Puma (Unternehmen)

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Puma SE
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Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE0006969603
Gründung 1948
Sitz Herzogenaurach, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 10.982 (31. Dezember 2013)[1]
Umsatz 2,985 Mrd. Euro (2013)[1]
Branche Sportartikel
Website www.puma.de

Puma SE mit Sitz in Herzogenaurach ist ein börsennotierter Sportartikelanbieter und Hersteller von Schuhen, Textilien und Accessoires. Die Puma SE befindet sich mehrheitlich im Besitz des französischen Konzerns Kering, der 86 % der Anteile besitzt.[2] Puma ist mit rund drei Milliarden Euro Jahresumsatz, einem Konzerngewinn von 5,3 Millionen Euro und 10.982 Mitarbeitern im Jahr 2013 neben Adidas und Nike einer der weltweit größten Sportartikelhersteller.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde von Rudolf Dassler 1948 als Puma Rudolf Dassler Schuhfabrik gegründet. Zuvor hatte er zusammen mit seinem Bruder Adolf „Adi“ Dassler seit 1924 das gemeinsame Unternehmen Sportschuhfabrik Gebrüder Dassler in Herzogenaurach geführt.[4] Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten begann Rudolf Dassler 1948 allerdings mit dem Aufbau eines eigenen Unternehmens, während sein Bruder mit der Gründung von Adidas seinen eigenen geschäftlichen Weg ging.

Als Firmenname war zunächst Ruda (aus Rudolf Dassler) vorgesehen. Wegen des ähnlichen, aber besseren Klangs und der Assoziation mit der Dynamik des amerikanischen Silberlöwen fiel die Entscheidung dann aber auf Puma.[5][6]

Umwandlung zur Aktiengesellschaft[Bearbeiten]

Aktie der Puma AG Rudolf Dassler Sport über 5 DM, Juni 1997

Puma ist seit 1986 eine Aktiengesellschaft (vorher war sie eine Kommanditgesellschaft). Seit 2007 gehört das Unternehmen mehrheitlich zu dem französischen Mode- und Accessoires-Konzern Kering, der derzeit 86% der Anteile hält. Die restlichen 14 Prozent befinden sich im Streubesitz.[7] Im Juli 2011 wurde Puma in eine europäische Aktiengesellschaft umgewandelt und firmiert seitdem unter PUMA SE.[8]

Krise und Neuausrichtung in den 1990ern[Bearbeiten]

Freizeitschuhe von Puma

Als das Unternehmen Mitte der neunziger Jahre in eine Krise kam, entschied sich die Unternehmensleitung für eine Neuausrichtung der Marke. Diese fand unter dem ungewöhnlich jungen Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz statt. Puma war die erste Sportmarke, die neben den reinen Sportartikeln konsequent auf Mode- und Lifestyleprodukte setzte. Die Marke Puma gewann dadurch insbesondere bei jungen Menschen wieder größere Beliebtheit.

Übernahme durch PPR[Bearbeiten]

Der französische Konzern Pinault-Printemps Redoute (heute Kering) hatte im April 2007 ein Aktienpaket von 27,1 Prozent für 1,4 Milliarden Euro von den Tchibo-Erben Herz übernommen. PPR konnte seine Beteiligung bis zum Ende der regulären Annahmefrist am 20. Juni 2007 nur auf 33,2 Prozent aufstocken. Nach Verlängerung der Annahmefrist um weitere zwei Wochen konnte PPR seinen Puma Anteil bis zum 17. Juli 2007 jedoch auf 62,1 Prozent aufstocken.[9]

Neues Management und Neuausrichtung der Strategie[Bearbeiten]

Am 23. Oktober 2012 hat der Verwaltungsrat einstimmig Jean-François Palus, Group Managing Director von Pumas Mehrheitsaktionär Kering, zum neuen Verwaltungsratsvorsitzenden mit Wirkung zum 1. Dezember 2012 gewählt.[10][11] Seit dem 1. Juli 2013 führt der in Zürich geborene Norweger und ehemalige Fußballspieler Bjørn Gulden das Unternehmen.[12]

