Pantone Matching System

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Farbfächer Pantone Formula Guide solid coated

Pantone Matching System (PMS) ist der Name eines international weit verbreiteten Farbsystems, das hauptsächlich in der Grafik- und Druckindustrie eingesetzt wird. Es wurde 1963 von der Pantone LLC, einem amerikanischen Unternehmen mit Sitz in Carlstadt, New Jersey, entwickelt.

Das PMS enthält aktuell (Stand 2014) 1.755 Sonderfarben, die größtenteils nicht im Vierfarbdruck erzielt werden können, und ordnet diesen Farben eindeutige Bezeichnungen in Form von Nummern zu. Wie bei jedem Farbsystem steht dahinter die Absicht, die Kommunikation zwischen allen an der Erstellung von Druckprodukten Beteiligten zu vereinfachen, da der Informationsaustausch mithilfe von Pantone-Farbnummern weltweit schnell und vor allem objektiv (weil unabhängig von der individuellen Farbwahrnehmung) erfolgen kann.

Pantone LLC[Bearbeiten]

Pantone LLC
Logo
Rechtsform Limited Liability Company (LLC)
Gründung 1963
Sitz Carlstadt, New Jersey
Leitung Ron Potesky (General Manager, Pantone), Thomas J. Vacchiano, Jr. (President, X-Rite)[1]
Umsatz 42 Millionen US-Dollar (2006)[2]
Branche Farbkommunikation
Produkte Pantone Matching SystemVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.pantone.de

Das Unternehmen Pantone fertigte ursprünglich Farbkarten für die Kosmetik- und Modebranche an. Lawrence Herbert, der seit 1956 Angestellter des Unternehmens war, kaufte 1962 die Firma und begann mit der Entwicklung eines eigenen Systems zur Farbauswahl und -kommunikation, das er 1963 als Pantone Matching System auf den Markt brachte. 2007 wurde Pantone von X-Rite für 180 Millionen US-Dollar übernommen.[2]

Pantone bezeichnet sich selbst als „Marktführer im Segment der Farbkommunikation und -technologie für die Grafik- und Designbranche, das Verlags- und Druckwesen sowie die Textil- und Kunststoffindustrie.“[3] Nach eigenen Angaben ist Pantone in über 100 Ländern tätig und hat über 1.000 Lizenznehmer. Das Unternehmen bezeichnet das Pantone Matching System als sein „Flaggschiff“.[3]

Pantone Matching System[Bearbeiten]

Das Pantone Matching System beruht auf 14 Basisfarben, die in verschiedenen Farbanteilen miteinander gemischt alle weiteren dargestellten Farben des Systems ergeben. Präsentiert werden die Farben in Fächerform (die Pantone Formula Guides) und Ringbuchform (Pantone Solid Chips Books), gedruckt auf drei unterschiedlichen Papiersorten: glänzend beschichtet (coated), unbeschichtet (uncoated) und matt beschichtet (matte).

Im Pantone-Fächer sind den abgebildeten Farbfeldern die jeweiligen Rezepturen zugeordnet, was die Arbeit in der Druckpraxis vereinfacht. Für den Druck auf die verschiedenen Papiersorten wird jeweils dieselbe Farbrezeptur verwendet. Ziel bei der Erstellung des Pantone Matching System war es nicht, ein einheitliches Erscheinungsbild der Farben unabhängig vom Bedruckstoff zu erreichen, sondern den Farbeindruck der definierten Pantone-Farben in Abhängigkeit vom Bedruckstoff darzustellen. So kann der jeweilige Farbeindruck abhängig von der Oberflächenbeschaffenheit des Papiers z.T. nicht unerheblich variieren. Aus diesem Grund sind Pantone-Sonderfarben nicht nur mit einem Nummerncode sondern immer auch mit dem entsprechenden Kürzel für die verwendete Papiersorte (C = coated, U = uncoated, M = matte) definiert.

Das Pantone Matching System hat sich als weltweiter Standard in der Design- und Druckbranche etabliert. Andere Farbsysteme hingegen haben meist eine regional begrenzte Verbreitung, wie das Farbsystem von HKS im deutschsprachigen Raum.

Pantone Plus Series[Bearbeiten]

Im Mai 2010 wurde eine aktualisierte Version des Pantone Matching Systems, die Pantone Plus Series, auf den Markt gebracht.[4] Diese wurden 2010 im ersten Schritt um 224 neue Farben, später mit einem separaten "+336"-Ergänzungsfächer um weitere 336 Farben erweitert und und 2012 mit der 50th Anniversary Edition erstmals um alle 560 neuen Farben erweitert. Um die weiteren 336 Farben anzumischen wurde das Pantone System von bislang 14 Basisfarben um 4 weitere auf 18 Basisfarben ergänzt: PANTONE Bright Red, PANTONE Pink, PANTONE Medium Purple und PANTONE Dark Blue. Diese schrittweise Erweiterung um Pantone Plus Farben und Pantone Basisfarben wurde schlecht kommuniziert, so dass derzeit zwei Pantone Plus Fächer mit unterschiedlichen Farben erhältlich sind: Der erste "Pantone Plus" Fächer von 2010 und der "Pantone 50th Anniversary Edition" Fächer von 2012 mit allen 560 neuen Farben und den vier neuen Basisfarben. Da die "+336"-Ergänzung von Händlern und Kunden nicht wirklich wahrgenommen wurde ist ist vielen Pantone Anwendern nicht klar, dass es zwei Pantone Plus Editionen gibt. Auch Hersteller wie Adobe oder EFI reklamieren eine Pantone Plus Unterstützung, haben aber lediglich den unvollständigen Pantone Plus Fächer von 2010 integriert. Alle weiteren 336 Farben mit den Farbnamen von 2001 bis 2336 sind selbst in der Adobe Creative Cloud derzeit nicht verfügbar. Aus diesem Grund veröffentlichte Pantone die PANTONE Color Manager Software, ein Aktualisierungstool zur Einbindung der +336 Farben in aktuelle Softwareumgebungen wie die Adobe CC Palette. Es wird als Download neuen Pantone Plus Fächern mitgeliefert.

