Neuenburg NE

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NE ist das Kürzel für den Kanton Neuenburg in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Neuenburgf zu vermeiden.
Neuenburg
Wappen von Neuenburg
Staat: Schweiz
Kanton: Neuenburg (NE)
Bezirk: Neuenburg
BFS-Nr.: 6458i1f3f4
Postleitzahl: 2000
UN/LOCODE: CH QNC
Koordinaten: 561352 / 20448346.9902816.930567430Koordinaten: 46° 59′ 25″ N, 6° 55′ 50″ O; CH1903: 561352 / 204483
Höhe: 430 m ü. M.
Fläche: 18,05 km²
Einwohner: i33'641 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 1864 Einw. pro km²
Website: www.neuchatelville.ch
Luftansicht von Neuenburg

Luftansicht von Neuenburg

Karte
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Neuenburg (französisch Neuchâtel [nœʃɑtɛl, nøʃɑtɛl], familiär [nœʃ, nøʃ], frankoprovenzalisch a Ntchati [a ntʃa'ti]) ist eine Stadt in der Schweiz, Hauptort des gleichnamigen Kantons, Hauptort des gleichnamigen Bezirks und eine politische Gemeinde in der Romandie.

Geographie[Bearbeiten]

Das Territorium der Stadt und Gemeinde Neuenburg erstreckt sich über 1745 Hektaren. 36 % davon sind bebaut. Neben der Stadt Neuenburg gehören auch die ehemals autonomen Ortsteile Serrières und Chaumont zur Gemeinde Neuchâtel. Die unbebaute Fläche besteht hauptsächlich aus Wäldern und Wiesen. Seit 1512 gehört ausserdem der Domaine forestier des Joux nordwestlich von Les Ponts-de-Martel der Stadt Neuenburg.

Südlich wird die Stadt vom Neuenburgersee begrenzt. Angrenzende Gemeinden sind Auvernier und Peseux im Westen, Valangin und Val-de-Ruz im Norden, Lignières, Saint-Blaise und Hauterive im Osten.

Stadtquartiere[Bearbeiten]

Quartier Nr. BFS-Code Quartiere von Neuenburg
Draizes – Vauseyon 1 6458001
Serrières 2 6458002
Alpes 3 6458003
Trois-Portes 4 6458004
Nord 5 6458005
Centre 6 6458006
Beaux-Arts 7 6458007
Maladière – Mail 8 6458008
La Coudre 9 6458009
Monruz 10 6458010
Pierre-à-Bot – Acacias 11 6458011
Chaumont 12 6458012

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Nennung von Neuenburg datiert aus dem Jahr 1011, als der Burgunderkönig Rudolph III. Novum Castellum (das neue Schloss) seiner Gattin Irmengarde zum Geschenk machte. Dieses «neue Schloss» befand sich vermutlich dort, wo heute das Gefängnis steht und war nicht viel mehr als eine kleine Garnison.

Die Stadt wuchs gemächlich. 1180 legten Ulrich II. von Neuenburg und seine Gattin den Grundstein für ein neues Schloss und die Eglise collégiale. Ulrichs Nachkommen gaben im Jahr 1214 den Neuenburgern den Status einer Freien Stadt. 1250 wurden die ersten Häuser auf der linken Seite des Flüsschens Seyon gebaut.

Das heute noch bestehende Quartier Neubourg und die Stadtmauer entstanden. 1349 raffte die Pest ein Drittel der Stadtbevölkerung dahin. 1530 brachte der von Bern geschickte Guillaume Farel die Reformation nach Neuenburg. Im Jahr 1579 trat der Fluss Seyon über die Ufer, zerstörte dabei alle Brücken der Stadt sowie das Rathaus und die darunter liegenden Stadtarchive.

Zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert wuchs die Stadt bis an die Ufer des Neuenburgersees und die Mündung des Seyons. Einige reiche Patrizier begannen, Häuser ausserhalb der alten Stadtmauer zu bauen, wobei ein Teil des Gelds auch aus dem florierenden Sklavenhandel stammte[2]. Es entstanden der Faubourg de l’Hôpital, der Faubourg du Lac, das Quartier du Lac und das erst später so genannte Quartier Universitaire. 1838 wird die Académie de Neuchâtel eröffnet, die 1910 zur Universität wird.