Nachdem das Unternehmen seit 2012 unter stagnierenden Umsätzen und Gewinnrückgängen litt, stellte Björn Gulden im Herbst 2013 eine neue Markenpositionierung des Unternehmens vor. Unter dem Leitbild "Forever Faster" will Puma die "schnellste Sportmarke der Welt" werden und sich dabei verstärkt auf die Kernsportkategorien Fußball, Running und Training, Golf und Motorsport konzentrieren. Das Produktsortiment wird weiterhin sportinspirierte Lifestyle-Produkte beinhalten. Im Rahmen der Restrukturierung und Neuausrichtung stellte der Konzern seine Sportkategorien Segeln und Rugby ein.[13]

Chronik[Bearbeiten]

  • 1920: Rudolf Dassler beginnt, gemeinsam mit seinem Bruder Adolf, Sportschuhe zu produzieren.
  • 1924: Gründung der Gebrüder Dassler Schuhfabrik in Herzogenaurach, Deutschland.
  • 1948: Gründung der Puma Schuhfabrik Rudolf Dassler (1. Oktober), Einführung des ATOM, des ersten Puma-Fußballschuhs.
  • 1949: Rudolf Dassler beginnt mit der Entwicklungsarbeit für die Herstellung eines Fußballschuhs mit Schraubstollen. Viele Fußballexperten, darunter Sepp Herberger, sind beteiligt.
  • 1952: Produktion des SUPER ATOM.
  • 1953: Entwicklung und erste Tests des ATOM-Nachfolgers BRASIL.
  • 1958: Zur Fußball-WM in Schweden werden alle Puma-Schuhmodelle mit dem Markenzeichen Pumas, dem Formstreifen versehen.
  • 1959: Umwandlung der Firma in eine Kommanditgesellschaft: Puma-Sportschuhfabriken Rudolf Dassler KG.
  • 1960: Einführung der Vulkanisations-Produktionstechnik.
  • 1966: Einführung des Fußballschuhmodells WEMBLEY, Vorgängermodell des KING.
  • 1968: Einführung des KING, legendärer Fußballschuh von Puma. Erste Sportschuhe mit Klettverschluss.
  • 1974: Tod von Rudolf Dassler. Seine Söhne Armin und Gerd übernehmen die Firmenleitung.
  • 1976: Einführung der S.P.A.-Technologie.
  • 1982: Armin Dassler erfindet die Puma DUOFLEX-Sohle.
  • 1986: Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.
  • 1989: Einführung des Dämpfungssystems TRINOMIC.
  • 1990: Einführung von INSPECTOR, einem System zur Wachstumskontrolle in Kinderschuhen.
  • 1991: Einführung des DISC SYSTEM
  • 1992: Kapitalerhöhung um DM 20 Mio. auf DM 70 Mio.
  • 1993: Ernennung von Jochen Zeitz zum Vorstandsvorsitzenden, Proventus/Aritmos B.V. wird Mehrheitsaktionär.
  • 1994: Erstes positives Jahresergebnis seit dem Börsengang 1986, Puma erzielt den höchsten Gewinn in der Firmengeschichte (DM 25 Mio.)
  • 1996: Puma wird MDAX-Unternehmen; Vorstellung der neuen Dämpfungstechnologie CELL.
  • 1997: Markteinführung des CELLERATOR.
  • 1998: Kooperation mit der Designerin Jil Sander; Verschmelzung der Bereiche Sport und Mode.
  • 1999: Puma wird offizieller Ausrüster der U.S. National Football League (NFL).
  • 2000: Produktion feuerfester Motorsport-Schuhe in Partnerschaft mit Porsche und Sparco
  • 2001: Übernahme der skandinavischen Tretorn-Gruppe
  • 2002: Markteinführung des SHUDOH.
  • 2003: Mehrheitsaktionär Monarchy/Regency veräußert seinen Aktienanteil an einen breitgestreuten Kreis von internationalen, institutionellen Anlegern.
  • 2004: Gemeinsame Schuhkollektion mit dem Designer Philippe Starck.
  • 2005: Mayfair Vermögensverwaltungsgesellschaft mbh und Beteiligungsfondsgesellschaft I mbH erwerben einen Aktienanteil von 25,27 %.
  • 2006: Listung im Dow Jones Sustainability Index; Vorstellung des S.A.F.E.-Konzepts zur Verbesserung von Umwelt- und Sozialstandards in der Produktionskette des Unternehmens. Schuhkollektion mit Alexander McQueen.
  • 2007: Übernahme durch Pinault-Printemps Redoute;[14] Verlängerung des Vertrages von Jochen Zeitz um fünf Jahre.
  • 2008: Ernennung von Melody Harris-Jensbach zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden;[15] Der Designer, Künstler und Filmemacher Hussein Chalayan wird Kreativdirektor, Puma übernimmt den Mehrheitsanteil seines gleichnamigen Mode-Labels.
  • 2009: Puma schließt mit dem französischen Mobilfunkunternehmen Sagem Wireless einen Kooperationsvertrag zur Einführung eines Puma-Mobiltelefons ab.[16]
Erstes Puma-Logo ohne Puma.
  • 2010: Erstmals ersetzt Puma die Raubkatze in seinem Logo: Zur Fußball-Afrikameisterschaft 2010 und zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 führt man ein Logo mit dem Umriss des afrikanischen Kontinents ein.[17]
  • 2011: Franz Koch löst den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz ab und die Rechtsform von Puma wird in SE geändert.[18]
  • 2011: Puma entwickelt und veröffentlicht weltweit erstmals eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung (Environmental Profit & Loss Account, kurz E P&L) anhand der Umweltindikatoren Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch, Landnutzung, Luftverschmutzung und Abfall.[19]
  • 2013: Mit „Puma Factory“ startet Puma erneut ein Angebot für personalisierte Produkte (Mass Customization). Wie beim vorherigen PUMA Mongolian Shoe BBQ können vorerst drei Modelle in eigenen Farben designt und bestellt werden.[20]
  • 2013: Der Norweger Bjørn Gulden wird mit Wirkung zum 1. Juli 2013 zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung (CEO) bestellt.[21]

