Fürstenfeldbruck

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Fürstenfeldbruck
Fürstenfeldbruck
Deutschlandkarte, Position der Stadt Fürstenfeldbruck hervorgehoben
48.17777777777811.255555555556517Koordinaten: 48° 11′ N, 11° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Fürstenfeldbruck
Höhe: 517 m ü. NHN
Fläche: 32,53 km²
Einwohner: 34.137 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1049 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82256
Vorwahl: 08141
Kfz-Kennzeichen: FFB
Gemeindeschlüssel: 09 1 79 121
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 31
82256 Fürstenfeldbruck
Webpräsenz: www.fuerstenfeldbruck.de
Oberbürgermeister: Klaus Pleil (BBV)
Lage der Stadt Fürstenfeldbruck im Landkreis Fürstenfeldbruck
Ammersee Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Starnberg Landkreis München Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Dachau München Adelshofen (Oberbayern) Alling Althegnenberg Egenhofen Eichenau Emmering (Landkreis Fürstenfeldbruck) Fürstenfeldbruck Germering Grafrath Gröbenzell Hattenhofen (Bayern) Jesenwang Kottgeisering Landsberied Maisach Mammendorf Mittelstetten (Oberbayern) Moorenweis Oberschweinbach Olching Puchheim Schöngeising TürkenfeldKarte
Über dieses Bild

Fürstenfeldbruck ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und liegt etwa 25 Kilometer südwestlich der bayerischen Landeshauptstadt München. Es ist zudem Teil der Metropolregion München.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Fürstenfeldbruck liegt ca. 25 km südwestlich von München und ca. 40 km südöstlich von Augsburg im westlichen Oberbayern an der Grenze zum Regierungsbezirk Schwaben. Die Stadt wird von der Amper durchflossen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Fürstenfeldbruck liegt relativ zentral in seinem Landkreis. Die folgenden Entfernungsangaben beziehen sich auf die Luftlinie zum Ortsmittelpunkt des Nachbarorts und sind auf ganze Kilometer kaufmännisch gerundet.

Mammendorf
8 km
Maisach
5 km
Olching
6 km
Adelshofen
10 km
Nachbargemeinden Eichenau
 5km
Grafrath
10 km
Schöngeising
6 km
Alling
5 km

Ausdehnung des Stadtgebietes[Bearbeiten]

Zu Fürstenfeldbruck gehören die Orte Aich, Bruck, Buchenau, Fürstenfeld, Gelbenholzen, Hasenheide, Kreuth, Lindach, Neu-Lindach, Pfaffing, Puch, Rothschwaig und Weiherhaus.

Klima[Bearbeiten]

Amper, Pfarrkirche St. Magdalena

Fürstenfeldbruck kann – wie praktisch ganz Bayern (ausgenommen Hochgebirgslagen) – dem mitteleuropäischen Übergangsklima zugerechnet werden. So treten zwar Wetterextreme des Kontinentalklimas eher selten auf, doch ist zu beobachten, dass gerade die Winter oft strenger sind als im Westen Deutschlands. Auch fällt meist mehr Schnee als in vielen anderen deutschen Gegenden. Ein Grund hierfür ist die Höhenlage von mehr als 500 Metern über NN. Im Sommer wiederum kann es oft heißer werden als z. B. an der Nordseeküste, da der kühlende Effekt einer großen Wassermasse fehlt. Weitere wesentliche wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheiden. Durch diese Konstellation ist das Wetter relativ wechselhaft. Der Föhn bringt das ganze Jahr hindurch aus südlicher Richtung unregelmäßig warme, trockene Luftströmungen nach Fürstenfeldbruck. Das Kleinklima der Stadt wird von der Amper mitbestimmt.

Geschichte[Bearbeiten]

Kleinstadtidylle, Bullachstraße, Nähe Amper

Der Name Fürstenfeldbruck ist die Anreihung der Namen Fürstenfeld und Bruck.

