Richard Laymon
Richard Carl Laymon (* 14. Januar 1947 in Chicago; † 14. Februar 2001) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, der hauptsächlich durch das Verfassen von Horrorromanen bekannt wurde. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Carl Laymon und Richard Kelly. Seine Romane sind durch einen einfachen, teils drebuchartigen Stil gekennzeichnet und leben durch ihre kompromisslose Darstellung von Sex und Gewalt. Laymon hat sich mit Werken wie The Cellar oder Island somit zu einem Autor des „plakativ Abstoßenden“ entwickelt.[1]
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[Bearbeiten] Leben
Richard Laymon wurde am 14. Januar 1947 in Chicago geboren. Seine Familie siedelte 1963 nach Südkalifornien über, wo er an der Willamezze University in Oregon englische Literatur studierte. Das Studium schloss er in Los Angeles an der Loyala University mit einem Magister und einem Lehramts- bzw. Bibliothekarsdiplom ab.[2]
Bereits während seiner Schulzeit hatte Laymon begonnen Kurzgeschichten zu schreiben. Seine Vorbilder waren dabei Mark Twain, Ernest Hemingway und vor allem Edgar Allan Poe.[2] Während er sich in seinem Zimmer neue Geschichten ausdachte, glaubten die Eltern, dass er Hausaufgaben mache.[3] Seine ersten „Prosawerke“ und Gedichte wurden in der Schülerzeitung gedruckt. In seiner Studienzeit weitete er sein Hobby zu einem Nebenjob aus: Er verkaufte Kurzgeschichten an verschiedene Magazine wie beispielsweise Ellery Queen's Mystery Magazine, Alfred Hitchcock's Mystery Magazine sowie Mike Shayne und Cavalier.[4]
Nach seinem Studium arbeitete er als Englischlehrer an einer katholischen Mädchenschule und heiratete 1976 seine Frau Ann. Zwei Jahre später wurde Laymon Bibliotheksassistent in der John Adams Junior High School, wo er nach einer Weile zum Bibliotheksleiter aufstieg.[2] 1980 veröffentlichte er seinen ersten Roman The Cellar, der in den Vereinigten Staaten von Amerika und in England zum Bestseller wurde. Insgesamt wurden über 200.000 Exemplare verkauft[4] und es folgten Übertragungen ins Französische, Italienische, Spanische und Deutsche. The Woods Are Dark (1981), sein zweiter Roman, verkaufte sich sehr schlecht und beendete abrupt seine Karriere in den USA. Laymon gab die Schuld dafür den Lektoren, die sein Werk unnötig gekürzt und somit den Inhalt verfälscht hätten. Außerdem wurde er nach diesem Roman von den US-amerikanischen Verlegern wegen seiner ungeschminkten Darstellung von Sex und Gewalt argwöhnisch beäugt, was weitere Veröffentlichungen erschwerte.[5] Während dieser Tieffahrt musste er sich zum finanziellen Überleben eine Stelle bei einem Rechtsanwaltsbüro suchen. In Europa hingegen, vor allem in England setzte sich der Erfolg dann aber fort. Sein langjähriger Agent Bob Tanner vermittelte Laymon an englische Verlage, die nun dessen weitere Romane publizierten. Diese erfreuten sich dort einem treuen Leserkreis.
Weitgehende Berühmtheit erlangte er aber erst nach seinem Tod und wurde so neben Stephen King und Dean Koontz zu einem der bestverkauften Horrorautoren.
Zu seinem Werk gehören mehr als sechzig Kurzgeschichten und über dreißig Romane, die durch ihre Gewalt- und Sexdarstellungen und ihrem sehr einfach gehaltenem Schreibstil oft Kontroversen auslösen. Unter Kennern des Genres gilt Richard Laymon jedoch als Kultautor. Weniger bekannt als seine Werke aus dem Thriller- und Horrorgenre sind seine Ausflüge in die Bereiche Romantik und Western - wohl weil sie nicht recht zu seinem Image als Infant Terrible passen wollen.
Sein literarisches Schaffen wurde in Deutschland vor allem erst nach seinem Tod 2001 vom Wilhelm Heyne Verlag und dem Festa Verlag übersetzt. Auch in den USA wurden mehrere Romane posthum herausgegeben.
