Richard Chamberlain

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Richard Chamberlain, 1982

George Richard Chamberlain [ˈtʃɛimbɘlɪn][1] (* 31. März 1934 in Los Angeles) ist ein US-amerikanischer Schauspieler und ehemaliger Sänger.

Leben[Bearbeiten]

Richard Chamberlain begann sich erst gegen Ende seines Kunststudiums am Pomona College, Kalifornien, USA, für das Theater zu interessieren. Seine ersten Versuche auf einer Studentenbühne wurden allerdings 1956 durch seine Einberufung zum Wehrdienst nach Ostasien unterbrochen. Zwei Jahre später kehrte er als Sergeant in die USA zurück.

Nach der Rückkehr widmete er sich zunächst wieder der Malerei, nahm aber nebenbei Gesangs- und Schauspielunterricht. Nach kleineren Rollen in Serien und Filmen bekam er 1961 die Rolle des Dr. Kildare in der gleichnamigen Fernsehserie. Zur gleichen Zeit startete er auch eine kurzlebige Gesangskarriere, die ihm unter anderem die Hits Theme From Dr. Kildare (Three Stars Will Shine Tonight) (1962, USA # 10) und All I Have To Do Is Dream (1963, USA # 14) einbrachte. Die Single Blue Guitar (1963, USA # 42) enthält auf der B-Seite das Original des Carpenters-Welthits (They Long To Be) Close To You.

Mit 33 Jahren ging er 1968 nach England und nahm dort wieder Schauspielunterricht. In Birmingham stand er unter anderem als Hamlet auf der Bühne. Diese Rolle brachte ihm große Anerkennung bei den britischen Theaterkritikern und machte ihn zu einem ernstzunehmenden Schauspieler. Zusammen mit Ken Russell drehte er 1970 Tschaikowsky – Genie und Wahnsinn und mit Richard Lester 1973 Die drei Musketiere und 1974 die Fortsetzung Die vier Musketiere – Die Rache der Mylady. 1975 spielte er in England neben Gemma Craven in dem populären Musicalfilm Cinderellas silberner Schuh (The Slipper and the Rose).

Nach seiner Rückkehr in die USA spielte er Theater am Broadway und trat in verschiedenen Fernsehrollen auf. Er drehte 1974 Flammendes Inferno und Der Graf von Monte Christo, wobei er in letztgenanntem Film an der Seite unter anderem von Tony Curtis auftrat. Anschließend wurde es einige Jahre ruhig um Chamberlain. Im Jahr 1980 spielte er die Hauptrolle in Shogun. Danach folgte 1983 Die Dornenvögel mit Chamberlain in der Rolle des Pater de Bricassart. Für diese Rolle bekam er den Golden Globe, wie auch schon zuvor für seine Rollen in Shogun und Dr. Kildare. Im Jahr 1995 übernahm er erneut die Rolle des Ralph de Bricassart in der Fortsetzung Dornenvögel – Die verlorenen Jahre. Seit Anfang 2000 trat Richard Chamberlain überwiegend in Gastrollen in britischen und amerikanischen Fernsehserien auf, so z.B. Hustle (2006), Nip/Tuck (2006), Desperate Housewives (2007), Leverage (2010), Chuck (2010) und zuletzt in Brothers and Sisters (2010/11).

Neben seinen Engagements im Fernsehen zog es Chamberlain auch immer wieder auf die Bühne zurück. So spielte er 1993 den Henry Higgins in My Fair Lady am Broadway und in einer US-Tour. In den Jahren 1995/96 tourte diese Show durch Europa, wo Chamberlain wiederum als Henry Higgins in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz auftrat. 1999/2000 trat er als Captain von Trapp in dem US-Musical The Sound of Music auf, 2005 folgte eine weitere Musical-Tour als Ebenezer Scrooge im gleichnamigen Musical. 2006 war er als König in The King and I auf Hawaii zu sehen. Sein bisher letzter großer Musical-Auftritt fand im Jahr 2009 statt, wo er unter großem Applaus als King Arthur drei Monate lang mit Spamalot durch die USA tourte.

Neben den Auftritten in Musicals spielte Chamberlain auch immer wieder klassisches Theater, so z. B. beim Berkshire Theaterfestival 2000 (Shadow of Greatness), 2003 (Stillborn Lover) und 2005 (Portrait of a Young Artist).

Familie[Bearbeiten]

Chamberlain lebte viele Jahre zurückgezogen mit seinem langjährigen Lebensgefährten Martin Rabbett auf Hawaii zusammen. Rabbett war auch als Agent, Produzent und Regisseur für Chamberlain tätig. Nach einem Artikel in der französischen Frauenzeitschrift Nous Deux im Dezember 1989 wurde bekannt, dass Chamberlain homosexuell ist. In einem Interview 1991 sprach er erstmals selbst darüber und sagte: „Ich habe das Versteckspiel satt.“[2] Im Jahre 2003 erschien seine Biografie Shattered Love, in der er auch ausführlich sein homosexuelles Leben und die Gründe seines langjährigen Doppellebens ansprach. Er beschreibt darin das Gefühl, er müsse seine sexuelle Identität verstecken, um eine Karriere als Schauspieler haben zu können. Daraufhin wurde er von den Medien ein zweites Mal in den Schlagzeilen „geoutet“.[3] Anfang 2010 hat Chamberlain Hawaii den Rücken gekehrt und ist wieder nach Los Angeles zurückgezogen, um seine aktive Karriere als Schauspieler wieder aufzunehmen.

Chamberlains Vater, Charles („Chuck“), war ein bekannter Circuit Sprecher bei den Anonymen Alkoholikern und verstarb 1984. Seine Mutter war Elsa Matthews. Er hat einen sechs Jahre älteren Bruder namens William.

Filmografie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Richard Chamberlain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://de.forvo.com/word/chamberlain/#en
  2. Axel Schock, Karen-Susan Fessel: OUT! - 800 berühmte Lesben, Schwule und Bisexuelle. Querverlag, Berlin 2004. ISBN 3-89656-111-1
  3. Richard Chamberlain: Ja, ich bin schwul! in: Berliner Kurier, 25. November 2007