Peter Millowitsch

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Peter Millowitsch (* 1. Februar 1949 in Köln) ist ein deutscher Volksschauspieler, Bühnenautor und Leiter des privaten Kölner Millowitsch-Theaters.

Biografie[Bearbeiten]

Der Sohn des Kölner Volksschauspielers und Theaterunternehmers Willy Millowitsch (1909–1999) und dessen Ehefrau Gerda Millowitsch (1922–2004), Neffe der Volksschauspielerin und Theaterleiterin Lucy Millowitsch (1905–1990), Enkel des Schauspielers und Theaterleiters Peter Wilhelm Millowitsch (1880-1945), Großneffe der Schauspielerin und Sängerin Cordy Millowitsch (1890-?) und älterer Bruder der Schauspielerin Mariele Millowitsch (* 1955) übernahm bereits im Alter von acht Jahren seine erste Rolle am familieneigenen Millowitsch-Theater. Nach seinem Abitur besuchte er in Hamburg eine Schauspielschule.

In den 1970er Jahren spielte Peter Millowitsch in Filmkomödien mit Roy Black (Grün ist die Heide, 1972; Alter Kahn und junge Liebe, 1973; Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer, 1974), aber auch in sozialkritischen Fernsehspielen, wie 1973 in Herbert Ballmanns (* 1924) Stationen, 1975 Die Stadt im Tal von Wolfgang Petersen, oder 1978 in einer Folge der ARD-Abenteuerserie Auf Achse. Von 1975 bis 1977 moderierte Millowitsch die ZDF-Kindersendung Kli-Kla-Klawitter als Nachfolger von Wolfgang Jansen. Seit den 1980er Jahren trat er u.a. in den Familienserien Im schönsten Bilsengrunde (1980), Forstinspektor Buchholz (1989), Heidi und Erni (1990), Die Anrheiner (1998) und Die Nesthocker – Familie zu verschenken (1999) auf. Außerdem war er in Gastrollen in zahlreichen Kriminalserien zu sehen, wie z.B. in der europäischen Koproduktion Eurocops (1990), in den RTL-Produktionen Die Wache (1994) und SK-Babies (1996), in der Sat.1-Serie SK Kölsch (1999), der ZDF-Polizeireihe Zwei Profis (2002) und immer wieder in Folgen des ARD-Tatorts, darunter auch 1991 in der Folge Dienstvergehen neben seinem Vater, der als pensionierter Kommissar Hermann-Josef Klefisch in Köln ermittelte. 1978 sah man Vater und Sohn Millowitsch auch gemeinsam in der Komödie Das Geld liegt auf der Bank von Curth Flatow auf dem Bildschirm.

Von 1993 bis 1996 leitete Peter Millowitsch die Kölner Traditionsbühne seiner Familie als gleichberechtigter Geschäftspartner zusammen mit seinem Vater. Ab der Spielzeit 1996/1997 wurde er alleiniger Geschäftsführer und Direktor und setzte u. a. mit der Slapstickkomödie Wo laufen sie denn? des Briten Philip King (1904-1979) neue Akzente. Zu den Auseinandersetzungen mit seinem Vater über das künftige Theaterprogramm äußerte er später: „Vor allen Meinungsverschiedenheiten und Querelen, die es zwischen uns gibt, achte ich die Leistungen meines Vaters, dem es verständlicherweise sehr schwer gefallen ist, das Zepter nach so langen Jahren aus der Hand zu geben.“[1] Im Millowitsch-Theater spielt der Theaterunternehmer auch ernste Rollen[2] und führt Stücke auf, die nicht zum gängigen Klischee einer volkstümlichen Bühne passen.

Im Gegensatz zu seinem Vater – und in Anlehnung an seinen Großvater und seine Tante Lucy – schreibt Peter Millowitsch auch selbst Theaterstücke. Gemeinsam mit Barbara Schöller verfasste er z.B. den Schwank Liebesgrüße aus Nippes (1993), das musikalische Volksstück Der König vom Friesenplatz (1998) sowie die Komödien Klüngel bei Klettenbergs (2001), Saionara Tante Klara (2003), Taxi nach Ehrenfeld (2005), Einmal Prinz zu sein… (2006) und D´r Papst kütt (2006). Im September 2007 brachte das Autorenduo das Märchen-Musical Echt Kölnisch Wasser heraus.

Seit den späten 1990er Jahren arbeitet Peter Millowitsch auch als Drehbuchautor. So schrieb er unter anderem die Episoden des Geburtstagsspecials für seinen Vater, zusammen mit Jochen Busse und Barbara Schöller einige Folgen der WDR-Sitcom Und im Keller gärt es (1998) und mit seiner Co-Autorin einige Fernseh-Verfilmungen der eigenen Bühnenstücke, darunter Et kütt wie et kütt (2003).

Peter Millowitsch ist seit 1981 mit der Schauspielerin Barbie Millowitsch-Steinhaus verheiratet. Er ist begeisterter Motorsportfan und fährt im eigenen Rennwagen im Deutschen Langstreckenpokal.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [Heimsieg für das Millowitsch-Theater], WDR, daheim & unterwegs, 12. März 2003
  2. „Das ist richtig harte Arbeit“, Kölner Stadtanzeiger, 9. September 2005