Palcacocha

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Palcacocha
Laguna Palcacocha, 2002
Laguna Palcacocha, 2002
Geographische Lage Peru
Abfluss Quebrada Cojup → Río Santa
Daten
Koordinaten 9° 23′ 49″ S, 77° 22′ 47″ W-9.3969444444444-77.3797222222224566Koordinaten: 9° 23′ 49″ S, 77° 22′ 47″ W
Palcacocha (Peru)
Palcacocha
Höhe über Meeresspiegel 4566 m
Laguna Palcacocha 1939

Palcacocha (Quechua palka „Tal“, qucha „See“) ist ein Gletschersee im Anden-Hochgebirge Südamerikas im nordwestlichen Peru.

Lage[Bearbeiten]

Die Laguna Palcococha liegt in der Region Ancash in der Hochgebirgskette Cordillera Blanca auf einer Höhe von 4566 m über dem Meeresspiegel, am Fuß des Palcaraju- (6274 m) und des Pucaranca-Gipfels (6156 m). Der See ist einer von mehreren Seen, der die 23 km südwestlich am Río Santa gelegene Stadt Huaraz mit Wasser versorgt.

Flutkatastrophe 1941[Bearbeiten]

Am frühen Morgen des 13. Dezember 1941 stürzte ein riesiger Eisturm des angrenzenden Gletschers in den Palcacocha-See und führte zum Bruch des Moränenwalls, der den See talwärts begrenzt. Die Flutwelle durchbrach auch den talabwärts liegenden Jiracocha-See und stürzte das Cohup-Tal hinab, wobei sie Erde und Felsen mit sich riss. Innerhalb von 15 Minuten erreichte die Schlammlawine die Stadt Huarez, 400.000 Kubikmeter Schuttmaterial verschütteten gegen 6:45 Uhr weite Teile der Stadt und töteten mehr als 6.000 Menschen.

Katastrophenwarnung 2003[Bearbeiten]

Im April 2003 entdeckten Wissenschaftler der NASA auf Bildern des Beobachtungssatelliten Terra von November 2001 einen Riss im Eis des Gletschers am Palcacocha-See. Die sofortigen Warnungen erfolgten nur zwei Wochen nach der Kontrolle des Seeablaufs durch Mitarbeiter des UGRH (Unidad de Glaciología y Recursos Hidricos) des peruanischen Landwirtschaftsministeriums, nachdem ein kleinerer Riss in der Endmoräne zu einem unkontrollierten Abfluss geführt hatte, der jedoch von den nach 1941 ergriffenen Schutzmaßnahmen aufgefangen worden war.

Nach Aussage von Wissenschaftlern der Universität Innsbruck hätte die nachfolgende Panik unter den Einwohnern und Einbußen für die ortsansässige Tourismusbranche jedoch verhindert werden können. Nach ihren Erkenntnissen beruhten die Warnungen der Nasa auf einer Fehlinterpretation der Satellitendaten. Da sich die Gletscher auch in diesem Teil der Cordillera Blanca aufgrund der weltweiten Klimaveränderungen zurückgezogen haben und sich ihre Mächtigkeit verringert hat, besteht für die Stadt Huaraz auf absehbare Zeit keine akute Gefahr.

Literatur[Bearbeiten]