Der Namensteil Fürstenfeld (Feld des Fürsten) sagt aus, dass diese Flur ehemals zum Besitz der Wittelsbacher gehörte. Dort wurde im Jahre 1263 das Zisterzienserkloster Fürstenfeld gegründet.
siehe auch Burgstall Engelsberg, Burgstall Gegenpoint

Die Siedlung Bruck in direkter Nachbarschaft des Klosters war schon vorher am dortigen Amper-Übergang entstanden. Für die Überquerung dieser Brücke, die zu der – damals sehr bedeutenden – Salzstraße gehörte, erhob die Familie der Gegenpointer im Auftrag der Welfen Zoll.

Um diese Zollstation und eine dort gegründete Poststation wuchs eine Siedlung, die erstmals 1306 als Markt bezeichnet wurde. 1340 erwarb das Kloster Grundherrschaft und Dorfgericht über den Markt. 1425 gingen auch die letzten Besitzrechte von den Gegenpointern an das Kloster über. 1440 konnte die Leonhardskirche in Bruck geweiht werden. 1569 wurde erstmals die Brucker Poststation genannt. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster Fürstenfeld im Barockstil neu erbaut.

1803 wurde das Kloster säkularisiert und ganz langsam entwickelte sich eine bürgerliche Selbstverwaltung. Seit 1873 ist Bruck mit der Bahn zu erreichen (Anschluss an die Bahnstrecke München-Lindau). Gerade auch die bessere Erreichbarkeit für die Münchner führte zu einem Aufschwung Brucks als Ausflugsziel. Beliebt waren hierbei das (Heil-)Bad in der Amper, Naturgenuss rings um den Markt (besonders seien hierbei auch jene Künstler hervorgehoben, die die Umgebung malend erkundeten) sowie das Schlittenfahren im Winter. Unter dem Elektropionier und Vater des Deutschen Museums Oskar von Miller (dessen Vater, der Erzgießer Ferdinand von Miller aus Bruck gebürtig war) ging 1892 das erste gemeindliche Elektrizitätswerk Bayerns ans Netz. Unterschiedliche Schreibweisen des Marktes Bruck durch verschiedene Behörden zwangen die Regierung, eine einheitliche Bezeichnung festzulegen: Sie lautet seit dem 6. August 1908 Fürstenfeldbruck.[2]

Amperbrücke Fürstenfeldbruck

Erst am 30. September 1935 wurde der Markt zur Stadt erhoben. 1936 wurde der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck für die Luftwaffe (Wehrmacht) fertiggestellt. Im April 1945 besetzten US-amerikanische Truppen die Stadt.

Mit der Anbindung an die S-Bahn München im Jahr 1972 gewann Fürstenfeldbruck weiter an Bedeutung und die Bevölkerungszahl nahm rasch zu. Im gleichen Jahr – während der Olympischen Spiele – missglückte die Befreiung israelischer Olympiateilnehmer aus der Gewalt palästinensischer Terroristen auf dem Gelände des Fliegerhorsts (siehe dazu Geiselnahme von München). Seit 1978 gehören im Zuge der Gebietsreform in Bayern auch Aich, Hasenheide, Lindach, Neulindach, Pfaffing und Puch zu Fürstenfeldbruck.

Der Landkreis hat mittlerweile über 180.000 Einwohner und die östlichen Bereiche des Landkreises sind teilweise schon sehr nah an die Landeshauptstadt München herangewachsen. Die Große Kreisstadt Germering bei München, die zum selben Landkreis gehört, hat inzwischen mehr Einwohner als Fürstenfeldbruck. Am 1. Januar 2006 wurde Fürstenfeldbruck ebenfalls zur Großen Kreisstadt erhoben.

Altstadt Pruggmayrstr.48.17743311.256673

Ein wichtiges Diskussionsthema der Stadtentwicklung schon im 20. Jahrhundert und dann im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war die Entwicklung der Guten Stube von Bruck (von der Amper bis zum Neuen Rathaus) in engem Zusammenhang mit der Entwicklung des Straßenverkehrs - führt doch die Bundesstraße B2 direkt durch das Zentrum. Nach langer Diskussion fand eine Fokussierung auf die sogenannte Deichenstegtrasse statt, auf der der Durchgangsverkehr das betroffene Gebiet östlich und mit einer neuen Amperquerung umfahren sollte. Nachdem ein Referendum gegen die Deichenstegtrasse zuvor gescheitert war, stimmten die Bürger am 27. September 2009 dann doch mehrheitlich gegen die Umgehung.

