Twin Peaks

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Twin Peaks (Begriffsklärung) aufgeführt.
Das Geheimnis von Twin Peaks
Originaltitel Twin Peaks
Twinpeaks-logo.svg
Genre Drama, Mystery, Horror, Krimi, Soap Opera
Fernsehserie
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1990–1991
Produktions-
unternehmen
Lynch/Frost Productions
Propaganda Films
Spelling Television
Länge 47 Minuten
Pilotfilm und Episode 8 dauern jeweils 94 Minuten
Episoden Pilotfilm + 29 Episoden in 2 Staffeln
Titelmusik Falling von Julee Cruise
Produktion David Lynch
Mark Frost
Gregg Fienberg
Idee David Lynch
Mark Frost
Musik Angelo Badalamenti
Erstausstrahlung 8. April 1990 (USA) auf ABC
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
10. September 1991 auf RTL plus
Besetzung

Twin Peaks (Alternativtitel: Das Geheimnis von Twin Peaks) ist eine US-amerikanische Fernsehserie aus den Jahren 1990 und 1991, entwickelt von David Lynch und Mark Frost. Sie lässt sich den Genres Kriminalfilm, Mystery- und Horrorfilm zuordnen, enthält aber auch Elemente einer klassischen Seifenoper. Während der Ermittlungen an einem Mordfall wird ein Labyrinth aus Sex, Drogen und Gewalt aufgedeckt, das sich hinter der idyllischen Fassade der Kleinstadt Twin Peaks verbirgt.

Die erste Folge wurde von dem US-amerikanischen Fernsehsender ABC am 8. April 1990 ausgestrahlt, die erste deutsche Synchronfassung am 10. September 1991 auf RTL plus. Die Serie besteht aus einem Pilotfilm und 29 Episoden, ein im Nachhinein gedrehtes Prequel mit dem Titel Twin Peaks – Der Film feierte am 16. Mai 1992 Premiere.

Die Kritiker lobten vor allem die erste Staffel, die das US-amerikanische Fernsehen tief prägend verändert und mit Witz und Humor gepunktet habe. Twin Peaks wurde unter anderem mit drei Golden Globes und zwei Emmys ausgezeichnet. Auf der Website Metacritic.com, welche Kritiken von verschiedenen Redaktionen zusammenfasst, liegt der Metascore der ersten Staffel bei 96 Prozent (Stand: August 2013).[1]

Inhalt[Bearbeiten]

Leitthema der ersten Staffel und ersten Hälfte der zweiten Staffel ist die Aufklärung des Mordes an Laura Palmer, geführt durch den FBI-Agenten Dale Cooper (gespielt von Kyle MacLachlan). Im Zuge der Ermittlungen kommen die Abgründe des idyllisch scheinenden Kleinstadtlebens zum Vorschein. Dabei verstehen es die Macher, Plots US-amerikanischer Kriminalserien mit ironisch-überhöhten Stilmitteln der Seifenoper zu mischen und außerdem zahlreiche surreale und mystische Elemente einzuweben. Die Untersuchung findet in Episode 16 mit der Überführung und dem Freitod des Mörders, Laura Palmers Vater Leland, ihren Abschluss. Der wahre Täter, ein dämonenartiger Killer namens BOB, der in der Lage ist, Menschen körperlich zu übernehmen und zu steuern, kann jedoch nicht vernichtet werden.

Die restliche zweite Staffel, die sich nahtlos an die Palmer-Ermittlung anschließt, dreht sich um die Suche nach Coopers ehemaligem FBI-Kollegen und Mentor Windom Earl. Cooper hatte einst eine Affäre mit Earls Ehefrau, die als Zeugin in einem Gerichtsprozess auftreten sollte und für den Zeitraum bis zur Verhandlung unter Coopers Schutz gestellt wurde. Earl ermordete seine Frau im Wahn und wurde dafür in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert. Seitdem herrscht Feindschaft zwischen Earl und Cooper. Earl gelingt die Flucht nach Twin Peaks, wo er Cooper ein aus der Ferne geführtes Schachspiel aufzwingt, bei dem für jede geschlagene Figur ein Mensch sein Leben verliert. Während Cooper und seine Helfer des Sheriffbüros fieberhaft nach einer Spur des flüchtigen Ex-Polizisten suchen, finden sie heraus, dass Windom Earls eigentliches Ziel die Suche nach der sogenannten Schwarzen Hütte ist. Dieser mystische Ort in den Wäldern von Twin Peaks gilt als Sammelpunkt des Bösen, von dem aus beispielsweise auch der böse Geist BOB die Stadt bedroht. Earl hofft, mit Hilfe der Schwarzen Hütte große Macht zu erlangen. Nachdem Earl Coopers neue Liebe Annie Blackburn entführt hat, folgt ihm Cooper schließlich in die Schwarze Hütte. Dort kann er Earl töten und erhält Einblick in die Natur des Ortes. Cooper kann die Schwarze Hütte zusammen mit Annie wieder verlassen, zurück in Twin Peaks stellt sich jedoch heraus, dass BOB nun von Cooper Besitz ergriffen hat. An dieser Stelle endet die Serie mit einem offenen Schluss.

