Rkaziteli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Trauben der Sorte Rkaziteli

Rkaziteli (georgisch რქაწითელი) ist eine autochthone weiße Rebsorte, die wie die Sorte Saperawi aus der Region Imeretien am Fuße des Kaukasus im Westen Georgiens stammt. In der Nähe der Stadt Wani fand man 5000 Jahre alte Tonkrüge mit Kernen dieser Rebsorte. In der ehemaligen Sowjetunion war sie laut Jancis Robinson die häufigste Rebsorte. Nach einem unter Gorbatschow beschlossenen Rebenrodungs-Programm Mitte der 1980er-Jahre verringerte sich die Rebfläche der Rkaziteli deutlich. Anfang der 1990er Jahre waren noch etwa 48.000 Hektar bestockter Fläche auf dem Territorium der Sowjetunion. Heute dürfte die Summe der Flächen vorrangig in Georgien, Moldawien, Armenien und Aserbaidschan kaum noch größer als 20.000 Hektar sein. Zusammen mit den 19.000 Hektar in Bulgarien und kleineren Beständen in China und der Ostküste der USA dürfte der weltweite Bestand um 40.000 Hektar liegen.

Während nach internationalem Geschmack strohgelbe frische Weine gekeltert werden, lieben die Georgier eher einen eher oxidativ geprägten schweren Weinstil. Generell kann der Wein einige Jahre gelagert werden. Außerdem eignet sich die Sorte zum Ausbau von Dessertweinen sowie zur Herstellung von Weinen im Stil eines Sherry. Einer der bekanntesten georgischen Traditionsweine, der eher leichte und fruchtige Zinandali ist ein Verschnitt, der 85 % Rkaziteli enthält.[1]

Der Name Rkaziteli bedeutet übersetzt etwa „Roter Stängel“ (რქა, rka = Stängel, Spross, Trieb; წითელი, ziteli = rot). Synonyme für den Rebsortennamen sind: Baiyu, Budatschuri, Budaschuri, Dedai rkacitelli, Dedali oder Dedali rekacitelli, Grusinskii, Grusinskü rkatsitelli, Kachura, Korolek, Koroliok, Kukura, Mamoli rkatsitelli, Osanlugue, Rkachiteli, Rkaciteli, Rkatiteli, Rkatsiteli ode Rkatsitelli, Rkaziteli Dedali, Rkatsiteli Mamali, Rkaziteli oder Rkatzitelli, Rothhölzer, Rusinskii Tapolek, Topolek, Topoliok und Zweiabazer bekannt.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. Hachette Livre, 2000. ISBN 2-01236-331-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Produktinformation des georgischen Produzenten "Binekhi", abgerufen am 9. Juni 2010