Er hat eine Tochter namens Kelly Laymon. Richard Laymon verstarb ganz überraschend am 14. Februar 2001 an einem Herzanfall.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
Sein Roman Flesh (dt.: Parasit) wurde 1988 vom Science Fiction Chronicle zum besten Horror-Roman des Jahres gewählt. Flesh, Funland sowie die Kurzgeschichtensammlung A Good, Secret Place wurden außerdem jeweils für den Bram Stoker Award nominiert. Laymon gewann diesen Award 2001 für The Travelling Vampire Show (dt.: Die Show). Da er aber kurz vor der Preisverleihung verstarb, nahm ihn seine Tochter Kelly für ihn entgegen.
[Bearbeiten] Verfilmungen
Laymons Kurzgeschichte The Tub (dt. Die Wanne) wurde 2003 von dem Australier Carter Doyle verfilmt.[6]
[Bearbeiten] Werk
[Bearbeiten] Einzelveröffentlichungen
- Your Secret Admirer (1980) (als Carl Laymon)
- The Woods Are Dark (1981) (erschien 2008 in restaurierter, ungeschnittener Fassung) (dt. In den finsteren Wäldern, 2011, ISBN 978-3-86552-100-2)
- Out Are the Lights (1982) (Novelle)
- The Lawmen (1983) (als Lee Davis Willoughby für Band 40 der Romanreihe Making of America)
- Nightmare Lake (1983) (dt. Die Insel des Vampirs, 1998, in Mystery Gruselbox, Band 9 des Cora Verlags) (als Carl Laymon)
- Night Show (1984)
- A Stranger's Arm (1984) (als Carla Laymon)
- All Hallow's Eve (1985)
- Beware (1985)
- Tread Softly (1987), in Europa: Dark Mountain (1992) (als Richard Kelly) (dt. Der Wald. 2011, ISBN 978-3-453-43596-4)
- Flesh (1987) (dt. Parasit in gebundener Ausgabe, 2001, ISBN 3-935-82208-1 / als Taschenbuch, 2010, ISBN 978-3-935822-94-7)
- Midnight's Lair. (1988) (als Richard Kelly) (in den USA erst 1993)
- Resurrection Dreams. (1988) (dt. Das Grab. 2010, ISBN 978-3-453-67555-1)
- Funland (1989) (dt. Jahrmarkt des Grauens. 1992, ISBN 3-442-08092-4)
- The Stake (1990) (dt. Der Pfahl, 2010, ISBN 978-3-453-67580-3)
- One Rainy Night (1991) (dt. Der Regen, 2009, ISBN 978-3-453-67554-4)
- Island (1991) (dt. Die Insel, 2006, ISBN 3-453-67511-8)
- Darkness, Tell Us (1991)
- Blood Games (1992) (dt. Das Treffen, 2007, ISBN 978-3-453-67543-8)
- Alarums (1992)
- Endless Night (1993) (dt. Die Jagd, 2009, ISBN 978-3-453-67542-1)
- Savage (1993) (dt. Im Zeichen des Bösen, 1995, ISBN 3-442-42983-8 / Der Ripper, 2009, ISBN 978-3-453-67581-0)
- In the Dark (1994) (dt. Das Spiel, 2007, ISBN 978-3-453-67535-3)
- Quake (1995) (dt. Das Inferno, 2010, ISBN 978-3-453-67582-7)
- Bite (1996) (dt. Vampirjäger, 2004, ISBN 3-935-82279-0 / in Neuauflage mit neuem Cover, 2010, ISBN 978-3-86552-125-5)
- Body Rides (1996) (dt. Der Gast, 2012, ISBN 978-3-453-43531-5)
- Fiends (1997) (dt. Furien, 2010, ISBN 978-3-86552-136-1) (Novelle)
- After Midnight (1997) (dt. Nacht, 2007, ISBN 978-3-453-67536-0)
- The Wilds (1998)
- A Writer's Tale (1998) (Autobiografie)
- Cuts (1999)
- Among the Missing (1999)
- Come Out Tonight (1999) (dt. Rache, 2006, ISBN 3-453-67503-7)
- Once Upon A Halloween (2000)
- The Traveling Vampire Show (2000) (dt. Die Show, 2008, ISBN 978-3-453-67512-4)
- Night in the Lonesome October (2001) (dt. Finster, 2010, ISBN 978-3-453-67583-4)
- The Halloween Mouse (2001) (zusammen mit Alan M. Clark) (Kinderbuch)
- No Sanctuary (2001)
- Amara (2003), in den USA: To Wake the Dead (2004)
- The Lake (2004)
- The Glory Bus (2005), in den USA: Into the Fire (2006)
[Bearbeiten] The Beast House Chronicles