Produktionsprozess[Bearbeiten]

David Lynch und Mark Frost trafen sich 1986 auf Initiative von Tony Krantz, der beide Autoren mit seiner Creative Artists Agency (CAA) vertrat. Erste gemeinsame Projekte entstanden: Drehbücher wie Goddess oder One Saliva Bubble (1987) fanden jedoch keinen Abnehmer. Krantz schlug beiden daraufhin vor, sich gemeinsam an einer Fernsehserie zu versuchen. Er sah darin die Chance, Frosts Erfahrung von Polizeirevier Hill Street mit Lynchs visionärem Querdenken zu verbinden.[2] Nach anfänglicher Skepsis setzten sich beide zusammen und entwickelten ein Drehbuch mit dem Titel The Lemurians für den Pilotfilm einer Serie um ein paar Detektive, die gegen Außerirdische kämpfen müssen, die sich unter die Erdbevölkerung geschlichen haben. Der Sender NBC, Frosts Arbeitgeber, lehnte das Skript ab.[2] Daraufhin machten sich beide an die Arbeit ein neues Drehbuch zu verfassen: Northwest Passage. Dem Projekt lag die Idee zugrunde, in einer Soap Opera einen Mord passieren zu lassen, auf den anschließend der gesamte Inhalt aufbaut. Handlungsort sollte eine Kleinstadt im Norden der USA sein. Um sich besser zurechtzufinden, entwarf Frost eine Karte der Stadt und ihrer Umgebung. Dabei lag die Stadt zwischen zwei Bergen und die Autoren benannten ihr Projekt in Twin Peaks (Zwillingsgipfel) um.[3] Nach drei Monaten fruchtbarer Diskussion schrieben Lynch und Frost das Drehbuch für den Pilotfilm in zehn Tagen.[4] Der Fernsehsender ABC zeigte sich bereit, den Pilotfilm zu finanzieren, und ließ dabei den Schöpfern den nötigen Freiraum.

Den passenden Drehort fand man 50 Kilometer östlich von Seattle in Snoqualmie und North Bend. Sie boten den von den Autoren vorgesehenen See mit einem Wasserfall und zwei schneebedeckte Berge am Horizont, den Mount Si und den Little Si.[5] Unter der Regie von Lynch wurden dort im März 1989 die Außenaufnahmen gemacht, die Innenszenen entstanden im San Fernando Valley in den City-Studios. „In 21 Drehtagen war die Sache im Kasten […] Den Verantwortlichen bei ABC gefiel meine Arbeit, aber gleichzeitig hatten sie Angst“, erinnert sich Lynch.[5]

Im Mai 1989 gab es eine Vorführung für internationale Programmeinkäufer, die zu einem großen Erfolg wurde: Twin Peaks wurde später in 55 Länder verkauft.[6] ABC gab eine provisorische Reihe von sieben Folgen in Auftrag.

Im September 1989 wurde der Pilotfilm auf dem Filmfestival in Telluride in Colorado offiziell uraufgeführt. Die Kritiken fielen positiv bis lobend aus, trotzdem befürchtete der Sender, eine Serie für bloße Filmliebhaber produziert zu haben.[7] Als um 21 Uhr am 8. April 1990 der Film schließlich im US-amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, wurde klar, dass man einen Hit gelandet hatte: 35 Millionen Zuschauer verfolgten den Pilot, was einem Anteil von 33 Prozent entsprach.[7]

Nach diesem anfänglichen Hoch wurden Mark Frost und David Lynch vom Sender ABC im Mai 1990 mit der Produktion einer weiteren Staffel bestehend aus einem zweiten Pilotfilm und zwölf Folgen beauftragt.[8]