Der Pantone Plus Fächer wurde auch um einen an die UGRA Metameriekarte angelehnten Umgebungslichtindikator ergänzt, der dem Betrachter anzeigen soll, inwieweit das Umgebungslicht der Normlichtart D50 (Farbtemperatur von 5000 K) entspricht. Der Farbtemperaturindikator ist wie der der UGRA nicht zur wirklichen Überprüfung von D50 geeignet, aber er zeigt eindrucksvoll, dass z.B. Glühbirnen und normale Neonröhren nicht zur Betrachtung von Pantone Farben und Proofs geeignet sind.

Der Aufbau des Pantone-Fächers wurde komplett überarbeitet: Erfolgte die Einordnung bis dahin aufsteigend nach Farbcodes, sind die einzelnen Farbfelder nun farblich sortiert. Dadurch sind bestimmte Farben visuell leichter auffindbar, was die Handhabung des Farbfächers in der Praxis vielfach vereinfacht. Umgekehrt lassen sich definierte Pantone-Farbcodierungen anhand des Inhaltsverzeichnisses am Ende des Fächers auffinden. Bestehende Farbcodierungen und Farbrezepturen haben sich im Vergleich zum Pantone Matching System nicht verändert. Lediglich die aus 2012 stammenden weiteren "+336" Pantone Plus Farben benötigen die oben angeführten weiteren 4 Basisfarben zur Anmischung.

Pantone-Sonderfarben und Vierfarbdruck[Bearbeiten]

Das Pantone Matching System erweitert den im herkömmlichen Vierfarbdruck erreichbaren Farbraum. Im Vierfarbdruck werden die vier Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key (= Black) verwendet und durch den Druck einzelner Rasterpunkte in den Grundfarben entstehen alle weiteren Farbeindrücke. Im Pantone Matching System hingegen werden Farben flächig als Volltöne gedruckt, indem die gewünschte Sonderfarbe als eigenständige Druckfarbe verwendet wird. Die meisten Farben aus dem Pantone Matching System sind nicht im Vierfarbdruck darstellbar; die Farben, die doch damit erzielt werden können, sind in den Farbfächern mit einem speziellen Symbol gekennzeichnet. Ein weiteres Symbol zeigt an, dass sich die betreffende Farbe im RGB-Farbraum darstellen lässt.

Verwendung von Pantone-Sonderfarben[Bearbeiten]

Unternehmen setzen Pantone-Sonderfarben häufig in den Bereichen Branding, Corporate Design oder Corporate Identity ein, um Marken- und Firmenlogos ihren hohen weltweiten Wiedererkennungswert zu verleihen.

Beispielsweise verwenden Puma mit 485 C, Lufthansa mit 1235 C, Starbucks mit 3425 C und GAP mit 655 C Farben aus dem Pantone Matching System als Erkennungsmerkmal. Für die Milka-Produkte des Kraft-Foods-Konzerns wurde sogar eine eigene Pantone-Farbe erstellt: eine Sonderfarbe zwischen zwei Nummern des Pantone-Farbfächers. Der Konzern hat für dieses Lila eine Farbmarke beim deutschen Patentamt und bei der europäischen Patentorganisation eintragen lassen, sowie über die Registrierung bei der WIPO (World Intellectual Property Organization) in Genf einen weltweiten Schutz dieser Farbmarke erreicht.

Zudem werden Pantone-Farben auch dazu verwendet, Farben von Flaggen zu definieren: so wird für die Europaflagge als Blauton Pantone Reflex Blue und für die Sterne Pantone Yellow benutzt. Beides sind Basisfarben aus dem Pantone Matching System und haben keine Nummernbezeichnungen, sondern sind mit Namen benannt.

Weitere Farbsysteme von Pantone[Bearbeiten]

Da Farben nicht nur im grafischen Gewerbe eine wichtige Rolle spielen, entwickelte Pantone im Laufe der Zeit zwei weitere Farbsysteme. Eines davon dient zur Spezifikation und Kommunikation von Textilfarben (Pantone Fashion + Home), das andere bietet Farben in Form von transparenten und opaken Plastikchips (Pantone Plastics). Beide Systeme verfügen über eigene Farbcodierungen, um Verwechslungen mit den anderen Systemen zu vermeiden.

Zusätzlich zu den genannten gedruckten Farbreferenzen bietet die Firma Pantone weiteres Zubehör für die Arbeit mit Farben an, zu diesem Angebot gehören Software und Geräte zur schnellen Identifikation von Farben und Geräte zur Monitorkalibrierung.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Who we are. In: Pantone.de, abgerufen am 19. Juli 2012.
  2. a b Pantone US$180m Acquisition Completion For X-Rite. In: PrintingTalk, 31. Oktober 2007, abgerufen am 19. Juli 2012.
  3. a b Firmenportrait. In: Pantone.de, abgerufen am 19. Juli 2012.
  4. Thomas Kaltschmidt: Pantone erweitert sein Color Matching System. In: Page, 12. Mai 2010, abgerufen am 19. Juli 2012.