Renée de France

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Renée de France
Renée de France, Herzogin von Ferrara

Renée de France (* 25. Oktober 1510 in Blois; † 12. Juni 1574 in Montargis), auch bekannt als Renata von Ferrara, war Herzogin von Ferrara.

Leben[Bearbeiten]

Renée wurde als zweite Tochter des französischen Königs Ludwigs XII. und seiner Frau Anne de Bretagne im Schloss Blois geboren. Eine ihrer Spielgefährtinnen während ihrer Kindheit war Anne Boleyn, die spätere Königin von England, an die sie sich stets mit Liebe erinnerte.

Renées Mutter, die sich stets für die Unabhängigkeit der Bretagne eingesetzt hatte, versuchte, Renée als Erbtochter einzusetzen, was ihr Vater aber verhinderte. Er übergab das Herzogtum schließlich an Franz aus der Linie Valois-Angoulême, den er 1514 kurz vor seinem Tod mit seiner älteren Tochter Claude verheiratet hatte. Als Entschädigung erhielt Renée von Franz das Herzogtum Chartres.

1528 heiratete Renée Ercole II. d’Este, den Sohn der Lucrezia Borgia, der 1534 Herzog von Ferrara wurde. Während der Religionskriege im 16. Jahrhundert rettete Renée mehreren Calvinisten das Leben, und der herzogliche Hof von Ferrara wurde zum Zufluchtsort für protestantische Gelehrte, darunter Clément Marot und Johannes Calvin. Es ist unklar, ob sie selbst zu diesem Zeitpunkt auch Calvinistin war, ob sie später konvertierte oder Katholikin blieb. Auf jeden Fall führte ihre Sympathie für den Protestantismus zum Bruch mit ihrem Ehemann, der seit 1545 im Zuge der Gegenreformation in Ferrera die Inquisition durchführen ließ. Renée wurde auch selbst der Häresie angeklagt und 1554 unter Hausarrest gestellt, nahm aber am 23. September 1554 demonstrativ an der katholischen Eucharistie teil, was Calvin scharf kritisierte.

1559 wurde sie Witwe. Als sie sich mit ihrem Sohn Alfonso überwarf, kehrte sie 1560 nach Frankreich zurück, wo ihre älteste Tochter Anna mit François de Guise, dem Führer der katholischen Partei im ersten Hugenottenkrieg, verheiratet war. Renée ließ sich in Montargis nieder, wo sie unter der Regierung der ihr wohlwollenden Caterina de’ Medici ungehindert Protestanten unterstützen und mit Calvin korrespondieren konnte. Einer seiner letzten Brief ist an sie gerichtet. Auch in der Bartholomäusnacht zum 24. August 1572, während der sie sich in Paris aufhielt, gelang es ihr, Menschenleben zu retten.

Gedenktag[Bearbeiten]

11. Juli im Evangelischen Namenkalender.[1]

Nachkommen[Bearbeiten]

  1. Anna d’Este (1531–1607) ∞ 1) 4. Dezember 1548 François de Lorraine, duc de Guise (1519–1563); ∞ 2) 29. April 1566 Jakob von Savoyen, Herzog von Nemours (1531–1585)
  2. Alfonso II. d’Este (1533–1597), Herzog 1559, ∞ 1) 1558 Lucrezia de’ Medici (1545-1562) Tochter des Großherzog Cosimo I. von Toskana; ∞ 2) 1565 Barbara von Österreich (1539–1572), Tochter des Kaisers Ferdinand I.; ∞ 3) 1579 Eleonora Gonzaga, Tochter des Herzogs Guglielmo Gonzaga von Mantua
  3. Lucrezia d’Este (1535–1598) ∞ 18. Januar 1570 Francesco Maria II. della Rovere (1549–1631), Herzog von Urbino
  4. Eleonora d’Este (1537–1581), Nonne
  5. Luigi d’Este (1538–1586), Kardinal 1561

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Renée de France im Ökumenischen Heiligenlexikon