Verkehrspolitisch ebenfalls von Bedeutung ist die Taktung der S4, die trotz hoher Auslastung im Unterschied zu anderen Linien nur im 20-Minuten-Takt fährt. Gegen die Verknüpfung substantieller Verbesserungen mit der (unsicheren) Realisierung der 2. S-Bahn-Stammstrecke regt sich in der Region Widerstand aus Politik und Zivilgesellschaft.[3][4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Puch und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Aich und Malching eingegliedert.[5] Am 1. Mai 1978 kamen kleine Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Biburg hinzu.[6]

Einwohnerentwicklung
Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2005 2010 2013
Einwohner[7] 1.871 3.438 4.656 5.892 9.588 13.170 19.158 23.089 30.338 32.405 33.533 34.152 36.179

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat 40 Mitglieder. Die Sitzverteilung stellt sich seit der Kommunalwahl vom 16. März 2014 im Vergleich mit den vorigen Wahlen wie folgt dar:

Partei / Liste 2014 2008 2002
CSU 14 Sitze 17 Sitze 19 Sitze
Brucker Bürgervereinigung (BBV) 11 Sitze 5 Sitze 5 Sitze
SPD 6 Sitze 8 Sitze 8 Sitze
Grüne 4 Sitze 4 Sitze 2 Sitze
Freie Wähler Fürstenfeldbruck 2 Sitze 3 Sitze 3 Sitze
FDP / Parteifreie Brucker 1 Sitz 3 Sitze 2 Sitze
ÖDP 1 Sitz
Piratenpartei 1 Sitz
REP 1 Sitz
Gesamtzahl der Sitze 40 Sitze 40 Sitze 40 Sitze
Wahlbeteiligung 48,3 % 51,8 % 55,5 %

Oberbürgermeister der Stadt ist seit 1. Mai 2014 Klaus Pleil (BBV). Er konnte sich mit 62,3 % der abgegebenen gültigen Stimmen gegen den Bewerber der CSU, Andreas Lohde durchsetzen.

Wappen[Bearbeiten]

Wegen der langen Abhängigkeit vom Kloster Fürstenfeld entstand ein eigenständiges Brucker Wappen erst relativ spät. Die erste Wappenverleihung erfolgte 1813. Das heutige Wappen zeigt im Schildhaupt die berühmten bayerischen Rauten, darunter vor rotem Grund eine Brücke, die mit einem goldenen Kreuz geschmückt ist. So vereint das Wappen die christliche (klösterliche) Tradition des Ortes mit der merkantil-bürgerlichen Tradition der Brücke an der Fernhandelsstraße.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Frankreich Livry-Gargan (Frankreich) (seit 28. Juni 1967)
Italien Cerveteri (Italien) (seit 29. Juni 1973)
Vereinigte Staaten von Amerika Wichita Falls (USA) (seit 3. Dezember 1985)
Kroatien Zadar (Kroatien) (seit 2. Oktober 1989)
Spanien Almuñécar (Spanien) (seit 25. Juni 2005)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • Neue Bühne Bruck
  • Theater 5
  • s’Brucker Brettl

Literatur[Bearbeiten]

Die Nachkriegsatmosphäre in Fürstenfeldbruck ist Thema des umstrittenen Romans Trümmerkind des in Fürstenfeldbruck geborenen Autors Bernd Späth.

Veranstaltungen und Tagungen[Bearbeiten]