Dabei drängte der Sender Lynch und Frost: „Ihr müsst den Mörder von Laura Palmer enthüllen.“[3] Beide hatten jedoch vor, den Mörder nie zu entlarven. Nach der Enthüllung verlor die Serie mehr und mehr Zuschauer. Dieser Eingriff des Senders änderte das Skript und den geplanten Serienverlauf massiv. Dies schlug sich hauptsächlich in dramaturgischen Aspekten nieder, so dass auch der am weiteren Verlauf der Serie interessierte Publikumskern durch die Anhäufung von Mystery-Aspekten und einen dem bisherigen Serienverlauf nicht entsprechenden Tiefegrad des Stoffes überfordert wurde. Der teils für die dritte Staffel vorgesehene Stoff musste – soweit vorhanden – von Mark Frost in das Skript der zweiten Staffel eingearbeitet werden, da die Produktion am Ende der zweiten Staffel eingestellt wurde. Mark Frost arbeitete seine jahrelange, aber zuletzt durch die Einstellung der Serie gehemmte Beschäftigung mit dem Twin-Peaks-Stoff in seinem Buch Sieben auf.

Ausstrahlung[Bearbeiten]

Der große Erfolg in Deutschland blieb vielleicht nicht zuletzt deshalb aus, weil RTL plus die Serie freitags um 21:15 Uhr ausstrahlte, eine Zeit mit traditionell geringen Quoten bei der Hauptzielgruppe der Serie. Zusätzlich verriet der Konkurrenzsender Sat.1 den Namen von Laura Palmers Mörder auf der Startseite (100) seines Videotext-Angebots.[9] RTL plus zeigte nur die ersten 21 Folgen der Serie, die letzten Folgen wurden in Deutschland von Tele 5 nachgereicht.[10] Trotzdem konnte die Ausstrahlung der Serie in Deutschland einen gewissen Beitrag zu deren Entwicklung leisten, denn bei der Wiederholung von Twin Peaks im US-Kabelfernsehen übernahm man die deutschen Episodentitel und übersetzte sie ins Englische.

Vom 19. April bis zum 28. Juni 2011 wurde die Serie auf dem Sender ARTE ausgestrahlt.[11]

Kyle MacLachlan (Special Agent Dale Cooper) bei der Emmy-Verleihung 1991

Einfluss[Bearbeiten]

Twin Peaks kann als Vorläufer der Serie Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI (USA, 1993–2002) angesehen werden, die wiederum einen Boom von Mystery-Serien in den 1990er Jahren hervorrief. Der damalige Hauptdarsteller David Duchovny spielte bereits bei Twin Peaks mit.

Zahlreiche weitere Formate wurden durch Twin Peaks beeinflusst. Die Häufung skurriler Charaktere und deren groteske Handlungsläufe sind auch in Ally McBeal und Ausgerechnet Alaska zu sehen. In der Struktur der Dramatik erinnern 24 und Murder One an den Fernsehklassiker. Über Stunden wird einerseits eine Haupthandlung verfolgt; zugleich werden neue Sub-Plots, die deutlich mit den Erwartungen der Zuschauer spielen und sie nur zum Teil erfüllen, eingeführt und bald wieder abgeschlossen. Jede einzelne Folge enthält die Handlung eines vorgegebenen Zeitfensters (24 je eine Stunde, Murder One und Twin Peaks je einen Tag). Zudem wurden und werden Elemente von Twin Peaks in zahlreichen anderen Filmen und TV-Serien zitiert, beispielsweise bei den Simpsons (in gleich mehreren Folgen der Zeichentrickserie). Die belgische Serie Stille Waters (2001) teilt ebenfalls zahlreiche Merkmale mit Twin Peaks, so ist ebenfalls ein Missbrauchsgeschehen im Umfeld eines Sägewerks angesiedelt.

1992 brachte David Lynch den Film Twin Peaks – Der Film, der im englischen Original Twin Peaks: Fire Walk with Me heißt, in die Kinos. Er ist ein unmittelbares Prequel zur Serie, zeigt also den Mord an Laura Palmer und dessen Vorgeschichte. Der große Erfolg blieb aus, wohl nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass vieles von dem, was die Serie Twin Peaks ausgemacht hatte, hier gar nicht oder nur gekürzt wiedergegeben werden konnte, so etwa die zahlreichen verschrobenen Charaktere.

