Pretzschendorf
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
![]() |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Pretzschendorf | |
| Höhe: | 480 m ü. NN | |
| Fläche: | 49,91 km² | |
| Einwohner: |
4.132 (31. Dez. 2010)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 83 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 01774, 01738 (Klingenberg), 01744 (Friedersdorf, Röthenbach) | |
| Vorwahlen: | 035202 (Colmnitz, Klingenberg), 035058 (Pretzschendorf, Röthenbach), 037326 (Friedersdorf) | |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 28 290 | |
| Gemeindegliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Thomas-Müntzer-Straße 69a 01774, 01738 (Klingenberg), 01744 (Friedersdorf, Röthenbach) Pretzschendorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Kerstin Winkler (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Pretzschendorf im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | ||
Pretzschendorf ([ˈPrɛtʃendorf]) ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Die Gemeinde liegt etwa 25 Kilometer südwestlich von Dresden, 14 Kilometer südöstlich von Freiberg, 10 Kilometer westlich der Stadt Dippoldiswalde und 18 Kilometer nördlich der Grenze zur Tschechischen Republik.
Pretzschendorf liegt am Fuße des Osterzgebirges und grenzt im Norden an den Tharandter Wald, wo am Colmnitzbach, im Tännichtgrund der geografische Mittelpunkt von Sachsen zu finden ist. Der Ortsteil Klingenberg liegt an der Talsperre Klingenberg, deren Zufluss, die Wilde Weißeritz, an der Grenze des Gemeindegebietes verläuft. Das Gemeindegebiet erstreckt sich etwa elf Kilometer in Nord-Süd-Richtung und vier Kilometer in Ost-West-Richtung.
Die Gemeinde Pretzschendorf grenzt im Norden an Tharandt, im Nordosten an Dorfhain und Höckendorf, im Osten an Dippoldiswalde, im Südosten an Hartmannsdorf-Reichenau, im Südwesten an Frauenstein und im Westen an Bobritzsch.
Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 7,0 °C und 7,6 °C, der mittlere Jahresniederschlag beträgt 780 mm bis 860 mm.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Die Ortsteile von Pretzschendorf sind:
- Colmnitz mit Folge seit dem 1. Januar 1999 [2]
- Friedersdorf seit dem 1. August 1973[3]
- Klingenberg seit dem 1. Januar 1999[2]
- Pretzschendorf
- Röthenbach seit dem 1. August 1973[3]
Im Süden der Flur Friedersdorf befindet sich die Wüstung Dittersdorf. Sie hatte Anteil an den Orten Hartmannsdorf und Kleinbobritzsch.[4]
[Bearbeiten] Geschichte
Im Jahr 1337 wurde (Ober-)Pretzschendorf erstmals als Preczindorf urkundlich erwähnt. 1551 wird hier ein Rittergut genannt. Oberpretzschendorf hatte einen Ortsteil Kleinpretzschendorf. Während der Zeit der Pest in Europa starben 762 Einwohner Pretzschendorfs. 1732 wurde der Grundstein für eine neue Kirche gelegt, deren Bau mit der Fertigstellung des Kirchturms 1734 endete. Das erste Schulhaus wurde 1828 errichtet, davor existierte bereits seit 1539 ein kirchliches Schulhaus im Ort.
Als ersten Gemeindevorstand wurde, nach der Einführung der Landgemeindeordnung 1839, der Oberrichter Johann Samuel Lietscher gewählt. Im Jahr 1887 schlossen sich Ober- und Niederpretzschendorf zu Pretzschendorf zusammen.
Während des Ersten Weltkrieges verloren 83 Soldaten der Kirchgemeinde Pretzschendorf ihr Leben. Im Zweiten Weltkrieg wurden 85 Gefallene, Vermisste oder in Gefangenschaft Verstorbene registriert. Zudem wurden die 1900 geweihten Bronzeglocken 1942 eingeschmolzen.
Die bis 31. Dezember 1998 bestehende Gemeinde Pretzschendorf mit den Ortsteilen Friedersdorf, Pretzschendorf und Röthenbach wurde am 1. August 1973 durch die Eingemeindung von Friedersdorf und Röthenbach gegründet. Seit 1999 gehören die Orte Colmnitz und Klingenberg zur Gemeinde Pretzschendorf mit etwa 4.000 Einwohnern.
Die Überreste des alten Rittergutes wurden 2004 abgerissen.
[Bearbeiten] Entwicklung der Einwohnerzahl
Stand jeweils 31. Dezember
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1998 | 5.053 |
| 1999 | 4.909 |
| 2000 | 4.841 |
| 2001 | 4.724 |
| 2002 | 4.736 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 2003 | 4.586 |
| 2004 | 4.502 |
| 2005 | 4.441 |
| 2006 | 4.405 |
| 2007 | 4.349 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 2008 | 4.261 |
| 2009 | 4.166 |
| 2010 | 4.132 |
[Bearbeiten] Kultur
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Pretzschendorfer Barockkirche
- Freibad Pretzschendorf
- Talsperre Klingenberg mit Wasserwerk und Wasserkraftwerk
- Stracoland Colmnitz Erzgebirgische Erlebniswelt mit Schauwerkstatt
- Eisenbahnviadukt Colmnitz 23 m hohes und 147 m langes Wahrzeichen von Colmnitz
- Streichholzbrücke In seiner Form einmalige Brückenkonstruktion, gebaut zum Materialantransport zum Talsperrenbau
- Gedenkstein auf einer Anhöhe in Friedersdorf für sechs unbekannte KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch, vermutlich aus dem Außenlager Nossen des KZ Flossenbürg, im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden
- Grabstätte und Gedenkstein auf dem Friedhof des Ortsteiles Klingenberg für einen unbekannten französischen Häftling eines Todesmarsches
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Jedes Jahr finden unter anderem die Colmnitzer Radtouristikfahrt, das Biker- und Trikertreffen auf dem Pretzschendorfer Sportplatz, die Pretzschendorfer Markttage, der Internationale Weißeritztallauf in Röthenbach und das Pyramidenanschieben in mehreren Ortsteilen statt.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Die Landwirtschaft, früher Lebensgrundlage für die meisten Dorfbewohner, spielt noch heute eine bedeutende Rolle in der lokalen Wirtschaft neben kleinen und mittleren Handwerksbetrieben und dem Tourismus. Mit dem Bahnhof Klingenberg-Colmnitz liegt Pretzschendorf an der Sachsen-Franken-Magistrale. Außerdem verlaufen die Staatsstraßen nach Frauenstein, Freiberg, Dippoldiswalde und Grillenburg durch die Gemeinde.
Auf Gemeindegebiet befinden sich die Grundschule Pretzschendorf und die Mittelschule Klingenberg
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
- Helmut Bauer (1914–2008), Mediziner
[Bearbeiten] Personen mit Bezug zur Gemeinde
- Johann Samuel Adami (1638–1713), Theologe, Schriftsteller und Sprachforscher, starb in Pretzschendorf
[Bearbeiten] Literatur
- Richard Steche: Niederpretzschendorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 67.
[Bearbeiten] Weblinks
- Pretzschendorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Oberpretzschendorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Niederpretzschendorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Kleinpretzschendorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Informationen der Grundschule über den Ort
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
- ↑ a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ Wüstung Dittersdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
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