Roger Manners, 5. Earl of Rutland

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Roger Manners, 5. Earl of Rutland

Roger Manners, 5. Earl of Rutland (* 6. Oktober 1576; † 26. Juni 1612 in Cambridge, England) war ein englischer Adliger, der in elisabethanischer Zeit als Patron der Künste wirkte.

Leben[Bearbeiten]

Er war der Sohn von John Manners, 4. Earl of Rutland (um 1559–1588) und Francis Charlton. Manners studierte am Queens’ College der Universität Cambridge. Später folgte er seinem Tutor John Jegon ans Corpus Christi College, wo er 1588 auch nach dem Tod seines Vaters den Titel erbte. In Cambridge führte er das Leben eines Adligen aus reichem Haus, hatte einen Diener und ging zur Jagd. Im Februar 1595 schloss er mit dem Magister Artium ab und begann 1596 eine Europareise über Paris und die Schweiz nach Italien, wo er sich an der Universität Padua einschrieb.

1598 wurde er am Gray’s Inn in London als Rechtsanwalt zugelassen. Er wurde ein enger Freund von Robert Devereux, 2. Earl of Essex, an dessen Militärunternehmen in Irland er 1599 als Oberst der Infanterie teilnahm. Dort blieb er aber nur kurz (er war einer derjenigen, die Essex dort eigenmächtig in den Ritterstand erhob, wodurch dieser den Unwillen der Königin erregte). Im selben Jahr erhielt er auch einen Magister Artium der Universität Oxford und schloss sich dann der Truppe von Henry Percy, 9. Earl of Northumberland, auf Seiten der Niederlande gegen Spanien an. 1600 war er Konstabel im Schloss von Nottingham und Stewart des Sherwood Forrest. Da er 1601 an der Verschwörung von Devereux gegen Königin Elisabeth beteiligt war, wofür dieser im Februar 1601 hingerichtet wurde, landete er im Tower. Er gab sich reumütig und wurde nach eingehendem Verhör gegen Zahlung von 30.000 Pfund entlassen. Unter Elisabeths Nachfolger Jakob I. war er wieder in Gunst. Seine Finanzen erholten sich, als er 1603 die Aufsicht über Birkwood Park in Yorkshire und Clipstone Castle in Northamptonshire erhielt. Von Juni bis August 1603 führte er eine Gesandtschaft nach Dänemark zu Christian IV. an, um diesem den Hosenbandorden zu überbringen, der diesem durch den englischen König verliehen worden war, und den englischen König (dessen Frau Anna eine dänische Prinzessin war) bei der Taufe von dessen Sohn zu vertreten. Im selben Jahr wurde er Lord Lieutenant von Lincolnshire und Stewart von Grantham, was 1609 noch um diejenige von Long Bennington und Mansfield vermehrt wurde.

Manners wurde von seinen Zeitgenossen als Mann von hohen Talenten gerühmt, war mit vielen Literaten befreundet und besuchte häufig die Theater in London, genauso wie sein enger Freund Henry Wriothesley, 3. Earl of Southampton. Er soll auch den Architekten (und Organisator von höfischen Maskenspielen) Inigo Jones bei Hof eingeführt haben.

1599 heiratete er Elizabeth Sidney (1584–1612), die Tochter des Höflings und Dichters Sir Philip Sidney und Enkelin von Francis Walsingham. Nach Manners frühem Tod mit 35 Jahren fiel sein Titel an seinen jüngeren Bruder Francis Manners (1578–1632). Einige Quellen mutmaßen, dass Manners von seiner Frau Elisabeth vergiftet worden sei. Er liegt in der Kirche der St. Mary the Virgin in Bottesford in Leicestershire begraben. Seine Frau, die kurz nach ihm starb, liegt dagegen bei ihrem Vater Philip Sidney begraben.

Briefe von Manners sind im Familienbesitz erhalten.

Gelegentlich[1] ist er als Kandidat in der Urheberschaftsdebatte um William Shakespeare genannt worden. Dabei wird neben seinem eifrigen Theaterbesuch z.B. angeführt, dass er in Padua Kommilitonen mit Namen Rosencrantz und Guildenstern hatte.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. so der Russe Ilja Gililov „The Shakespeare Game – the mystery of the great Phoenix“, Algora Publishing 2003. Nach ihm hat auch seine Frau Elisabeth Sydney daran mitgewirkt. In dem Gedicht „The Phoenix and the Turtle“ sieht er eine Elegie auf beide.


Vorgänger Amt Nachfolger
John Manners Earl of Rutland
1588–1612
Francis Manners