Die erste Staffel wurde in Deutschland im November 2002 auf DVD veröffentlicht. Wegen Lizenzstreitigkeiten verzögerte sich das Erscheinen der zweiten Staffel um mehrere Jahre. Weltweite Proteste der Fangemeinde blieben zunächst wirkungslos. Der erste Teil der zweiten Staffel ist seit Januar 2007 erhältlich, der zweite Teil seit Anfang April desselben Jahres. Seit Oktober 2007 ist auch eine „Gold Box“ mit der gesamten Serie und umfangreichem Bonusmaterial erhältlich.

Besetzung[Bearbeiten]

Name Beschreibung Gespielt von
Das FBI
Special Agent Dale Bartholomew Cooper Hauptfigur der Serie, untersucht Laura Palmers Tod Kyle MacLachlan
Special Agent Windom Earle Ex-Partner Coopers, versucht in die Black Lodge zu gelangen Kenneth Welsh
Special Agent Roger Hardy Internal Affairs Agent, der Coopers Verstrickung in einen Drogenfall untersucht Clarence Williams III
Agent Albert Rosenfield Forensik-Experte und Assistent Coopers im Fall Laura Palmer Miguel Ferrer
Regional Chef Gordon Cole Coopers schwerhöriger Vorgesetzter/Regionalleiter David Lynch
Agent Dennis/Denise Bryson DEA-Drogen-Experte mit einem Hang zum Transsexualismus, der Drogenschmuggelvorwürfe gegen Cooper untersucht David Duchovny
Agent Phillip Jeffries verschollener FBI-Agent, der im Film Twin Peaks – Der Film in einer Szene im FBI-Hauptgebäude auftaucht David Bowie
Agent Sam Stanley Pathologe und Assistent von Chet Desmond bei der Untersuchung des Mordes an Teresa Banks Kiefer Sutherland
Agent Chester Desmond untersucht den Mord an Teresa Banks im besonderen Auftrag von Gordon Cole (Blaue Rose-Fall) Chris Isaak
Polizei von Twin Peaks
Sheriff Harry S. Truman Geliebter von Josie Packard und rechte Hand von Dale Cooper Michael Ontkean
Deputy Andy Brennan Hilfssheriff und Geliebter von Lucy Moran Harry Goaz
Deputy Tommy „Hawk“ Hill Hilfssheriff, Spurenleser Michael Horse
Lucy Moran Sekretärin und Empfangsdame Kimmy Robertson
Das Sägewerk
Josie Packard Eigentümerin des Sägewerks, Geliebte von Sheriff Truman Joan Chen
Andrew Packard Totgeglaubter Ehemann von Josie Packard und Bruder von Catherine Martell Dan O’Herlihy
Catherine Martell geborene Packard, Geliebte Benjamin Hornes, Managerin des Sägewerks Piper Laurie
Pete Martell Ehemann Catherines, Finder von Laura Palmers Leiche Jack Nance
Die Palmers
Leland Palmer Lauras Vater, Anwalt von Benjamin Horne Ray Wise
Sarah Palmer Lauras Mutter Grace Zabriskie
Laura Palmer Mordopfer, hatte Beziehungen zu fast jedem in der Stadt Sheryl Lee
Maddy Ferguson Lauras Cousine Sheryl Lee
Die Johnsons
Leo Johnson Brutaler Fernfahrer, Drogenkurier, hatte sexuelle Beziehungen zu Laura Palmer Eric Da Re
Shelly Johnson Ehefrau Leos, Geliebte von Bobby Briggs Mädchen Amick
Die Briggs
Major Garland Briggs Offizier der Air Force, beteiligt am Project Blue Book Don S. Davis
Betty Briggs Ehefrau von Garland Charlotte Stewart
Bobby Briggs Rebellischer Teenager, Freund Laura Palmers, Geliebter von Shelly Johnson Dana Ashbrook
Die Hornes
Benjamin Horne Reicher Geschäftsmann, Eigentümer eines Hotels, eines Warenhauses und des Bordells One-Eyed Jack’s Richard Beymer
Jerry Horne Bens Bruder, Miteigentümer des One-Eyed Jack’s David Patrick Kelly
Sylvia Horne Bens Ehefrau Jan D’Arcy
Audrey Horne Bens Tochter, hilft im Hotel und Agent Cooper im Mordfall Sherilyn Fenn
Johnny Horne Bens geistig behinderter Sohn, der von Laura betreut wurde Robert Bauer III
Die Haywards
Dr. William Hayward Arzt, Leichenbeschauer; assistierte bei der Autopsie an Laura Palmers Leiche Warren Frost
Eileen Hayward Donnas Mutter Mary Jo Deschanel
Donna Hayward Lauras beste Freundin, Geliebte von James Hurley, Tochter von Ben Horne und Eileen Hayward Lara Flynn Boyle
Harriet Hayward Donnas jüngere Schwester Jessica Wallenfels
Gersten Hayward Donnas jüngste Schwester Alicia Witt
Die Hurleys
Big Ed Hurley Besitzer der Tankstelle Big Ed’s Gas Farm, Geliebter von Norma Jennings Everett McGill
Nadine Hurley Eds Ehefrau, besitzt große körperliche Kräfte Wendy Robie
James Hurley Eds Neffe, heimliche Liebe Laura Palmers, Geliebter von Donna Hayward James Marshall
Die Jennings’
Norma Jennings Besitzerin des Double R Diner, Geliebte von Big Ed Hurley, organisierte „Essen auf Rädern“ mit Laura Palmer Peggy Lipton
Hank Jennings Ihr Ehemann, auf Bewährung aus der Haft entlassener Krimineller, konspiriert mit Josie Packard Chris Mulkey
