Pleochroismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cordierit - Sicht auf die blau-violette a-Achse
Cordierit - Sicht auf die farblose b-Achse

Als Pleochroismus (Trichroismus) bezeichnet man in der Mineralogie die „Mehrfarbigkeit“ (aus dem Griechischen: πλέων = pléōn für 'mehr' und χρῶμα = Chroma für 'Farbe') von Mineralen bei Betrachtung aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Die Mehrfarbigkeit äußert sich dabei entweder in einem kompletten Farbwechsel (Alexandrit - grün bei Tageslicht, rot bei Kunstlicht) oder in einer unterschiedlichen Farbtiefe (Smaragd - grün, blau u. blaugrün bis gelbgrün).

Pleochroismus tritt bei durchsichtigen, farbigen Steinen ebenso auf wie bei undurchsichtigen. Die Ursache dafür ist die ungleiche Absorption des Lichtes abhängig von der Ausbreitungsrichtung und der Polarisationsrichtung.

Der Dichroismus ist eine Sonderform des Pleochroismus mit genau zwei verschiedenen Färbungen.

Die pleochroitischen Eigenschaften eines Minerals können mit Hilfe eines Dichroskops festgestellt und zur Bestimmung und Prüfung vor allem bei Schmucksteinen genutzt werden. Seine Wirkung auf die Farbtiefe ist vor allem für Edelsteinschleifer von Bedeutung bei der Auswahl des Schliffs, um zu dunkle oder helle (blasse) Farben zu vermeiden.

Theoretische Grundlagen und Begründungen dafür, ob ein solcher Effekt auftreten kann werden in einem Teilbereich der theoretischen Kristallographie abgehandelt.

Alexandrit, Hiddenit, Kunzit, Rubin, Saphir und Turmalin lassen schon mit bloßem Auge die Mehrfarbigkeit erkennen. Weitere Beispiele:

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten der Welt. 1600 Einzelstücke. 13. überarbeitete und erweiterte Auflage. BLV Verlags GmbH, München u. a. 2002, ISBN 3-405-16332-3.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]