Rob Ford

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Rob Ford

Robert Bruce Ford (* 28. Mai 1969 in Etobicoke, Kanada) ist ein parteiloser kanadischer Kommunalpolitiker und seit dem 1. Dezember 2010 der 64. Bürgermeister von Toronto.

Karriere[Bearbeiten]

Ford studierte an der Carleton University Politikwissenschaften, brach das Studium aber ab.[1] Vom 14. November 2000 bis zum 25. Oktober 2010 war er Mitglied des Toronto City Councils für Etobicoke North. Er profilierte sich dabei früh als konservativer Hardliner, der insbesondere für massive Einsparungen im Verwaltungsapparat und Kürzungen von Sozialleistungen eintrat. 2006 erregte er Aufsehen, als er forderte, ein HIV-Präventionsprogramm zu streichen, da seines Erachtens „normale Bürger“, die weder drogenabhängig noch homosexuell seien, nicht von AIDS betroffen seien. Im Jahr 2007 forderte er, die Straßenbaumaßnahmen zugunsten von Radfahrern stark einzuschränken, da Straßen nun einmal für Autos und Busse gedacht seien; kämen Radfahrer bei Unfällen ums Leben, so seien sie selbst schuld. 2008 äußerte er öffentlich, die „Orientalen“ würden derart besessen arbeiten, dass sie bald Kanada „übernehmen“ würden.

Am 26. März 2010 erklärte Ford seine Absicht, bei der Bürgermeisterwahl von Toronto anzutreten, und errang am 25. Oktober mit 47,1 % die Mehrheit.[2] Er trat am 1. Dezember 2010 die Nachfolge von David Miller an.[3] Aufgrund weiterer kontroverser Äußerungen und wegen des Vorwurfs der Vetternwirtschaft wurde er in der Folgezeit wiederholt öffentlich kritisiert. 2012 schlug er überdies einen seiner Mitarbeiter nieder.

Crack-Affäre[Bearbeiten]

In seinem Heimatwahlkreis Etobicoke pflegte Ford, wie im Mai 2013 bekannt wurde, Kontakt zu verurteilten Drogendealern.[4] Aus diesem Umfeld wurde dem Toronto Star ein Video zum Kauf angeboten, das ihn beim Rauchen von Crack zeigen sollte. Der Kauf kam jedoch nicht zustande und das Video blieb nach einer einmaligen Sichtung zunächst verschollen. Der Bürgermeister leugnete daraufhin vehement den Crack-Konsum und erhob im Gegenzug schwere Vorwürfe gegen zwei beteiligte Journalisten. Als in einer Radiosendung über den Fall diskutiert wurde, rief Ford unter dem Pseudonym „Ian“ im Studio an und plädierte dafür, den Bürgermeister, also ihn selbst, nicht weiter zu behelligen; als der Moderator Ford erkannte, legte er wortlos auf.[5]

Das belastende Video konnte von der Polizei aber im Oktober 2013 von einer unvollkommen zerstörten Festplatte eines Drogendealers wiederhergestellt werden. Es zeigt Ford zusammen mit mehreren Unterweltgrößen beim Benutzen einer Crackpfeife.[6][7] Am 4. November 2013 gestand Rob Ford daraufhin einmaligen Crack-Konsum ein, an den er sich aber nicht erinnern könne.[8] Er entschuldigte sein Verhalten mit einem schweren Alkoholrausch. Mitglieder des Stadtrates hatten ihm schon früher vorgeworfen, an Alkoholismus zu leiden, was Ford bestreitet.[9] Rücktrittsforderungen wies er zurück.

Am 18. November 2013 entzog der Stadtrat Ford weitreichende Rechte. Er bleibt zwar Bürgermeister, muss aber viele Befugnisse an den Vizebürgermeister Norm Kelly abgeben. Seine Entmachtung bezeichnete Ford als modernen Staatsstreich und kündigte rechtliche Schritte an.[10]

Privatleben[Bearbeiten]

Rob Ford ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rob Ford – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rob Ford’s confusing university life
  2. Ergebnis der Bürgermeisterwahlen am 25. Oktober 2010 in Toronto
  3. toronto.ca: Offizielle Webseite von Rob Ford
  4. Ford photo taken outside what police call “drug house” Toronto Star, 24. Oktober 2013
  5. Forensic audio experts mixed on whether ‘Ian from Etobicoke’ caller was Rob Ford globalnews.ca, 6. November 2013
  6. Toronto Star: Mayor Rob Ford now a liability for police: James vom 4. November 2013
  7. Rob Ford: Toronto finally knows the truth Toronto Star, 1. November 2013
  8. How Toronto police found the Rob Ford video The Globe and Mail, 1. November 2013
  9. Three councillors now claim Rob Ford has a drinking problem as Toronto mayor is encouraged to seek treatment National Post, 27. März 2013
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTorontos Bürgermeister bleibt machtlos im Amt. In: derstandard.at. 19. November 2013, abgerufen am 19. November 2013 (deutsch).