Annie Blackburne Jüngere Schwester Normas, hielt sich lange im Kloster auf, Geliebte Dale Coopers Heather Graham
Die Renaults
Jacques Renault Kanadier, Croupier, Drogenkurier, hatte sexuelle Beziehungen zu Laura Palmer Walter Olkewicz
Jean Renault Sein ebenso krimineller Bruder Michael Parks
Bernard Renault Ein weiterer, ermordeter Bruder Clay Wilcox
Die Milfords
Douglas Milford Bruder des Bürgermeisters Tony Jay
Dwayne „Mayor“ Milford Bürgermeister von Twin Peaks John Boylan
Lana Milford Geliebte beider Milford-Herren Robyn Lively
Die Marshs
Evelyn Marsh zeitweise Geliebte von James Hurley Annette McCarthy
Jeffrey Marsh Evelyns Ehemann John Apicella
Malcolm Sloan Evelyns Geliebter und Fahrer Nicholas Love
Andere
Thomas Eckhardt Zwielichtiger Ex-Geschäftspartner von Andrew Packard aus Hongkong David Warner
Ronette Pulaski Freundin von Laura Palmer und ebenfalls Gewaltopfer, durch die Geschehnisse traumatisiert Phoebe Augustine
Mike Nelson Freund von Bobby Briggs, Geliebter von Donna Hayward und Nadine Hurley Gary Hershberger
Dr. Lawrence Jacoby Psychiater, therapierte Laura Palmer Russ Tamblyn
Blackie O’Reilly Puffmutter im One-eyed Jack’s Victoria Catlin
Nancy O’Reilly Ihre Schwester, Prostituierte im One-eyed Jack’s Galyn Görg
Harold Smith Gärtner, der an Agoraphobie leidet, mit Laura befreundet Lenny Von Dohlen
Margaret Lanterman Die „Log Lady“, trägt ständig einen Holzscheit bei sich Catherine E. Coulson
Dick Tremayne Angestellter in der Herren-Abteilung von Ben Hornes Warenhaus, Ex-Geliebter von Lucy Moran Ian Buchanan
Die Sängerin Sängerin im Roadhouse, einer Kneipe in Twin Peaks Julee Cruise
Diane Coopers Sekretärin, welche er über ein Diktiergerät anspricht, die nie selbst erscheint oder zu hören ist, ihm aber Ohrstopfen und Magazine zusendet (und somit zu existieren scheint)
Mrs. Tremond Harold Smiths Nachbarin, die echte Mrs. Tremond Mae Williams
Earnie Niles Norma Jennings Stiefvater, ehemaliger Zellenkumpel von Hank Jennings, beide verstricken sich in kriminelle Geschäfte mit Jean Renault James Booth
Vivian Smythe Niles Norma Jennings Mutter, ahnt nichts von den kriminellen Geschäften ihres Ehemannes, sie stellt sich später als Restaurant-Testerin des Double R Diner heraus Jane Greer
Emory Battis Leitet die Parfümerieabteilung in Ben Hornes Warenhaus, lockt junge Verkäuferinnen wie Laura Palmer und Ronette Pulaskie als Callgirls ins One-eyed Jack’s Don Amendolia
Jonathan Lee Josies Cousin aus Hongkong, Geschäftspartner von Thomas Eckhardt, versucht Josie mit Druck nach Hongkong zu holen Mak Takano
John Justice Wheeler Geschäftspartner von Ben Horne aus Brasilien, erobert das Herz von Audrey Horne Billy Zane
Clinton Sternwood Ein Richter, leitet die Verhandlungen Leland Palmer und Leo Johnson Royal Dano
Sid seine Sekretärin und Geliebte Claire Stansfield
Daryl Lodwick Der dazugehörige Staatsanwalt Ritch Brinkley
Sergeant Preston King Zwielichtiger Sergeant, Komplize von Jean Renault bei der Verschwörung gegen Agent Cooper Gavan O’Herlihy
Colonel Reilly Untersucht das Verschwinden von Major Briggs Tony Burton
Pfarrer Clarence Brocklehurst Prediger bei den Beerdigungen von Laura und Leland Palmer sowie bei der Hochzeit von Douglas Milford Royce D. Applegate
Tim Pinkle Angestellter im Great Northern Hotel David L. Lander
Jones Thomas Eckhardts Assistentin, verübt einen Mordanschlag auf Harry S. Truman Brenda Strong
Rusty Tomasky Tramper einer jungen Musikband auf dem Weg nach L.A., wird zum Bauernopfer von Windom Earle Ted Raimi
Gwen Morton Schwester von Lucy Moran, besucht Twin Peaks für ein paar Tage Kathleen Wilhoite
Frank Deputy in dem Ort, wo James Hurley auf Evelyn Marsh trifft Matt Battaglia
ausgewählte Leute aus den Lodges
Der Mann von einem anderen Ort Rätselhafter Zwerg, hält sich im Warteraum der anderen Dimension auf; linker Arm Mikes Michael J. Anderson
Der Riese Ein Riese, der Cooper hilft Carel Struycken
Der alte Mann Ein gebrechlicher alter Mann, der als Zimmerservice bzw. Kellner arbeitet, ein und dieselbe Person wie Der Riese Hank Worden
Phillip Michael Gerard Auch bekannt als Mike, der Mann mit einem Arm; Schuhverkäufer, der Mike als „Wirt“ dient Al Strobel
BOB Bösartiger Geist Frank Silva
Mrs. Tremond/Chalfont Bewohnerin eines Wohnwagens, unterhält sich mit Donna Hayward; hat einen Enkel Pierre, der BOB kennt. Absichten unbekannt. Frances Bay
Pierre Tremond/Chalfont Enkel von Mrs. Tremond/Chalfont Austin Jack Lynch/Jonathan J. Leppell

