RC Paris

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Das Logo des RC Paris

Der Racing Club de Paris (oder kurz RC Paris) ist einer der traditionsreichsten französischen Fußballvereine aus der Landeshauptstadt. Er hat heute seinen Sitz in Colombes (Département Hauts-de-Seine, Ordnungszahl: 92) in der Pariser Banlieue und nennt sich seit 2005 Racing Club de France Football 92 bzw. kurz Racing CFF 92. Die Fußballer sind Teil des polysportiven Vereins Racing Club de France.

Die Vereinsfarben sind Himmelblau und Weiß; die Ligamannschaft spielt derzeit im Stade Lucien-Choine, einer Nebenanlage des Stade Olympique Yves-du-Manoir, das eine Kapazität von 7.000 Plätzen aufweist. Von 2009 bis 2012 waren die „Pinguine“ – dies der seit den 1930ern geläufige Spitzname des Klubs bei Anhängern und Medien – eine Spielgemeinschaft mit dem FC Levallois eingegangen. Seither treten sie unter dem Namen Racing Club de France Colombes 92 wieder alleine an.

Geschichte und Namensänderungen[Bearbeiten]

Gegründet wurde RC Paris 1882 unter dem Namen Racing Club de France; die Fußballabteilung kam 1896 dazu. Damit zählt er neben Le Havre AC, Standard AC Paris und anderen zu den ältesten Fußballklubs Frankreichs. Mit Einführung des professionellen Fußballs (1932) benannte der Verein sich unter seinem Präsidenten Jean-Bernard Lévy in Racing Club de Paris um; zu Beginn der Spielzeit 1966/67 fusionierte Racing mit dem CS Sedan, nannte sich Racing Club Paris-Sedan und nach Auflösung dieses einjährigen Zusammenschlusses wieder Racing Club de France.

Ab 1983 folgten weitere Umbenennungen: 1983 (Fusion mit Paris FC) wieder RC Paris, 1984 (zwecks Umgehung des in Frankreich noch existierenden Werbeverbots) Matra Racing, 1991 (nach Rückkehr in das Amateurlager) Racing 92, 1995 Racing Club de France 92, von 1999 bis 2005 unter Racing Club de Paris und seither als Racing Club de France 92.

Racing war dem ältesten und größten der französischen Verbände, der USFSA, beigetreten (siehe Fußball in Frankreich#Anfangsjahre), an dessen nationalem Spielbetrieb der Verein seit 1897 teilnahm. 1907 wurden die Pinguine dessen Titelträger, zudem 1902, 1903, 1908 und 1911 Vizemeister.

Die erste Endspielteilnahme schaffte der Meister der Pariser Liga 1902, zog darin aber gegen einen anderen Traditionsverein des französischen Fußballs, den Racing Club Roubaix, mit 3:4 den Kürzeren. Das Siegtor der Mannschaft aus dem nördlichen Kohlerevier fiel in der 175. Spielminute – seinerzeit wurde, wie in Deutschland, auch in Frankreich noch durchgespielt, bis ein Sieger feststand.

Als in Frankreich 1932 eine einheitliche professionelle Liga eingeführt wurde, gehörte Racing ihr selbstverständlich an und blieb bis 1953 auch darin – wobei zwischen 1940 und 1944 Frankreich in eine von Deutschland besetzte Zone und das formal unabhängige Rest-Frankreich aufgeteilt war, also kein Meister für das ganze Land ermittelt wurde.

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten]

Profistatus hat der RC 1932-1966 und 1983-1990 besessen. Erstklassig (Division 1, seit 2002 in Ligue 1 umbenannt) spielte der Klub 1932-1943, 1944-1953, 1954-1964, 1984/85 und 1986-1990. Seither pendelt er zwischen Dritt- und Viertklassigkeit. Aktuell (2013/14) tritt er in der sechstklassigen Division d’Honneur, der dritthöchsten Amateurliga des Landes, an.

Logohistorie[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

Bedeutende Personen in der Vergangenheit[Bearbeiten]

Andere Sportarten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Racing Métro 92

Heutzutage ist der Racing Club im Rugby erfolgreicher als im Fußball: die Männermannschaft, die 2001 mit der US Métropolitaine zu Racing Métro 92 fusionierte, spielt 2011/12 in der höchsten französischen Liga.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999 – Band 1 (A-Mo) ISBN 2-913146-01-5, Band 2 (Mu-W) ISBN 2-913146-02-3
  • Jean Cornu: Les grandes équipes françaises de football. Famot, Genève 1978
  • Günter Rohrbacher-List: Jean Bernard-Lévy – der Fußballverrückte von Paris., in: Dietrich Schulze-Marmeling (Hg.): Davidstern und Lederball. Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball. Die Werkstatt, Göttingen 2003 ISBN 3-89533-407-3

Weblinks[Bearbeiten]