Roderich Cescotti

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Roderich Cescotti (* 4. Mai 1919 in Herrenalb; † 19. März 2015 in Fürstenfeldbruck) war ein deutscher Generalmajor der Luftwaffe der Bundeswehr und Buchautor.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem die Heimat seiner Eltern in Südtirol italienisch wurde, übersiedelte die Familie Cescotti nach Deutschland, wo Roderich Cescotti 1919 in Herrenalb geboren wurde.[1]

Am Zweiten Weltkrieg nahm er als Offizier und Flugzeugführer von 1940 bis 1945 an verschiedenen Fronten teil. Ab 6. September 1940 gehörte er als Oberleutnant dem Kampfgeschwader 26 an. Bis zum 7. Januar 1943 nahm er verschiedene Funktionen innerhalb des Geschwaders wahr, zuletzt die eines Staffelkapitäns. Danach wechselte er zu den Transportfliegern, ehe er am 24. Mai 1943 in den Stab des Luftflottenkommandos 5 in Oslo wechselte. Nach einer weiteren Stabsverwendung im gleichen Jahr beim Fliegerführer West wechselte er 1944 als Technischer Offizier in den Stab der IV. Gruppe des Kampfgeschwaders 100. Nach weiteren Stabsverwendungen übernahm er von April bis Mai 1945 als Hauptmann die Führung der II. Gruppe des Jagdgeschwaders 301. Er wurde mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.[2]

Nach dem Ende des Krieges geriet Cescotti in englische Kriegsgefangenschaft, wo er als Dolmetscher ausgebildet wurde. Beim Aufbau der Bundeswehr trat er 1956 in die Luftwaffe ein.[3] Damit begann für ihn eine neue Karriere als Militärpilot auf verschiedenen Flugzeugtypen, wie dem Trainer North American T-6, dem Strahltrainer Lockheed T-33 oder dem Jagdbomber Republic RF-84 Thunderstreak und dem Aufklärer RF-84F Thunderflash.

Schon am 4. Mai 1956 absolvierte Cescotti im Rang eines Hauptmanns den ersten Alleinflug eines militärischen Flugzeugführers der Bundesrepublik Deutschland nach dem Krieg.[4] Vom 16. Januar 1960 bis zum 5. Februar 1965 war Cescotti, zunächst als Major, Kommodore des Aufklärungsgeschwaders 52.[5] In London absolvierte er eine Ausbildung zum Verteidigungs- und Luftwaffenattaché. Nach vielen Luftwaffen-Führungspositionen im In- und Ausland innerhalb des westlichen Militärbündnisses NATO, u. a. als Verantwortlicher für die deutsche Pilotenausbildung in Kanada und als militärischer Vertreter bei der Nato in Washington, beendete Cescotti seine militärische Karriere im Jahr 1980 als Generalmajor.[6] Die Traditionsgemeinschaft des Aufklärungsgeschwader 52 e.V. ernannte ihn 2011 zum Ehrenmitglied. Roderich Cescotti verstarb am 19. März 2015 in Fürstenfeldbruck.[7]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Kampfflugzeuge und Aufklärer. Bernard & Graefe 1989, ISBN 3-7637-5294-3
  • Aerospace- Wörterbuch Deutsch - Englisch. Motorbuch Verlag 2001. ISBN 3-613-01536-6
  • Luftfahrt - Definitionen. Englisch - Deutsch / Deutsch - Englisch. Glossary of Aeronautical Definitions, Motorbuch Verlag 1998, ISBN 3-613-01167-0
  • Langstreckenflug - Erinnerungen 1919-2012. NeunundzwanzigSechs, Moosburg, 2012, ISBN 978-3-9811615-8-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roderich Cescotti: Langstreckenflug - Erinnerungen 1919-2012, S. 27 ff.
  2. Henry L. deZeng IV, Douglas G. Stankey: Luftwaffe Officer Career Summaries Section A-F, S. 366, abgerufen am 23. April 2015
  3. Bernd Lemke, Dieter Krüger, Heinz Rebhan, Wolfgang Schmidt, Hillrich von der Felsen, Peter Klatte, Axel B. Kleppien, Siegfried Pacholke, Klaus-Peter Scheibe, Winfried Schwenke: Die Luftwaffe 1950 bis 1970: Konzeption, Aufbau, Integration, Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2006, ISBN 3-486-57973-8
  4. fursty.org: Chronologie
  5. Führungspersonal Fliegende Verbände. Aufklärungsgeschwader 52 Leck. In: Cactus Starfighter Squadron CSS. Lutz Mühe, abgerufen am 29. Mai 2012: „16.01.1960 - 05.02.1965 Oberst Cescotti, Roderich“
  6. Militär-Karriere in halb Europa. In: merkur-online.de. Münchner Merkur, 18. Mai 2009, abgerufen am 12. Juni 2012.
  7. ag52-tgm.de: Traueranzeige. Abgerufen am 26. April 2015.