Vereinigung von Eisenbahnenthusiasten, als Museumsbahn wiederbelebt. Die Goldfield Railway Inc. verkehrt heute zwischen Waihi und Waikino.

Der Bergbaubetrieb ist heute der größte Arbeitgeber der Region. Eine neue unterirdische Grube wurde und wird weiter abseits der Stadt erschlossen, während der Betrieb in der 'alten' Martha Mine fortgesetzt wird. Mit neuen Abbautechnologien sowie den steigenden Weltmarktpreisen für Gold und Silber hat der Edelmetallabbau nun wieder eine mittelfristig sichere Perspektive. In den letzten Jahren musste die Stadt bereits mehrfach unter den Auswirkungen der Bergbauaktivitäten leiden. Zahlreiche Gebäude mussten wegen Bergschäden aufgegeben werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Homepage. Waihi, abgerufen am 18. Juni 2014 (HTML, englisch).
  • Homepage. Newmont Waihi Gold, abgerufen am 18. Juni 2014 (HTML, englisch).
  • Homepage. Goldfields Railway, abgerufen am 18. Juni 2014 (HTML, englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 2013 Census QuickStats about a place: Waihi. Statistics New Zealand, abgerufen am 18. Juni 2014 (HTML, englisch).