Rand-Wollschwanzhase

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Rand-Wollschwanzhase
Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Gattung: Rotkaninchen (Pronolagus)
Art: Rand-Wollschwanzhase
Wissenschaftlicher Name
Pronolagus randensis
Jameson, 1907

Der Rand-Wollschwanzhase (Pronolagus randensis) ist eine Art der afrikanischen Rotkaninchen innerhalb der Hasenartigen. Sein Verbreitungsgebiet ist auf den Süden Afrikas beschränkt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die drei Arten der Rotkaninchen unterscheiden sich nur gering voneinander und auch die Systematik ist noch nicht vollständig geklärt. Kennzeichnend gegenüber anderen Hasen in Afrika sind die rotbraune bis braune Färbung, die auch den Schwanz mit einschließt, sowie die vergleichsweise kurzen Ohren der Tiere. Der Natal-Wollschwanzhase ist dabei die größte Art der Rotkaninchen, unterschieden werden die drei Arten jedoch nur aufgrund von geringen Unterschieden der Fellfärbung und der Schädelmaße.[1]

Die Körperlänge des Hasen beträgt wie die der verwandten Arten je nach Quelle 35 bis 50 oder 38 bis 56 Zentimeter, der Schwanz ist 5 bis 10 bzw. 3,5 bis 13,5 Zentimeter lang. Die Ohren haben eine Länge von 6 bis 10 Zentimeter und die Hinterfüße von 7,5 bis 10 Zentimeter. Das Körpergewicht liegt bei 2 bis 2,5 bzw. 1,35 bis 3,05 Kilogramm.[2]

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Rand-Wollschwanzhasen

Das Verbreitungsgebiet des Rand-Wollschwanzhasen besteht aus zwei voneinander getrennten Gebieten im Süden des afrikanischen Kontinents. Das östliche reicht vom nordöstlichen Südafrika vom Fluss Vaal über die ehemalige Provinz Transvaal sowie Teile von Botswana und Simbabwe bis in das südliche Mosambik, eine davon getrennte Population lebt in einem Gebiet vom westlichen Angola bis in das zentrale Namibia.[3][1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Der Rand-Wollschwanzhase kommt in steinigen Gebieten mit strauchiger Vegetation in Berg- und Gebirgsregionen vor. Wie alle Rotkaninchen ist er vorwiegend nachtaktiv und ruht tagsüber in Felshöhlen.[1]

Der Natal-Wollschwanzhase ernährt sich vorwiegend von jungen, sprießenden Gräsern. Die Fortpflanzungszeit reicht über das gesamte Jahr, wobei die Weibchen je ein bis zwei Jungtiere pro Wurf zur Welt bringen.[3]

Systematik[Bearbeiten]

Der Rand-Wollschwanzhase wird als eigenständige Art den Rotkaninchen (Gattung Pronolagus) zugeordnet.[4]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Der Rand-Wollschwanzhase wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als nicht gefährdet (least concern) eingestuft.[3]

Aufgrund der begrenzten, natürlichen Verfügbarkeit des von den Tieren bevorzugten Habitats kommt es in ihrem Verbreitungsgebiet bereits zu einer starken Fragmentation der Populationen. Eine weitere Veränderung des Habitats erfolgte durch die zunehmende Bepflanzung der Lebensräume mit Kiefern- und Eucalyptus-Plantagen. Auf diese Weise gingen die Lebensräume seit 1900 zwischen 21 und 50 % zurück, Prognosen gehen von einem weiteren Lebensraumverlust von mehr als 20 % bis 2100 aus.[3] Wollschwanzhasen sind zudem eine beliebte Jagdbeute – sowohl für den Jagdsport, als auch für die Nahrungsversorgung.[3]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c A.G. Duthie, T.J. Robinson: The African Rabbits In: Joseph A. Chapman, John E. C. Flux (Hrsg.): Rabbits, Hares and Pikas. Status Survey and Conservation Action Plan. (PDF; 11,3 MB) International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), Gland 1990; S. S. 124-127. ISBN 2-8317-0019-1.
  2. Pronolagus randensis auf der Homepage „Gateway to Wildpro“. Abgerufen am 29. Juni 2012.
  3. a b c d e Pronolagus randensis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: C. Matthee, K. Collins, M. Keith, 2008. Abgerufen am 5. Juli 2012
  4. Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Pronolagus randensis in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pronolagus randensis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Pronolagus randensis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: C. Matthee, K. Collins, M. Keith, 2008. Abgerufen am 5. Juli 2012