In den Jahren 1839 bis 1843 wurde der Fluss Seyon korrigiert, der die Stadt immer wieder überflutet hatte. Er wurde in Röhren umgeleitet und an der Stelle des alten Flussbettes entstand eine Geschäftsstrasse (die Rue du Seyon). Im 19. Jahrhundert wurde auch das Seeufer mehrmals umgebaut. Nach dem Bau der Eisenbahnlinie und des Bahnhofs (1859) an der Flanke des Chaumonts wuchs die Stadt weiter in Richtung Norden. Am Seeufer wurde die Strassenbahnlinie nach Boudry eröffnet.

Von 1707 bis 1805, von 1815 bis 1848, und formal auch noch bis 1857 gehörte die Stadt dem König von Preussen. 1930 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde La Coudre in die Stadt Neuenburg eingemeindet.

Für die politische und allgemeine Entwicklung der Stadt, der Region und des Kantons siehe Geschichte des Kantons Neuenburg.

Politik[Bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten]

2
2
7
14
1
15
14 15 
Von 41 Sitzen entfallen auf:

Der conseil général (dt. Generalrat) wird vom Stimmvolk alle vier Jahre gewählt, zuletzt am 13. Mai 2012. Für die Legislatur 2012–2016 setzt er sich wie folgt zusammen: FDP 15 Sitze, SP 14 Sitze, Grünen 7 Sitze, POP 2 Sitze, solidaritéS 2 Sitze und CVP 1 Sitz.[3]

Exekutive[Bearbeiten]

Die Exekutive wird durch den fünfköpfigen conseil communal (dt. Gemeinderat) gebildet. Er wird parallel zur Legislative ebenfalls alle vier Jahre vom Volk gewählt. Das Stadtpräsidium wechselt jährlich unter den Mitgliedern des Gemeinderates.[4] Zur Zeit setzt er sich aus zwei Vertretern der FDP, zwei Sozialdemokraten und einer Grünen zusammen.[5]

Verwaltung[Bearbeiten]

In Neuenburg hat das eidgenössische Bundesamt für Statistik seinen Sitz. Im Rahmen der Dezentralisierung der Bundesverwaltung wurde es 1998 von Bern nach Neuenburg verlegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt sind das Schloss und die Kollegiatskirche (La Collégiale), in welcher sich auch der Kenotaph (Grabmal der Grafen von Neuenburg) befindet. Das Schloss beherbergt heute einen Teil der kantonalen Verwaltung. Zu den Sehenswürdigkeiten von Neuenburg zählen auch der Tour des Prisons, das Maison des Halles und das Hôtel Du Peyrou. Bei Neuenburg befindet sich der Aussichtsturm Chaumont.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten]

Das Kunstmuseum Neuenburg

Neuenburg verfügt über drei überregional bedeutende Museen:

  • das Centre Dürrenmatt, in dem Gemälde und Zeichnungen des Schweizer Schriftstellers und Dramatikers Friedrich Dürrenmatt ausgestellt werden. Friedrich Dürrenmatt bezog im Jahr 1952 sein Haus oberhalb des Stadt, wo er bis zu seinem Tod am 14. Dezember 1990 lebte und arbeitete. In einigen seiner Werke hatte er dieses Leben knapp an der Sprachgrenze sogar thematisiert – insbesondere die Tatsache, dass er ab 1952 im französischsprachigen Teil lebte, aber auf Deutsch schrieb. Nach seinem Tod wurde sein Haus erweitert, sodass darin ein Museum eingerichtet werden konnte, das im September 2000 offiziell eröffnet wurde. Dieses Museum – das Centre Dürrenmatt – widmet sich auf mehreren Etagen seinem literarischen, malerischen sowie auch seinem sonstigen künstlerischen Schaffen. Es bietet neben zahlreichen interessanten Exponaten, darunter handschriftlichen Skizzen zu seinen Stücken sowie vielen seiner Bilder, und regelmässigen Veranstaltungen auch einen guten Blick über den Neuenburgersee
  • das Musée d'Art et d'Histoire, in welchem die drei weltberühmten Automaten der Brüder Jaquet-Droz ausgestellt sind.
  • das international bekannte Musée d’Ethnographie (Ethnographie-Museum).

