Pflegenotstand

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Pflegenotstand ist ein politisches oder berufspolitisches Schlagwort in Deutschland und Österreich. Es bezeichnet einen akuten Personalmangel, vor allem in den Pflegeinstitutionen. Es wurde in den 1960er und 70er Jahren in der BRD erstmals verwendet, als durch die Ausweitung der Krankenhäuser dort zur Abwendung von massivem Personalmangel vielfach ausländisches Pflegepersonal eingesetzt wurde.

Der in den Jahren nach 2000 herrschende Personalmangel beruht zum großen Teil auf dem Finanzierungssystem der Heime und Sozialstationen. In Deutschland hängt dieses mit der Pflegeversicherung eng zusammen. Auch vorhandenes Personal kann nicht eingestellt werden.

Der Begriff Pflegenotstand kritisiert also auch die als unzureichend angesehenen gesundheitspolitischen Reaktionen auf diese Situation.

Sowohl die Pflegeversicherung in Deutschland als auch das Pflegegeld in Österreich decken nicht die Kosten einer permanenten häuslichen Pflege. Aus diesem Grund entstand ein neuer Typ von Gastarbeiterin: die Pflegerin aus den östlichen Nachbarländern, die oft in einem illegalen Arbeitsverhältnis beschäftigt wird. In Deutschland arbeiten vor allem Polinnen, in Österreich Slowakinnen unter nicht geregelten Arbeitsbedingungen und für einen Niedriglohn in der häuslichen Pflege.

2013/2014 Aktion Pflege am Boden[Bearbeiten]

Um der Meinung Ausdruck zu verleihen, die Situation für Pflegekräfte habe sich in den letzten zehn Jahren erheblich verschärft, machen seit Oktober 2013 deutschlandweit jeden Monat Flashmobs bzw. Smartmobs zum Thema „Pflege am Boden“ auf den Pflegenotstand aufmerksam. Pflege am Boden ist ein von Parteien, Gewerkschaften und Berufsverbänden unabhängiger Zusammenschluss von Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten oder Pflegenden Angehörigen und Menschen, denen die Pflege am Herzen liegt.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Flashmob „Die Pflege liegt am Boden“ bei FrauTV am 16. Januar 2014, abgerufen am 29. März 2014.