Pretzschendorf

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50.87277777777813.525833333333480Koordinaten: 50° 52′ 22″ N, 13° 31′ 33″ O

Pretzschendorf
Gemeinde Klingenberg
Wappen der ehemaligen Gemeinde Pretzschendorf
Höhe: 480 m ü. NN
Eingemeindung: 31. Dezember 2012
Postleitzahl: 01774
Vorwahl: 035058
Pretzschendorf (Sachsen)
Pretzschendorf

Lage von Pretzschendorf in Sachsen

Pretzschendorf ([ˈPrɛtʃendorf]) ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Klingenberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Pretzschendorf liegt etwa 25 Kilometer südwestlich von Dresden, 14 Kilometer südöstlich von Freiberg, 10 Kilometer westlich der Stadt Dippoldiswalde und 18 Kilometer nördlich der Grenze zur Tschechischen Republik.

Der Ort liegt am Fuße des Osterzgebirges und grenzt im Norden an den Tharandter Wald, wo am Colmnitzbach, im Tännichtgrund der geografische Mittelpunkt von Sachsen zu finden ist. Östlich von Pretzschendorf liegt die Talsperre Klingenberg.

Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 7,0 °C und 7,6 °C, der mittlere Jahresniederschlag beträgt 780 mm bis 860 mm.

Geschichte [Bearbeiten]

Rittergut Pretzschendorf (um 1860)
Siegelmarke der Gemeinde Pretzschendorf

Im Jahr 1337 wurde (Ober-)Pretzschendorf erstmals als Preczindorf urkundlich erwähnt. 1551 wird hier ein Rittergut genannt. Oberpretzschendorf hatte einen Ortsteil Kleinpretzschendorf. Während der Zeit der Pest in Europa starben 762 Einwohner Pretzschendorfs. 1732 wurde der Grundstein für eine neue Kirche gelegt, deren Bau mit der Fertigstellung des Kirchturms 1734 endete. Das erste Schulhaus wurde 1828 errichtet, davor existierte bereits seit 1539 ein kirchliches Schulhaus im Ort.

Als ersten Gemeindevorstand wurde, nach der Einführung der Landgemeindeordnung 1839, der Oberrichter Johann Samuel Lietscher gewählt. Im Jahr 1887 schlossen sich Ober- und Niederpretzschendorf zu Pretzschendorf zusammen.

Während des Ersten Weltkrieges verloren 83 Soldaten der Kirchgemeinde Pretzschendorf ihr Leben. Im Zweiten Weltkrieg wurden 85 Gefallene, Vermisste oder in Gefangenschaft Verstorbene registriert. Zudem wurden die 1900 geweihten Bronzeglocken 1942 eingeschmolzen.

Die bis 31. Dezember 1998 bestehende Gemeinde Pretzschendorf mit den Ortsteilen Friedersdorf, Pretzschendorf und Röthenbach wurde am 1. August 1973 durch die Eingemeindung von Friedersdorf und Röthenbach gegründet. Seit 1999 gehören die Orte Colmnitz und Klingenberg zur Gemeinde Pretzschendorf mit etwa 4.000 Einwohnern.

Die Überreste des alten Rittergutes wurden 2004 abgerissen. Am 31. Dezember 2012 erfolgte der Zusammenschluss von Pretzschendorf und Höckendorf zur Gemeinde Klingenberg. Zuvor bestand die Gemeinde Pretzschendorf aus dem Ortsteilen Colmnitz mit Folge seit dem 1. Januar 1999 [1], Friedersdorf seit dem 1. August 1973[2], Klingenberg seit dem 1. Januar 1999[1], Pretzschendorf und Röthenbach seit dem 1. August 1973[2]

Entwicklung der Einwohnerzahl [Bearbeiten]

Stand jeweils 31. Dezember

Jahr Einwohner
1998 5.053
1999 4.909
2000 4.841
2001 4.724
2002 4.736
Jahr Einwohner
2003 4.586
2004 4.502
2005 4.441
2006 4.405
2007 4.349
Jahr Einwohner
2008 4.261
2009 4.166
2010 4.132
2011 4.069[3]

Politik [Bearbeiten]

Der letzte Gemeinderat wurde in der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt. Er setzte sich aus der Bürgermeisterin und 18 Gemeinderäten zusammen. Letzte Bürgermeisterin von Pretzschendorf war Kerstin Winkler (CDU), die zuletzt am 7. Juni 2009 mit 85,4 Prozent der Stimmen gewählt wurde.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

  • Pretzschendorfer Barockkirche
  • Freibad Pretzschendorf

Jedes Jahr finden das Biker- und Trikertreffen auf dem Pretzschendorfer Sportplatz und die Pretzschendorfer Markttage statt.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Die Landwirtschaft, früher Lebensgrundlage für die meisten Dorfbewohner, spielt noch heute eine bedeutende Rolle in der lokalen Wirtschaft neben kleinen und mittleren Handwerksbetrieben und dem Tourismus. In Pretzschendorf befindet sich eine Grundschule.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

  • Johann Samuel Adami (1638–1713), Theologe, Schriftsteller und Sprachforscher, starb in Pretzschendorf

Literatur [Bearbeiten]

  • Richard Steche: Niederpretzschendorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 67.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Pretzschendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  2. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (PDF; 63 kB)
  4. Gewählte Bürgermeister und Amtsverweser am 30. Juni 2012 im Freistaat Sachsen nach Kreisen und ihrer Rechtsstellung (PDF-Datei; 46,5 KB)