In Neuenburg finden alljährlich mehrere Festivals statt. Dazu gehören das Strassenmusik-Festival und das NIFFF (Neuchâtel International Fantastic Film Festival). Am bekanntesten ist das Weinfest Fête des Vendanges, das seit 1902 jährlich im September stattfindet und inzwischen jeweils über 100'000 Besucher anzieht.

Seit 2001 findet zudem jährlich Anfang Juni das Festi' Neuch statt, ein mittlerweile viertägiges Openair-Festival mit einem auf die Stilrichtungen Pop, Rock, Hip-Hop sowie Electro ausgerichteten Programm. Das Gelände befindet sich direkt am Seeufer entlang der Jeunes Rives. Während bei der ersten Ausführung ca. 3'000 Besucher angelockt wurden, vergrösserte sich die Anzahl verkaufter Tickets bis 2010 auf rund 37'000.[6]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Neuenburg verfügt mit dem Hôpital Pourtalès über ein öffentliches Spital mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Es gehört zum Klinikverbund Hôpitaux neuchâtelois. Mit dem Hôpital de la Providence existiert zudem ein Privatspital in der Stadt.

Verkehr[Bearbeiten]

Neuenburg ist mit vier Stationen an das Netz der SBB und der BLS angeschlossen. In Neuchâtel-Gare besteht am Morgen eine TGV-Verbindung nach Paris und abends in der Gegenrichtung nach Bern. Im Innerschweizerischen Verkehr wird Neuenburg von der Linie St. GallenLausanne/Genf Flughafen sowie S-Bahn-Linien, Regio-Express-Züge und Regionalzügen bedient.

Ein umfangreiches Netz an Bahn- und Buslinien in der Stadt und im Kanton betreiben die Transports Publics Neuchâtelois, kurz transN, insbesondere die Strassenbahn Neuenburg, die heute nur noch aus einer Überlandlinie nach Boudry besteht, und den Trolleybus Neuenburg (vier Linien) sowie diverse Autobuslinien; weiter drei Standseilbahnen. Eine dieser Bahnen führt von Neuchâtel-Ecluse nach Plan, eine weitere von Neuchâtel-La Coudre auf den Chaumont. Neuchâtel-Gare wird seit 2001 durch die der Stadt gehörende Fun'ambule mit der Unterstadt und somit der Universität verbunden; den Betrieb führt auch hier transN.

Einige weitere Überland-Autobuslinien betreibt Postauto Schweiz.

Anschluss an das Schweizer Autobahnnetz besteht mit der A5.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Neuchâtel, l’heure de vivre. Ed. G. Attinger, Neuchâtel, 1992.
  • Oswald, Franz et al.: Helvéti-Cité: Das Projekt «Netzstadt Drei-Seen-Land». Fallstudie zur urbanen Gestaltung des Territoriums, Zürich 2004 (Stadtplanung, gemeinsames Projekt der Städte Biel, Murten, Neuenburg und Yverdon-les-Bains zur Nachbereitung der Expo.02)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Population au 31 décembre 2013 – selon les districts et les communes (XLS; 29 kB). Republik und Kanton Neuenburg. Abgerufen am 29. Juli 2014.
  2. http://www.bilanz.ch/unternehmen/schweizer-sklavenhandel-die-schweizer-sklavenhaendler
  3. http://www.neuchatelville.ch/elections2012/documents_cg/ELE006.pdf
  4. http://www.neuchatelville.ch/conseil-communal-en-bref abgerufen am 12. Juli 2012
  5. http://www.neuchatelville.ch/conseil-communal-composition abgerufen am 12. Juli 2012
  6. http://www.festineuch.ch/festival/historique.html