Orte[Bearbeiten]

Twin Peaks[Bearbeiten]

Die Snoqualmie Falls und links daneben das Salish Lodge & Spa (Great Northern Hotel)

Die Stadt Twin Peaks ist eine Erfindung von David Lynch. Gedreht wurden die Außenaufnahmen der TV-Serie in der Kleinstadt Snoqualmie (etwa 7815 Einwohner), 35 Kilometer östlich von Seattle in den Ausläufern der Cascade Range. Obwohl Lynch die Einwohnerzahl von Twin Peaks im Drehbuch auf 5.120 festgelegt hatte, setzte sich während der Produktion des Pilotfilms ABC mit dem Wunsch durch, die Größe auf mindestens 50.000 Einwohner festzusetzen. Lynch verzehnfachte die Einwohnerzahl dadurch, dass er am Ende eine 1 hinzufügte, weshalb die Zahl 51.201 auf dem Ortsschild im Vorspann von Twin Peaks zu lesen ist.

Big Ed’s Gas Farm[Bearbeiten]

Big Ed Hurleys Tankstelle. Sie ist an der Hauptstraße des Städtchens Twin Peaks gelegen, nahe der Ortsausfahrt Richtung Norden. Gleich gegenüber befindet sich Eds Haus, in dem er mit seiner eigenwilligen Ehefrau Nadine lebt. Wie meistens in seinen Filmen ließ sich David Lynch auch hier von seinem Gefühl leiten und änderte nur wenig an Aussehen und Namen der Original-Location Big Edd’s Diner Station am Drehort Snoqualmie, um diese im Set von Twin Peaks in Big Ed Hurley’s Gas Farm zu verwandeln.