St. Leonhard, Innenraum
  • Das Veranstaltungsforum Fürstenfeld auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters bietet vielfältige Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Veranstaltungen und Tagungen.
  • Am 5. September vor dem Fliegerhorst: Gedenken an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972
  • Jedes Jahr um den Monatswechsel Oktober zu November findet in Fürstenfeldbruck die Leonhardifahrt zu Ehren des Heiligen Leonhard statt. Dabei werden die festlich geschmückten Pferde gesegnet und ziehen anschließend in einer großen Runde durch die Stadt. Die Fürstenfeldbrucker Sankt-Leonhard-Kirche spielt an diesem Feiertag natürlich eine besondere Rolle.
  • Alljährlich am Samstag vor dem Volkstrauertag (zwei Sonntage vor dem Ersten Advent) Gedenkveranstaltung der Luftwaffe an die Toten der Luftwaffe und Luftfahrt am Luftwaffenehrenmal.
  • Alljährlich am 13. Dezember pflegt man in Fürstenfeldbruck zu Ehren der Heiligen Lucia einen einzigartigen Brauch, das Lucien-Häuschen-Schwimmen. Von Kindern gefertigte Nachbildungen von Gebäuden der Stadt werden der nächtlichen Amper feierlich übergeben. Durch brennende Kerzen im Inneren der kleinen Kunstwerke wird der dunkle Fluss stimmungsvoll erleuchtet.

Weitere jährliche Veranstaltungen sind:

  • Faschingsumzug
  • Frühlingsfest
  • Altstadtfest auf dem Marktplatz jährlich am letzten Juli-Wochenende
  • Volksfest
  • Sommernachtsfest
  • Oldtimer Treffen
  • Internationale Fürstenfelder Naturfototage

Museen[Bearbeiten]

Das Stadtmuseum Fürstenfeldbruck, angesiedelt auf dem Areal des ehemaligen Zisterzienserklosters Fürstenfeld, befasst sich mit Heimatkunde und Geschichte der Kreisstadt und deren Umgebung. Die Schwerpunkte der Dauerausstellung sind hierbei die Epoche der römischen Herrschaft im Umkreis der heutigen Stadt, die Geschichte des Klosters sowie das bürgerliche Leben in Bruck zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Ergänzt wird das Angebot durch zeitlich begrenzte Ausstellungen zu verschiedenen, die Region betreffenden Themen.

Am Bahnhof befindet sich das Feldbahnmuseum des Modelleisenbahnclubs Fürstenfeldbruck e. V.

Das Energiemuseum der Stadtwerke ist im Kraftwerk der ehemaligen Klosterökonomie Fürstenfeld untergebracht. Kernstück der Ausstellung ist die Maschinenhalle mit einer Francis-Turbine. Eine Lehrsammlung befasst sich mit der Stromerzeugung und -verteilung sowie mit den berühmten Persönlichkeiten aus dem Elektrizitätswesen. „Von der Kerze bis zur Halogenlampe“ und „Vom Kraftwerk bis zur Steckdose“ reicht das Informationsangebot der Ausstellung.

Musik[Bearbeiten]

Stadtsaal im Veranstaltungsforum48.17005711.2466956

Das neue Veranstaltungsforum Fürstenfeld zieht beständig Musiker der näheren und weiteren Umgebung an, manchmal treten gar deutschlandweit bekannte Sänger im Stadtsaal vor zahlreichem Publikum auf. Insgesamt waren so im Lauf der letzten Jahre schon die verschiedensten Musikrichtungen in Fürstenfeldbruck zu Gast. Aber auch ein lokales Musikwesen ist in Fürstenfeldbruck in Form zahlreicher Musik- und Gesangsvereine vorhanden:

  • BACH-Chor und BACH-Orchester e. V.
  • Bezirksmusikverband Amper e. V.
  • Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck e. V.
  • Jugend Musik Verein Fürstenfeldbruck e. V.
  • Kath. Kirchenchor St. Magdalena
  • Kreismusikschule Fürstenfeldbruck
  • Philharmonischer Chor Fürstenfeld
  • Sängerkreis Fürstenfeldbruck e. V.
  • Stadtkapelle Fürstenfeldbruck e. V.
  • Zitherclub Frohsinn e. V.
  • Subkultur e. V.

