Psychologische Kriegsführung

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Collage aus verschiedenen PSYOP-Methoden
Funkspruch anlibysche Truppen, Internationaler Militäreinsatz in Libyen 2011

Der Ausdruck Psychologische Kriegsführung (aus dem Englischen oft auch psychological operations (PSYOP)) bezeichnet im Militärwesen und der Kriegsführung alle Methoden und Maßnahmen zur Beeinflussung des Verhaltens und der Einstellungen von gegnerischen Streitkräften sowie fremder Zivilbevölkerungen im Rahmen oder im Vorfeld militärischer Operationen.

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff „Psychologische Kriegsführung“ gilt als problematisch und anstößig. Der Einsatz von Militärmacht erstreckt sich zunehmend nicht mehr auf die Ebene des lokalen kriegerischen Konfliktes, sondern er globalisiert sich durch die Massenmedien. Häufig operiert man daher mit euphemistischen Begriffen wie „Befriedung“ oder „Stabilisierung“ in Spannungs- oder Konfliktgebieten (z. B. UN-Friedensmissionen), und bemüht sich, die bislang unverhüllte Terminologie entsprechend zu wandeln.

Im NATO-Sprachgebrauch hat sich der Begriff „Psychological Operations“ (PSYOP) durchgesetzt, als Paralleldisziplin zu MEDIAOPS (Media Operations), worunter im zivilen Sprachgebrauch Public Relations/Medienarbeit zu verstehen ist. PSYOPS und MEDIAOPS sind Teilgebiete von INFOOPS (Informational Operations).

Diesen begrifflichen Unterschieden und hierarchischen Zuordnungen entsprechen Entscheidungs- und Befehlswege. Die Deutsche Bundeswehr hat als spezifische Form bzw. Doktrin der Psychologischen Kriegsführung die Operative Information (OPINFO) entwickelt, was die NATO-Terminologie in gewisser Weise zusammenfasst.

Geschichte[Bearbeiten]

Deutsche Kriegskinematografen an der Westfront, 1917

Erstmals entwickelt und in vollem Umfang angewandt wurde die Psychologische Kriegsführung im Mittelalter in der mongolischen Kriegsführung.

Im Zweiten Weltkrieg setzten sowohl die Achsenmächte als auch Alliierte auf die Psychologische Kriegsführung.

Methoden[Bearbeiten]

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Klassische Methoden bzw. Medien der Psychologischen Kriegführung sind das Verteilen von Handzetteln, das Verbringen von Flugblättern per Flugzeug, Ballon, Granate oder Rakete, Lautsprecheraufrufe oder Hörfunksender. Dabei nutzt man die Erkenntnisse der modernen Werbepsychologie: Flugblätter wurden etwa im Zweiten Weltkrieg auch im Stil der jeweiligen Landeswährung gefertigt und waren auf den ersten Blick kaum von einem auf der Straße liegenden Geldschein zu unterscheiden.