Schwarze Hütte[Bearbeiten]

Die Schwarze Hütte (engl. Black Lodge) entstammt laut Serienskript der Mythologie der Ureinwohner Amerikas. Deputy Hawk klärt Agent Cooper in seiner Eigenschaft als Angehöriger eines Indianerstammes in einer einzigen Episode kurz und bündig über die Hintergründe der Schwarzen Hütte und der Weißen Hütte auf. Deputy Hawk zufolge handelt es sich dabei um einen extradimensionalen Ort, in welchen die menschliche Seele nach einer gewissen Begegnung und Prüfung gelangen kann. Diesen beiden Orten ist ein Raum vorgelagert (Warteraum mit roten Vorhängen), von dem Cooper träumt und in dem sich unter anderem der tanzende Zwerg bzw. der Mann von einem anderen Ort (MFAP, Man from another place) aufhält. Zu bestimmten Zeiten (Planetenkonstellationen) kann dieser Ort durch ein besonderes Portal, welches in den Wäldern der Stadt Twin Peaks gelegen ist, wie eine Art Korridor betreten werden (Glastonberry Grove).

Die Hütten waren Gegenstand der Untersuchung einer geheimen Spezialeinheit der U.S. Air Force (Projekt Blue Book), welcher Garland Briggs und Windom Earle angehörten. Coopers Ex-Partner Windom Earle, welcher der klügste aller dort beschäftigten Mitarbeiter und mit seinem Wissen über die Lodges seinen Kollegen weit voraus war, hat ganz konkret nach einem Zugang zur Schwarzen Hütte gesucht. Seinen eigenen Aussagen zufolge, wollte er sich Mächte zu eigen machen, welche die Schwarze Hütte bereithält, um die Welt grundlegend neu zu ordnen. Das Wissen hierüber hatten bereits uralte Zauberer aus dem tibetischen Hochland gesammelt, die sich Dugpas (Red Hats) nennen. Windom Earle wurde nach Kundgabe seines Wissens (Videovortrag) aus dem Projekt Blue Book entfernt und betrieb seine Nachforschungen eigenständig.

Phillip Jeffries, ein verschollener FBI-Agent, berichtet im Film Twin Peaks – Der Film davon, dass er einmal bei einem Treffen von Leuten dabei gewesen sei, welche Verbindung zu einem extradimensionalen Ort unterhielten. Teilnehmer waren unter anderen Margaret Lantermans verschollener Ehemann, BOB, der MFAP, Mrs. Chalfont und ihr Enkel Pierre.

Der Warteraum sowie die Lodges beinhalten vermutlich gleiche oder ähnliche Umgebungen, die sich grundlegend von denen der Erde unterscheiden. Charakteristisch für die Schwarze Hütte ist beispielsweise, dass sie ein Gefühl von Angst vermittelt und in flackerndem Licht erscheint. Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten gleichen eher denen eines Traumes oder einer Phantasievorstellung. Darüber hinaus „läuft dort alles rückwärts“ (Windom Earle, Skript), was sich darin äußert, dass die Zukunft bekannt zu sein scheint und alle Anwesenden invertiert sprechen.

Double R Diner[Bearbeiten]

Ein Café und gleichzeitig beliebtester Treffpunkt in Twin Peaks. Besitzerin des Double R ist Norma Jennings. Shelly Johnson arbeitet ebenfalls als Kellnerin im Double R. Auch Normas (Ex-)Mann Hank Jennings arbeitet im Double R, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde.

In Wirklichkeit heißt das Double R heute Twede’s Cafe (vormals Thompson’s Cafe und während der Dreharbeiten zu Twin Peaks The Mar-T Diner) und liegt in North Bend/Issaquah, einer Stadt im US-Bundesstaat Washington, welche einer der beiden Hauptdrehorte für die TV-Serie war. Auch heute wirbt Twede’s Cafe noch mit dem aus der Serie bekannten Kirschkuchen und – wie Agent Cooper es immer formulierte – „verdammt gutem Kaffee“.

Gegenstände[Bearbeiten]

Obwohl Garmonbozia schon in der Serie vorkommt, wird seine reale Bedeutung erst im Prequel zur Serie, Twin Peaks – Der Film bekannt. Im physischen Sinne nimmt Garmonbozia die Form von gekochtem Mais an. In der Serie zu sehen ist es, als Donna Lauras Essen-auf-Rädern-Route übernimmt und den Tremonds (eine ältere Dame und ihr magisch begabter Enkel Pierre) gekochten Mais vorbei bringt.

Im weiteren Sinne bezeichnet Garmonbozia „den Schmerz und das Leid“ der Menschen. Sowohl für BOB als auch für Mike und die anderen Bewohner der Schwarzen Hütte dient es als Hauptnahrungsmittel (und wahrscheinlich auch als Droge).

