Paul Rohmer

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Paul Rohmer (* 1. November 1876 in Huttenheim; † 2. März 1977 in Straßburg) war ein aus dem Elsass stammender Kinderarzt. Er gilt als Begründer der modernen Pädiatrie im Nordosten Frankreichs.

Leben[Bearbeiten]

Rohmer wurde als Sohn des Bauern Albert Rohmer (1846–1912) und dessen Frau Marie-Elizabeth Metz (1850–1935) im damals deutschen Huttenheim im Elsass geboren. Er studierte in Straßburg, und wurde 1901 Arzt. 1904 heiratete er Marie Louise Kieffer (1880–1962), mit er die drei Kinder Laurent (* 1904), Anne-Marie (* 1906) und Marie-Thérèse (* 1908) hatte. Marie-Thérèse verstarb wenige Wochen nach ihrer Geburt an einer Infektion, was Paul Rohmer in seinem ärztlichen Engagement verstärkte.

Bis zum Ersten Weltkrieg arbeitete er in Marburg und Köln. Dort setzte er sich für eine moderne Pädiatrie ein, die sich eng an der Mutter und der Familie orientiert.

Er diente als preußischer Leutnant während des Ersten Weltkriegs als Arzt in einem Lazarett in Metz, lehnte es jedoch 1914 ab, das Manifest der 93 zu unterschreiben, in dem sich die deutsche Kulturwelt mit der deutschen Kriegsführung solidarisieren sollte.[1]

1919 wurde er der erste Professor für Pädiatrie in der neuen französischen Universität von Straßburg. 1920 gründete er die „elsässisch und lothringische Vereinigung der Säuglingschwestern“. Die Resultate waren spektakulär und begründeten 1945 das Prinzip des „Nationalen Mutter- und Jugendschutzes“ (PMI) in ganz Frankreich.

1946 veröffentlichte Rohmer zusammen mit Robert Debré das bekannte Buch mit dem Titel „Traité de Pathologie infantile“ (2.500 Seiten in zwei Bänden). Zudem war er der Kinderarzt der Kinder von Pierre Pflimlin, der belgischen Regenten sowie als Arzt von Konrad Adenauer tätig.

Bis 1947 war Rohmer Direktor der Klinik für Kinderheilkunde in Straßburg und war bis zum Alter von 100 Jahren für Kinder und Jugendliche tätig. Die Straße „Rue Paul Rohmer“ in Straßburg ist heute nach ihm benannt.

N.B.: Paul Rohmer war ein entfernter Neffe des Generals der Koalitionskriege François-Joseph d’Offenstein (1760-1837)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Paul Rohmer, Robert Debré: „Traité de Pathologie infantile“ (1946)
  • Paul Rohmer: „Über Knochenbildung in verkalkten endocarditischen und endarteriitischen Herden“ (Band 166/1 vom Oktober 1901), Springer Berlin / Heidelberg, ISSN 0945-6317

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Florent Grange: Biographie„Paul Rohmer une vie au service de l'enfance“. Le Verger editeur, 2005, 240 Seiten, ISBN 2-84574-054-9.