Bauwerke[Bearbeiten]

Klosterkirche St. Maria

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Fürstenfeldbruck

St. Magdalena
  • Pfarrkirche St. Magdalena. Ein Bau der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, wohl aus der Miesbacher Bauschule, erneuert in Formen des späten Rokoko.
  • Wallfahrtskirche St. Leonhard. Ein seltener gotischer Zentralbau, der für die Leonhards-Wallfahrten und die damals üblichen Durchquerungen der Kirche zu Pferde im 15. Jahrhundert errichtet worden war.
  • Aumühle. Ein Industriedenkmal des späten 19. Jahrhunderts, heutige Stadtbibliothek von Fürstenfeldbruck und Sitz der Stadtwerke, früher Bullach-Mühle oder Altmil genannt, erste urkundliche Erwähnung 1331.
Altes Rathaus
  • Altes Rathaus. Die späte Einrichtung eines Rathauses in einem umgebauten Geschäftshaus erklärt sich aus der langen Abhängigkeit des Marktes Bruck vom nahen Kloster Fürstenfeld. Wegen dieser, erst durch die Säkularisation beendeten, politischen Konstellation, war ein bürgerliches Verwaltungszentrum bis in das 19. Jahrhundert hinein keine vordringliche Notwendigkeit gewesen. Das Gebäude wurde 1866 bis 1868 nach Plänen des Münchner Architekten Johann Marggraff errichtet. Darin sind Medaillons des in Fürstenfeldbruck geborenen Erzgießers Ferdinand von Miller, dem Erbauer der Bavaria bei der Ruhmeshalle über der Theresienwiese zu besichtigen. Heute finden im Sitzungssaal des ehemaligen Rathauses Hochzeiten statt.
  • Sankt Peter und Paul in Aich. Die jetzige Kirche besteht seit dem Jahr 1728. In der Einrichtung finden sich noch einige interessante Stücke des gotischen Vorgängerbaus. Andere Teile der Kirche weisen Züge des Rokoko auf.
  • Sankt Sebastian in Puch. Kirche im spätgotischen Stil – jedoch mit Stuckverzierungen. Vieles in der Kirchenausstattung weist auf die Verehrung der Seligen Edigna hin, die laut einer Legende in der benachbarten „1000-jährigen Linde“ ein Einsiedlerleben geführt haben soll. Der Schriftsteller Julius Langbehn liegt auf dem kleinen Friedhof begraben.
  • Bahnhof Fürstenfeldbruck, wurde in den Jahren 1871 und 1872 gebaut.
  • Alter Schlachthof und Badeanstalt auf der Lände. Der Alte Schlachthof auf der Lände wurde im April 1911 eröffnet. Architekt war Adolf Voll. Das Konzept beinhaltete die Kombination von Schlachthof und Volksbadeanstalt zur Verbesserung der hygienischen Verhältnisse. Beide Einrichtungen konnten auf gemeinsame technische Einrichtungen zurückgreifen.
  • Ehrenmal der Luftwaffe zur Erinnerung an alle gefallenen und tödlich verunglückten Angehörigen der Luftwaffe beider Weltkriege, der Luftfahrt und der Luftfahrtindustrie. (Errichtet 1962 von der Stiftung Luftwaffenehrenmal e. V., am 20. Mai 1966 an die Luftwaffe übergeben)

Parks[Bearbeiten]

Der schönste Park von Fürstenfeldbruck liegt östlich der Hauptstraße. Mit seinem alten Baumbestand ist er ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung. Durch ein geplantes Verkehrsobjekt (Deichenstegtrasse) wäre er einer nachhaltigen Änderung unterzogen worden. Das Projekt wurde jedoch in einem Bürgerentscheid 2009 abgelehnt.

Der Fürstenfeldbrucker Stadtpark befindet sich südlich der Altstadt zwischen der Hauptpost und den Stadtwerken.

Die kleinste Parkanlage befindet sich beim Zusammentreffen von Augsburgerstraße (Hauptstraße) und Maisacherstraße.

Ein kleiner Park besteht auch rund um das Stadterhebungsdenkmal nördlich des Hallenbads.

Der Waldfriedhof im Fürstenfeldbrucker Westen ist in parkähnlichem Charakter angelegt.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Bekannt ist die uralte Edignalinde im Stadtteil Puch.

Sport[Bearbeiten]

Im Internetauftritt der Stadt genannt werden (im November 2009) 61 Sportvereine. Einige bekannte Beispiele sind:

Der BSV Fürstenfeldbruck spielt seit der Saison 2010/2011 in der 1. Bundesliga Pool.

