Pramoedya Ananta Toer

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Pramoedya Ananta Toer (rechts), auf der Terrasse seines Hauses im Gespräch mit Rüdiger Siebert, Leiter der Indonesien-Redaktion der Deutschen Welle in Köln (1997)

Pramoedya Ananta Toer (* 6. Februar 1925 in Blora, Zentraljava; † 30. April 2006 in Jakarta) war ein indonesischer Schriftsteller. Er gilt als bedeutendster indonesischer Autor des 20. Jahrhunderts. Seine Werke wurden in 37 Sprachen übersetzt und er wurde mehrmals für den Literaturnobelpreis nominiert.

Während der japanischen Besatzung Indonesiens im Zweiten Weltkrieg kämpfte "Pram", wie er in Indonesien meist genannt wird, in der paramilitärischen Organisation Pemuda (die Jugend).

1948/49 sperrten ihn die holländischen Besatzer wegen „antikolonialem Denken“ ein. Nach einem Aufenthalt in Holland arbeitete er als Schriftsteller und Herausgeber in Jakarta. Wegen seiner Nähe zu kommunistischen Organisationen wurde er nach dem Putsch des späteren Diktators Soeharto ohne Gerichtsverfahren eingesperrt und verbrachte die Jahre von 1965 bis 1979 in verschiedenen Gefängnissen, zunächst auf Nusa Kambangan und dann vor allem auf der Gefängnisinsel Buru. Hier schrieb er sein berühmtestes Werk, die Romantetralogie Buru. Von seiner Zeit auf Buru erzählt das stark autobiographische Werk Stilles Lied eines Stummen. Nach Intervention der Carter-Regierung kam er 1979 frei, konnte aber Jakarta bis zum Sturz Soehartos 1998 nicht verlassen. Erst seit 1999 erscheinen seine Werke wieder in Indonesien.

Am 28. April 2006 wurde Toer mit Herzbeschwerden und Problemen mit seiner Diabetes-Erkrankung auf die Intensivstation des St. Carolus Krankenhauses in Jakarta eingeliefert. Nach seiner Entlassung verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und am 30. April 2006 verstarb er im Haus seiner Tochter.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Kranji-Bekasi Jatuh. 1947
  • Perburuan. („Das Gejagte/Jagdgebiet“) 1950
  • Keluarga Gerilya. 1950
  • Bukan Pasar Malam. 1951, deutsch: Mensch für Mensch. Horlemann, Bad Horlemann 1993, ISBN 3-927905-78-X
  • Cerita dari Blora. 1952, deutsch: Geschichten aus Blora.
  • Gulat di Jakarta. 1953
  • Korupsi. („Korruption“) 1954
  • Midah – Si Manis Bergigi Emas. 1954
  • Cerita Calon Arang. 1957
  • Hoakiau di Indonesia. 1960
  • Panggil Aku Kartini Saja I & II. 1962
  • Gadis Pantai. 1982, deutsch: Die Braut des Bendoro. Bastei, Bergisch-Gladbach 1996, ISBN 3-404-12587-8
  • Buru Tetralogie:
    • Bumi Manusia. 1980, deutsch Garten der Menschheit. 1984
    • Anak Semua Bangsa. 1980, deutsch: Kind aller Völker. Union, Zürich 1994, ISBN 3-293-20047-8
    • Jejak Langkah. 1985, deutsch: Spur der Schritte. Horlemann, Bad Honnef 1998
    • Rumah Kaca. 1988, deutsch: Haus aus Glas. Horlemann, Bad Honnef 2003, ISBN 3-89502-168-7
  • Arus Balik. 1995
  • Nyanyi Suni Seorang Bisu, catatan catatan dari P. Buru. 1995, deutsch: Stilles Lied eines Stummen. Aufzeichnungen aus Buru. Horlemann, Bad Honnef 2000, ISBN 3-89502-115-6
  • Arok Dedes. 1999
  • Mangir. 1999
  • Larasati. 2000
  • Jalan Praya Pos, Jalan Daendels. 2005

Literatur[Bearbeiten]

  • Antoin Aropp: Dissidence. Pramoedya Ananta Toer, itinéraire d'un écrivain révolutionnaire indonésien. Édition Kailash, Paris 2004, ISBN 2-84268-113-4.
  • Nagesh Rao (Hrsg.): Exile. Pramoedya Ananta Toer in conversation with André Vitchek and Rossie Indira. Haymarket Books, Chicago, Ill. 2006, ISBN 1-931859-28-0.

Weblinks[Bearbeiten]