Riesenbarsche

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Riesenbarsche
Barramundi (Lates calcarifer)

Barramundi (Lates calcarifer)

Systematik
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Carangaria
incertae sedis
Familie: Centropomidae
Unterfamilie: Riesenbarsche
Wissenschaftlicher Name
Latinae
Jordan, 1888

Die Unterfamilie der Riesenbarsche (Latinae) gehört zur Gruppe der Carangaria. Sie wurde 1995 in den Familienrang erhoben, nachdem man festgestellt hatte, dass die Familie Centropomidae, zu der die Riesenbarsche bisher als Unterfamilie gehörten, paraphyletisch sei.[1] Diese Einschätzung wird in der neuesten Revision der Knochenfischsystematik jedoch nicht geteilt; hier werden die Gattungen der Latidae wieder in die Centropomidae gestellt.[2] Riesenbarsche sind gefräßige Raubfische, die auch eine erhebliche fischereiwirtschaftliche Bedeutung haben.

Merkmale[Bearbeiten]

Riesenbarsche werden 45 Zentimeter bis zwei Meter lang. Sie haben 25 Wirbel. Ihre Kopfoberseite ist dorsal konkav eingedrückt. Bei vielen Arten sind die beiden Rückenflossen nicht vollständig geteilt, oder zwischen der ersten, hartstrahligen und der zweiten, weichstrahligen Rückenflosse stehen einzelne isolierte Flossenstrahlen ohne Membran.

Verbreitung[Bearbeiten]

Sieben Arten der Gattung Lates leben in Afrika im Süß- und Brackwasser, davon vier Arten endemisch im Tanganjikasee und je eine im Albertsee und im Turkana-See. Lates calcarifer kommt im Süßwasser, Brackwasser und im Meer an der Küste des Indischen Ozeans und des westlichen Pazifiks vom Persischen Golf bis nach Japan und Australien vor. Lates japonicus lebt in und bei Japan in Flüssen und im Meer. Psammoperca waigiensis lebt im Brackwasser und im Meer vom Golf von Bengalen bis nach Japan, den Philippinen und Australien, Hypopterus macropterus kommt nur an der Küste des westlichen Australiens vor.

Fossilbefund[Bearbeiten]

Fossilien der ausgestorbenen Gattung Eolates aus dem Oligozän und dem Eozän fand man in Afrika und auch in Europa, in der norditalienischen Monte-Bolca-Formation, die aus Ablagerungen der Tethys entstand.[3]

Systematik[Bearbeiten]

Es gibt drei rezente Gattungen, davon zwei monotypisch, mit 13 Arten. Hinzu kommt die ausgestorbene Gattung Eolates mit drei Arten.

Ein junger Lates angustifrons

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Olga Otero: Anatomy, systematics and phylogeny of both Recent and fossil latid fishes. Zoological Journal of the Linnean Society, Volume 141, Issue 1, May 2004 doi:10.1111/j.1096-3642.2004.00111.x
  2. DeepFin.org: New and Revised Classification for Bony Fishes based on Molecular Data -- version 2 (27. November 2013)
  3. Karl Albert Frickhinger: Fossilien Atlas Fische, Mergus-Verlag, Melle, 1999, ISBN 3-88244-018-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Riesenbarsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien