Pierre-Robert Olivétan

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Pierre-Robert Olivétan (auch Olivetanus genannt) (* um 1505 in Noyon, Picardie; † 1538 in Italien) war ein reformierter Theologe und Bibelübersetzer.

Er war Sohn eines Kirchenvogts und wuchs in derselben Stadt wie Johannes Calvin auf, mit dem er verwandt war. 1526 studierte er Jurisprudenz in Orléans, musste aber schon im folgenden Jahr fliehen, weil man ihn der Ketzerei verdächtigte. Ab April 1528 widmete er sich in Straßburg dem Studium der alten Sprachen. 1531 wurde er Hauslehrer in Genf, wurde wegen seiner reformatorischen Gesinnung im November aber auch von dort verbannt und zog nach Neuchâtel, wo er ebenfalls als Hauslehrer tätig war. Zusammen mit Guillaume Farel nahm er am 12. September 1532 an der Synode der Waldenser in Chanforan teil, wo man ihn beauftragte, eine französische Bibelübersetzung zu erstellen. Nachdem er diese Arbeit 1535 abgeschlossen hatte, wurde er im Mai 1536 als Lehrer an das Genfer Gymnasium berufen. Im März 1538 brach er zu einer Reise nach Italien auf, weilte dort unter anderem am Hof von Renée de France in Ferrara und verstarb bald darauf unter unbekannten Umständen in Italien.

Die Bibelübersetzung Olivétans orientiert sich im Alten Testament am hebräischen und aramäischen Urtext. Sein Neues Testament ist eine Revision der Übersetzung, die Jacques Lefèvre d’Étaples gegen 1523 nach der lateinischen Vulgata angefertigt hatte.

Literatur[Bearbeiten]

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