Seit 2013 werden jährlich die Brain Games, das zweitgrößte deutsche Schnellschach-Turnier, in der Marthabräuhalle ausgetragen.[8]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Die traditionelle Küche bzw. Bewirtung orientiert sich an den Münchner und altbairischen Spezialitäten: Die Münchner Weißwurst, der Leberkäs bzw. die Leberkässemmel, die Brezn, die Ausgezogene (ein rundes Schmalzgebäck) und die bayerischen Biere. In der Stadt befindet sich der Hauptsitz der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg (Produkte sind z. B. König Ludwig Weissbier Hell und König Ludwig Dunkel).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Fürstenfeldbruck

Der Flugplatz Fürstenfeldbruck ist eine ehemalige Flugbetriebsfläche der Luftwaffe, nördlich des von der Bundeswehr auch heute noch genutzten Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck. Teile der Flugbetriebsfläche werden für zivile Kleinstflugzeuge genutzt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

  • Der Sitz des regionalen Hörfunksenders 106.4 Top FM befindet sich in Fürstenfeldbruck.
  • Tageszeitungen am Ort sind die Fürstenfeldbrucker SZ (eine Regionalausgabe der Süddeutschen Zeitung) sowie das Fürstenfeldbrucker Tagblatt (eine Regionalausgabe des Münchner Merkur).

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Ökumenische Nachbarschaftshilfe mit Sozialdienst e. V. Fürstenfeldbruck und Emmering, Mehrgenerationenhaus mit Tagespflegeeinrichtung und Sozialstation
  • Stiftung Kinderhilfe Fürstenfeldbruck: Zweck der Stiftung Kinderhilfe ist die Förderung und Integration behinderter oder von Behinderung bedrohter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener
  • Kompass Brucker Weg: Ein renommiertes und seit mehr als zehn Jahren bestehendes sozialpädagogisches Betreutes Wohnen für ehemals drogenabhängige und drogengefährdete Jugendliche und junge erwachsene Mädchen, Jungen, Frauen und Männer
  • Caritas-Zentrum Fürstenfeldbruck: Verschiedene (Beratungs-)Angebote - Schuldenberatung, Sucht und Abhängigkeit, Ehrenamt und Freiwilligendienste, Leben im Alter, Senioren, Selbsthilfegruppen, Kompetenzzentrum für Demenz, Gebrauchtbuchladen, usw.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Eingang zum Fliegerhorst Fürstenfeldbruck
Amtsgericht
Hauptartikel: Fliegerhorst Fürstenfeldbruck
Mit 3400 Beschäftigten ist die Bundeswehr bislang der größte Arbeitgeber in Fürstenfeldbruck. Der Fliegerhorst ist einer der größten Bundeswehrstandorte in Süddeutschland. Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wird der Standort Fürstenfeldbruck aufgegeben; die derzeit dort stationierten Dienststellen ziehen um oder werden aufgelöst (in Klammer: Planungsabsicht zur jeweiligen Dienststelle).[9]

Bildung[Bearbeiten]

  • Graf-Rasso-Gymnasium
  • Viscardi-Gymnasium
  • Ferdinand-von-Miller-Realschule
  • Staatliche Berufsschule Fürstenfeldbruck
  • Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule Fürstenfeldbruck
  • Volksschule Nord (Grund- und Hauptschule)
  • Hauptschule West
  • Richard-Higgins-Grundschule (früher: Grundschule West)
  • Grundschule am Niederbronner Weg
  • Philipp-Weiß-Schule
  • Volkshochschule Fürstenfeldbruck
  • Stadtbibliothek in der Aumühle

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Johann Baptist Miller (1823–1899), 1. Bürgermeister von 1. Oktober 1857 bis 1. Januar 1894[10]
  • Ferdinand von Miller (1813–1887), Erzgießer, Erbauer der Bavaria

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zu Fürstenfeldbruck[Bearbeiten]