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Twin Peaks wurde mit 13 Filmpreisen ausgezeichnet und für 39 weitere nominiert.[12] 1990 bekam die Serie 14-Emmy-Nominierungen, konnte aber nur 2 davon gewinnen. Mark Frost dazu: „Die Emmy-Academy, die Television Academy of Arts and Sciences oder wie sie sich nennen, ist eine sehr konservative, unflexible Organisation. Und sie sind nicht offen für Innovation bei den Auszeichnungen. Für mich war das eine Bestätigung unseres Außenseiterstatus. Wir haben nicht versucht, konventionell zu sein. Warum sollten wir konventionelle Auszeichnungen erwarten?[3]

Darüber hinaus wurden Kyle MacLachlan, Piper Laurie sowie das Schöpferteam Lynch/Frost 1991 mit jeweils einem Golden Globe ausgezeichnet. Johanna Ray bekam einen Artios-Award der Casting Society of America für das beste Casting in einer Fernsehserie verliehen und die Serie wurde mit dem britischen Broadcasting Press Guild Award für die beste ausländische Fernsehserie geehrt.

Liste der Episoden[Bearbeiten]

Im US-amerikanischen Original hatten die einzelnen Episoden der ersten Staffel keine Titel. Für die deutsche Fernsehausstrahlung dachte sich RTL plus Titel aus, die wiederum bei der Wiederholung der Serie im US-Kabelfernsehen ins Englische übersetzt und später weltweit übernommen wurden. Für die zweite Staffel legte David Lynch dann eigene Episodentitel fest.

Literatur[Bearbeiten]

Primärliteratur

  • Jennifer Lynch: Das geheime Tagebuch der Laura Palmer. Egmont VGS, 2003. ISBN 3-8025-3307-0
  • Scott Frost: FBI-Agent Dale B. Cooper – Mein Leben, meine Aufzeichnungen. Egmont VGS, 2003. ISBN 3-8025-3308-9
  • Welcome to Twin Peaks – Access Guide to the Town. Penguin Books, 1991. ISBN 0-671-74399-6
  • Kyle MacLachlan: Diane … – Twin Peaks Tapes of Agent Cooper. Hörbuch, Simon & Schuster Audio, 1990. ISBN 0-671-73573-X

Sekundärliteratur

  • Robert Fischer: David Lynch – Die dunkle Seite der Seele. Wilhelm Heyne Verlag München. 1997. ISBN 3-453-05240-4
  • Ralfdieter Füller: Fiktion und Antifiktion. Die Filme David Lynchs und der Kulturprozeß im Amerika der 1980er und 90er Jahre. Wissenschaftler Verlag Trier, 2001. ISBN 3-88476-455-1
  • Harald Keller: Kultserien und ihre Stars. Nebst einer „Vorbemerkung eines Serienhelden“ von Harry Rowohlt. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1999, ISBN 3-499-16526-0, S. 427–430.
  • Sascha Keilholz: Agent Cooper und die Twin Peaks Girls. Oder: Laura Palmer und die Heiligsprechung des bösen Mädchens. In: rebellisch – verzweifelt – infam. Das böse Mädchen als ästhetische Figur, herausgegeben von Renate Möhrmann, Aisthesis Verlag, Bielfeld 2012, ISBN 978-3-89528-875-3, S. 409–434.
  • David Lavery (Hrsg.): Full of Secrets. Critical Approaches to Twin Peaks. Detroit 1995

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Twin Peaks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Twin Peaks: Metascore von Metacritic, 26. August 2013
  2. a b Fischer: David Lynch – Die dunkle Seite der Seele. S.152
  3. a b c Twin Peaks - Definitive Gold Box Edition (DVD): Die Entstehung von Twin Peaks
  4. Fischer: David Lynch – Die dunkle Seite der Seele. S.154
  5. a b Fischer: David Lynch – Die dunkle Seite der Seele. S.157
  6. Fischer: David Lynch – Die dunkle Seite der Seele. S.158
  7. a b Fischer: David Lynch – Die dunkle Seite der Seele. S.160
  8. Fischer: David Lynch – Die dunkle Seite der Seele. S.162
  9. Das Geheimnis von Twin Peaks. Das Fernsehlexikon, 13. September 2007, abgerufen am 7. Dezember 2012.
  10. Michael Reufsteck, Stefan Niggemeier: Das Fernsehlexikon, S. 446, Wilhelm Goldmann Verlag, München 2005, ISBN 3-442-30124-6
  11. Renan Cros: Twin Peaks - Alptraum in Serie. ARTE, 31. März 2011, abgerufen am 20. April 2011.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAwards for Twin Peaks. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 22. Dezember 2012 (englisch).