Roderich Cescotti

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Roderich Cescotti (* 4. Mai 1919 in Herrenalb) ist ein deutscher Generalmajor a.D. der Luftwaffe der Bundeswehr und Buchautor.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem die Heimat seiner Eltern in Südtirol italienisch wurde, übersiedelte die Familie Cescotti nach Deutschland, wo Roderich Cescotti 1919 in Herrenalb geboren wurde.[1]

Am Zweiten Weltkrieg nahm er als Offizier und Flugzeugführer von 1940 bis 1945 an verschiedenen Fronten teil. Neben vielen anderen Flugzeugtypen flog Cescotti die zweimotorige Heinkel He 111, die Junkers Ju 52, den Bomber Dornier Do 217, die Focke-Wulf Fw 200 sowie die Heinkel He 177. Als Hauptmann war er von April bis Mai 1945 Gruppenkommandeur der 2. Staffel des Jagdgeschwaders 301.

Roderich Cescotti wurde mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.[2]

Nach dem Ende des Krieges geriet Cescotti in englische Kriegsgefangenschaft, wo er als Dolmetscher ausgebildet wurde. Beim Aufbau der Bundeswehr trat er 1956 in die Luftwaffe ein.[3] Damit begann für ihn eine neue Karriere als Militärpilot auf verschiedenen Flugzeugtypen, wie dem Trainer North American T-6, dem Ausbildungsjet Lockheed T-33 oder dem Jagdbomber Republic RF-84 Thunderstreak und dem Aufklärer RF-84F Thunderflash.

Schon am 4. Mai 1956 absolvierte Cescotti im Rang eines Hauptmanns den ersten Alleinflug eines militärischen Flugzeugführers der Bundesrepublik Deutschland nach dem Krieg.[4] Vom 16. Januar 1960 bis zum 5. Februar 1965 war Cescotti, zunächst als Major, Kommodore des Aufklärungsgeschwaders 52.[5] In London absolvierte er eine Ausbildung zum Verteidigungs- und Luftwaffenattaché. Nach vielen Luftwaffen-Führungspositionen im In- und Ausland innerhalb des westlichen Militärbündnisses NATO, u.a. als Verantwortlicher für die deutsche Pilotenausbildung in Kanada und als militärischer Vertreter bei der Nato in Washington, beendete Cescotti seine militärische Karriere im Jahr 1980 als Generalmajor.[6] Roderich Cescotti lebt heute in Fürstenfeldbruck.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Kampfflugzeuge und Aufklärer. Bernard & Graefe 1989, ISBN 3-7637-5294-3
  • Aerospace- Wörterbuch Deutsch - Englisch. Motorbuch Verlag 2001. ISBN 3-613-01536-6
  • Luftfahrt - Definitionen. Englisch - Deutsch / Deutsch - Englisch. Glossary of Aeronautical Definitions, Motorbuch Verlag 1998, ISBN 3-613-01167-0
  • Langstreckenflug - Erinnerungen 1919-2012. NeunundzwanzigSechs, Moosburg, 2012, ISBN 978-3-9811615-8-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roderich Cescotti: Langstreckenflug - Erinnerungen 1919-2012, S. 27 ff.
  2. ww2awards.com (englisch)
  3. Bernd Lemke, Dieter Krüger, Heinz Rebhan, Wolfgang Schmidt, Hillrich von der Felsen, Peter Klatte, Axel B. Kleppien, Siegfried Pacholke, Klaus-Peter Scheibe, Winfried Schwenke: Die Luftwaffe 1950 bis 1970: Konzeption, Aufbau, Integration, Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2006, ISBN 3-486-57973-8
  4. fursty.org: Chronologie
  5. Führungspersonal Fliegende Verbände. Aufklärungsgeschwader 52 Leck. In: Cactus Starfighter Squadron CSS. Lutz Mühe, abgerufen am 29. Mai 2012: „16.01.1960 - 05.02.1965 Oberst Cescotti, Roderich“
  6. Militär-Karriere in halb Europa. In: merkur-online.de. Münchner Merkur, 18. Mai 2009, abgerufen am 12. Juni 2012.