Philly Joe Jones

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Joseph Rudolph „Philly Joe“ Jones (* 15. Juli 1923 in Philadelphia; † 30. August 1985 ebenda) war ein amerikanischer Jazz-Schlagzeuger.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Jones gilt als einer der stilbildenden Drummer des so genannten Hard Bop und gelangte vor allem durch sein Spiel im Quintett von Miles Davis in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre zu internationaler Berühmtheit. Der Spitzname Philly Joe bezieht sich auf seine Heimatstadt, das in der amerikanischen Umgangssprache „Philly“ genannte Philadelphia, und soll den Drummer von seinem ebenso berühmten älteren Kollegen „Papa“ Jo Jones aus der Band von Count Basie unterscheiden. Philly Joe Jones ging aus der Rhythm & Blues-Tradition der späten 40er Jahre hervor, bevor er zu Beginn der 50er Jahre auch als Modern Jazz-Drummer zu arbeiten begann – wobei zu bedenken ist, dass die beiden Musikstile seinerzeit noch nicht so deutlich voneinander getrennt waren wie später. Von etwa 1956 bis 1958 war er ein prägender Bestandteil in der Rhythmusgruppe des Aufsehen erregenden Miles Davis-Quintetts und später -Sextetts. Davis trennte sich nicht aus musikalischen Beweggründen von Jones (im Gegenteil bezeichnete er ihn, wie später auch Bill Evans, als seinen bevorzugten Drummer), sondern ausschließlich wegen der Unzuverlässigkeit, die die schweren Drogenprobleme des Schlagzeugers für die professionelle Arbeit der Band mit sich brachten. Dennoch wirkte Jones bei unzähligen Plattensitzungen (Blue Note, Riverside, Prestige) mit, weil sein Sinn für Drive, Dynamik und Geschmack sehr gefragt waren.

Jones' Beiträge zur Entwicklung des Schlagzeugspiels sind zahlreich und bildeten ihrerseits die Grundlage weiterer Neuerungen, wie sie im Umfeld des Free Jazz der 60er von Musikern wie Tony Williams und dem (nicht mit „Philly Joe“ verwandten) Elvin Jones initiiert wurden. Besonders bekannt ist das charakteristische two beat feel, mit dem der Drummer im Zusammenspiel mit dem Kontrabassisten Paul Chambers häufig die Vorstellung des Themas der Bläser unterlegte. Dieser Rückgriff auf den traditionellen New Orleans Jazz in stilistisch weit modernerem Kontext zeigt, wie viele andere technische Details, wie geschmackssicher Jones seine umfangreichen musikalischen Erfahrungen außerhalb der eigentlichen Jazz-Szene in den Hard Bop einzubringen verstand.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]