- The Cellar (1980) (dt. Haus der Schrecken, 1991, ISBN 3-442-08087-8 / Im Keller, enthalten im Sammelband Der Keller, 2008, ISBN 978-3-453-43351-9)
- The Beast House (1986) (dt. Das Horrorhaus, enthalten im Sammelband Der Keller, 2008, ISBN 978-3-453-43351-9)
- The Midnight Tour (1998) (dt. Mitternachtstour, enthalten im Sammelband Der Keller, 2008, ISBN 978-3-453-43351-9)
- Friday Night in the Beast House (2001)
[Bearbeiten] Fastback-Reihe
- Shootout At Joe's (1984)
- Dawson City (1984)
- The Intruder (1984)
- Last Hand (1985)
- Live Bait (1985)
- Lonely One (1985)
- Night Ride (1985)
- Guts (1985) (aka The Hearse)
- Caller (1985)
- The Cobra (1985)
- Marathon (1985)
- Cardiac Arrest (1985)
- Night Games (1985)
- The Trap (1985)
- The Beast (1986)
- The Night Creature (1986)
- Beginner's Luck (1986)
- Halloween Hunt (1987)
- Thin Air (1987)
- Return (1987)
[Bearbeiten] Kurzgeschichten-Sammlungen
- Out Are the Lights: And Other Tales (1982)
- A Good, Secret Place (1992)
- Ten Tales (1994) (zusammen mit Neal Barrett Jr. und Wendy Hornsby)
- Fiends (1997) (dt. Furien, 2010, ISBN 3-865-52136-3)
- Dreadful Tales (2000)
- Bad News (2000) (nur als Herausgeber)
- Madman Stan and Other Stories (2004)
- Triage (2008) (zusammen mit Jack Ketchum, Edward Lee)
[Bearbeiten] Autobiografie
1998 veröffentlichte Richard Laymon A Writer's Tale, eine auf 526 Exemplare limitierte Autobiografie, in der er unter anderem auf die Entstehungsprozesse seiner einzelnen Geschichten eingeht.
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Bücher
- Festa, Frank: Omen – Das Horror-Journal (Nr.1), Festa Verlag, 2003, ISBN 3-93822-69-3
- Körber, Joachim (Hrsg.): Bibliographisches Lexikon der utopisch phantastischen Literatur (Unter Kapitel: Richard Laymon von Robert N. Bloch), Corian Verlag, 1997
[Bearbeiten] Zeitschrift- und Zeitungsartikel
- Adrian, Jack: Obituary: Richard Laymon. In: The Independent 19. März 2001, Seite 6 (Obituaries)
- Library features author. In: Herbert River Express 2. Oktober 2004, Seite 9 (News)
- Sharp, Iain: Master of gore ensures this is no island paradise. In: Sunday Star-Times 11. August 1996, Seite 4 (Books)
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Richard Laymon im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Richard Laymon in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- RichardLaymon.de deutschsprachige Fan-Website
- Biografie von Richard Laymon auf horrorwriters.net
- Richard Laymon im Heyne Verlag
- Der phantastische Autorenbrief: Richard Laymon
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Körber, Joachim (Hrsg.): Bibliographisches Lexikon der utopisch phantastischen Literatur (Unter Kapitel: Richard Laymon von Robert N. Bloch S.2)
- ↑ a b c Körber, Joachim (Hrsg.): Bibliographisches Lexikon der utopisch phantastischen Literatur (Unter Kapitel: Richard Laymon von Robert N. Bloch S.1)
- ↑ Herbert River Express: S.9
- ↑ a b Adrian, Jack: S.6
- ↑ Festa, Frank: S.56
- ↑ The Tub. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 20. Februar 2012 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Laymon, Richard |
| ALTERNATIVNAMEN | Kelly, Richard (Pseudonym); Laymon, Carl (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Autor |
| GEBURTSDATUM | 14. Januar 1947 |
| GEBURTSORT | Chicago |
| STERBEDATUM | 14. Februar 2001 |