Bekannte Modelle[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 feiert der Puma KING seinen 40. Geburtstag. Das Jubiläumsmodell KING XL (XL steht hier für die römische Zahl 40) ist gleichzeitig eine Hommage an den portugiesischen Fußball-Star Eusébio. Er hatte 1968 mit dem KING 42 Tore erzielt und so den erstmals vergebenen „Goldenen Schuh“ als bester Torschütze in Europas Ligen gewonnen. Herausragendes Merkmal des über die Jahre ständig optimierten Fußballschuhs ist sein von Anfang an besonders flacher Schnitt. Dieser und der äußerst flexible Aufbau sollte einen besonders guten Ballkontakt ermöglichen. Zu den prominentesten Trägern zählen Fußball-Legenden wie Pelé, Eusébio, Vogts, Bonhof, Netzer, Cruyff, Maradona, Völler und Matthäus.

Sponsorenaktivitäten[Bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten]

Für die Vermarktung ihrer Produkte schließt Puma Sponsoring-Verträge mit bekannten Sportlern und Sportmannschaften ab. So stattete die Firma beispielsweise zwölf der 32 Teilnehmer der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 aus, unter anderem den späteren Weltmeister Italien. An der Endrunde Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika nahmen neun von Puma ausgerüstete Mannschaften teil. Hier eine kleine Auswahl der Mannschaften, die von Puma ausgestattet werden:


Weiterhin unterstützt Puma den neu gegründeten Leichtathletikverein LAZ Puma Troisdorf/Siegburg.

Olympische Spiele 2008[Bearbeiten]

Bei den Spielen von Peking ist Puma Ausrüster von 15 Olympia-Mannschaften: Botswana, Bulgarien, Burundi, Dänemark, Ghana, Jamaika, Kaimaninseln, Kamerun, Marokko, Ruanda, Sambia, Schweden, Tansania, Uganda und Venezuela. Die hierbei wohl beeindruckendsten Erfolge erzielt der Jamaikaner Usain Bolt mit drei Goldmedaillen, darunter zwei Weltrekorde.