Darüber hinaus gibt es die Methoden der Streuung von Gerüchten, des gezielten Rufmordes, der Etablierung von entsprechend geschulten und instruierten Lehrkräften in Schulen, Hochschulen, Universitäten und Verwaltungsschulen, ideologische Infiltrierung von Religionsgemeinschaften, verdeckte Förderung von Kriminalität (Ablenkungsterror), gezielte und kaum verheimlichte Bespitzelung zwecks Verunsicherung und sozialer Zersetzung, ungerechtfertigte, zersetzende Kritik durch vermeintliche, gezielt etablierte, aber scheinbar nur "rein zufällig" bekanntgewordene "Freunde", Einsatz von Ablenkungsmanövern aller Art (mittels Etablierung von "Aufregungs-Themen" (z. B. "Ansiedlung von Wölfen in Mitteldeutschland"), Schaffung von gesetzlichen und allgemeinen Rahmenbedingungen, die den Einzelnen in eine chronische Überlastungs- und Überforderungssituation bringen und damit mittel- und langfristig zermürbend wirken (z.B. mittels Propagierung nicht gleich auf den ersten Blick als unsinnig zu erkennender Ziele, wie z.B. der "mobilen Gesellschaft" mit täglich kilometerweiten Arbeitswegen, Zeitverlusten im Stau, Einkommensschmälerung durch Beförderungskosten und künstlich per repressivem Baurecht in die Höhe getriebene Mieten und Kosten für Wohnraum - zusammenfassend als Strategie der "Zermürbung und Demoralisierung durch gezieltes Abschmelzen der strategischen Reserven des Gegners" bezeichnet), Geschichtsfälschung, Einschüchterung per Strafbewährung gegen bestimmte Meinungsäußerungen, Freiheitsentzug, "gesetzliche" Einschränkung der Freizügigkeit, Erhebung offensichtlichen Unrechtes zum "Gesetz", Willkürakte, Ungleichbehandlung vor Gericht und bei Behörden, Androhung und tatsächliche Wegnahme von Kindern im Falle ausbleibenden Wohlverhaltens, Geiselnahme, Verschleppung, Androhung und Anwendung von Folter, Frieren-, Durchnässen-, Hungern- und Durstenlassen, Deprivation, z.B. weitestgehende Ausblendung der eigenen Kultur eines Volkes in den Massenmedien (durch Abspielen (fast oder gänzlich) ausschließlich ausländischer Titel, Sendung von informationell und kulturell wertlosen Zeitvertreib-Produktionen in Rundfunk, Fernsehen und anderen Massenmedien) gezielte Schaffung von Arbeitslosigkeit (= Einschüchterung und ideologische Zersetzung mittels sozialer und kultureller Destabilisierung), gewaltsame Durchsetzung offensichtlichen Unrechtes durch Besatzungsmacht, feindlich etablierte "Justiz" und "Behörden" zwecks Einschüchterung der Bevölkerung, Manipulation von Trinkwasser, Nahrung, Medikamenten, gezielte Verführung/Abwerbung von Ehepartnern, gezielte Vergewaltigung, zentral organisiertes Mobbing, kulturelle Verwirrung mittels manipulierten Kritiken und gezielten Verrissen u.v.a.m. - alles sowohl in offensichtlichen, d.h. erklärten Kriegszeiten, wie auch in (gegenüber den Opfern als "Frieden" getarnten) Zeiten verdeckten, unerklärten, schleichenden Krieges, wie er seit ca. 100 Jahren weltweit immer häufiger vorkommt.

Auch der unmittelbare Einsatz militärischer Mittel kann Elemente Psychologischer Kriegsführung enthalten. So können Manöver nahe dem Hoheitsgebiet eines potenziellen Gegners dessen Kampfeswillen schwächen oder Überfälle im Hinterland zur Verunsicherung gegnerischer Truppen führen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Linebarger: Psychological Warfare. Ayer, 1972. ISBN 978-0-405-04755-8
  • Günther Wirth: Krieg vor dem Kriege. Streiflichter auf Inhalt und Methoden der psychologischen Kriegführung des Imperialismus, Berlin, Union Verlag 1978
  • Andreas Elter: Die Kriegsverkäufer. Geschichte der US-Propaganda 1917-2005. Frankfurt am Main: Suhrkamp. ISBN 3-518-12415-3
  • John R. Mac Arthur (1993): Die Schlacht der Lügen. Wie die USA den Golfkrieg verkauften. München: Deutscher Taschenbuchverlag. ISBN 3-423-30352-2
  • Gert Sommer/Albert Fuchs (2004): Krieg und Frieden. Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie. Weinheim/Basel/Berlin: Beltz-Verlag ISBN 3-621-27536-3
  • Anne Morelli: Die Prinzipien der Kriegspropaganda. zu Klampem Verlag, Springer 2004, ISBN 3-934920-43-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Psychological warfare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Ellic Howe: Uranias Kinder. Beltz Athenäum 1995.