  • Edigna von Puch († 1109), Einsiedlerin im Hochmittelalter, nach der Legende lebte sie in einer hohlen Linde in dem heutigen Brucker Stadtteil.
  • Johannes Mathesius (1504–1565), Luther-Biograf und Reformator: In Bruck bei Fürstenfeld studierte er im Hause des Pfarrers Zacharias Weichsner während seiner Lehr- und Wanderjahre Luthers Lehren.
  • Oskar von Miller (1855–1934), Gründer des Deutschen Museums, Erbauer des ersten deutschen Elektrizitätswerkes, Sohn des in Fürstenfeldbruck geborenen Ferdinand von Miller
  • Adolf des Coudres (1862–1924), Landschaftsmaler, gestorben in Fürstenfeldbruck
  • Dr. Owlglass (eigentlich Hans Erich Blaich; 1873–1945), Schriftsteller, Lyriker und Redakteur beim Simplicissimus, gestorben in Fürstenfeldbruck
  • Selma des Coudres (1883–1956), Malerin, gestorben in Fürstenfeldbruck
  • Paul Heinzelmann (1888–1961), Schriftsteller, Drucker und Verleger; Begründer des Steinklopfer-Verlags Fürstenfeldbruck
  • Hubertus Grunhofer (1922–2000), Generaloberstabsarzt der Bundeswehr, gestorben im Jahr 2000 in Fürstenfeldbruck
  • Richard W. Higgins (1922–1957), Pilot der USAF, opferte 1957 sein Leben, um einen Flugzeugabsturz über Fürstenfeldbruck zu verhindern
  • Guido Zingerl (eigentlich Heinrich Scholz; * 1933), Kunstmaler, Zeichner, Karikaturist
  • Horst Wawrzynski (* 1952), Polizeipräsident in Leipzig und Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters dort

Sonstiges[Bearbeiten]

  • FFB ist neben dem Autokennzeichen von Fürstenfeldbruck auch ein Lied der Spider Murphy Gang mit der Textzeile „Ja sie wui so gern wieda hoam, nach FFB“.
  • Fürstenfeldbruck ist der Handlungsort des Kriminalromans Werbevoodoo des Schriftstellers Ono Mothwurf.
  • Der Film The Burning Moon des deutschen Splatterregisseurs Olaf Ittenbach wurde 1992 teilweise in Fürstenfeldbruck gedreht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl A. Hoffmann: Fürstenfeldbruck. In: Der Landkreis Fürstenfeldbruck. 1992. ISBN 3-9803189-0-7
  • Andreas Toscano del Banner: Kunst- & Kulturführer – Region München. W. Ludwig Verlag, München 1992. ISBN 3-7787-2129-1. S. 78 f.
  • Volker Liebe, Robert Weinzierl: Denkmäler in Bayern. Band I.12. Landkreis Fürstenfeldbruck. Lipp-Verlag, München 1996. ISBN 3-87490-574-8
  • Birgitta Klemenz (Hg.): Fürstenfeldbruck. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2006. ISBN 3-7954-1809-7
  • Walter Irlinger, Toni Drexler und Rolf Marquardt (Hg.): Landkreis Fürstenfeldbruck – Archäologie zwischen Ammersee und Dachauer Moos. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2007. ISBN 978-3-8062-2079-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fürstenfeldbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Fürstenfeldbruck – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 466
  3. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/s-bahn-nach-fuerstenfeldbruck-ministerium-vertroestet-pendler-auf-1.1150539 Ministerium vertröstet Pendler auf 2014
  4. http://www.s4-ausbau-jetzt.de/ Bürgerinitiative S4-Ausbau jetzt
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 576.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 577.
  7. Kommunalstatistik von Fürstenfeldbruck, abgerufen am 3. Januar 2011
  8. http://ffbopen.de/
  9. http://www.kreisbote.de/lokal_nachrichten/fuerstenfeldbruck-kreis/1/1/bundeswehrstandort-fuerstenfeldbruck-wird-ganz-aufgegeben-bocklet-bezeichnet-die-komplette-schliessung-als-nachteil-fuer-menschen-arbeitsmarkt-und-wirtschaftskraft-1319619253/
  10. http://www.fuerstenfeldbruck.de/ffb/web.nsf/id/li_blat7dsfmb.html Bericht über Ehrenbürger Johann Baptist Miller auf der Stadt-Website