Streit um die Ausstattung der Kameruner Fußballnationalmannschaft[Bearbeiten]

Als Teil der neuen Marketingstrategie wurde ein völlig neues Sports Kit für die Herren-Fußballnationalmannschaft von Kamerun entworfen. Die Nationalmannschaft erschien zum Afrika-Cup 2004 in einem neu entworfenen Einteiler (das Kamerun UniQT). Das Trikot ist körperbetont, die Shorts sind mit dem hautengen Trikot vernäht.

Die FIFA sah diese Sportkleidung jedoch als Verstoß gegen die eigenen Regeln, die besagen, dass die Sportkleidung aus einem Trikot und einer Hose besteht. Gegen das Team von Kamerun wurde eine Strafe von 200.000 Schweizer Franken (ca. 125.000 Euro) verhängt, zudem zog man der Mannschaft für die Qualifikation zur WM 2006 sechs Punkte ab. Als Reaktion darauf klagte Puma gegen die FIFA. Der Punktabzug wurde von der FIFA wieder zurückgenommen, und beide Parteien einigten sich gütlich. Puma behält sich jedoch das Recht vor, seinen Einteiler noch einmal auf den Markt zu bringen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf-Herbert Peters: Die Puma-Story. Hanser Fachverlag 2007, ISBN 978-3-446-41144-9
  • Barbara Smit: Die Dasslers – drei Streifen gegen Puma. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2007, ISBN 3-404-61608-1
  • Ralf Metzenmacher: Mit Retro-Design und neuen Kunden auf Erfolgskurs. In: Hansjörg Künzel (Hrsg.): Handbuch Kundenzufriedenheit: Strategie und Umsetzung in der Praxis. Springer, Berlin, Heidelberg, New York 2005, S. 227–254, ISBN 3-540-21144-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Puma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Puma SE: Geschäftsbericht 2013. Abgerufen am 27. Juni 2014 (PDF).
  2. Kering: Financial Document 2013.
  3. [1]
  4. Schuhfabrik Gebrüder Dassler. Abgerufen am 11. Januar 2010.
  5. Erik Kirschbaum: How Adidas and Puma were born. 8. November 2005, abgerufen am 11. Januar 2010 (englisch).
  6. Miriam Zerbel: Wie Puma entstand. 2. April 2006, abgerufen am 11. Januar 2010.
  7. http://www.kering.com/sites/default/files/kering_2013financialdocument_0.pdf
  8. http://about.puma.com/puma-is-a-european-corporation/
  9. Französischer Luxusgüterkonzern erwirbt Mehrheit an Puma. 17. Juli 2007, abgerufen am 11. Januar 2010.
  10. PPR-Manager Palus wird Verwaltungsrats-Chef bei Puma. Abgerufen am 21. Juni 2013.
  11. Jean-François Palus, in: Internationales Biographisches Archiv 36/2013 vom 3. September 2013, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  12. manager-magazin.de: Puma kürt Ex-Fußballprofi zum neuen Chef
  13. Puma ends sailing sponsorship as profit crumbles. 14. Februar 2013, abgerufen am 21. Juni 2013.
  14. PPR baut Anteil an Puma auf 62,1 % aus. 17. Juli 2007, abgerufen am 11. Januar 2010.
  15. Melody Harris-Jensbach wird neues Puma-Vorstandsmitglied. 5. Juni 2007, abgerufen am 11. Januar 2010.
  16. Puma-Mobiltelefon – Sportartikelhersteller schließt Lizenzvertrag mit Sagem. 6. Oktober 2009, abgerufen am 11. Januar 2010.
  17. Puma commits to Africa. In: Therightwinger.com, 1. Februar 2010, abgerufen am 9. Juli 2010.
  18. Verjüngungskur: 32-Jähriger wird neuer Puma-Chef. Spiegel Online, 25. Juli 2011, abgerufen am 25. Juli 2011.
  19. Öko-Bilanz: Puma prangert eigene Umweltsünden an. 16. November 2011, abgerufen am 21. Juni 2013.
  20. Endlich wieder Puma Schuhe selbst gestalten Quelle: http://egoo.de/endlich-wieder-puma-schuhe-selbst-gestalten.html. egoo, 28. Mai 2013, abgerufen am 17. Juni 2013.
  21. Sportartikelkonzern: Björn Gulden übernimmt Puma-Führung. 18. April 2012, abgerufen am 21. Juni 2013.