Pays de Gex

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Das Pays de Gex - Blick auf Meyrin, Prévessin-Moëns, Ségny, Cessy, Gex u. a. sowie die erste Jura-Kette vom Flugzeug aus

Das Pays de Gex ist eine Landschaft im Département Ain in Osten Frankreichs, zwischen der ersten Jura-Kette und den Schweizer Kantonen Genf und Waadt. Es ist nach dem Hauptort Gex benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Genf und war als Apanage an Verwandte des Grafengeschlechts vergeben. 1353 eroberten die Herzöge von Savoyen das Gebiet und verwalteten es als Kastlanei. Im Zuge der Eroberung der Waadt durch Bern und Freiburg kam 1536 das Pays de Gex als Landvogtei unter Bern. Mit dem Lausanner Vertrag von 1564 kam es jedoch wieder an Savoyen unter Garantie des von Bern eingeführten reformierten Glaubens. 1589/90 besetzte die Stadt Genf die Herrschaft Gex und behielt sie auch nach dem Ende des Krieges mit Savoyen in ihrem Besitz.

1601 trat Savoyen Gex im Vertrag von Lyon an Frankreich ab, das nun Genf zwang, sich aus dem Gebiet zurückzuziehen. Der reformierte Glauben wurde danach von Frankreich zuerst durch missionarische Maßnahmen bekämpft und schließlich 1662/85 ganz unterdrückt. Gex wurde von der französischen Verwaltung bis 1789 der Provinz Burgund zugerechnet.

Durch den Zweiten Pariser Frieden 1815 wurden 6 Gemeinden des Pays de Gex dem Kanton Genf zugeschlagen, um Genf mit einer Landverbindung zur Schweiz auszustatten. Es handelt sich um die Gemeinden Collex-Bossy (mit Bellevue GE), Le Grand-Saconnex, Meyrin, Pregny-Chambésy, Vernier und Versoix.

Das moderne Pays de Gex entspricht etwa dem Arrondissement Gex. Die Wirtschaft ist stark mit der Nachbarschweiz verbunden. Die grenznahen Gemeinden gehören zur Genfer Großagglomeration und zählen viele Grenzgänger. Das Kernforschungszentrum CERN und der Flughafen Genf liegen teilweise im Pays de Gex.

Weblinks[Bearbeiten]

46.3333333333336.0577777777778Koordinaten: 46° 20′ 0″ N, 6° 3′ 28″ O