Rubikon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt einen italienischen Fluss. Für weitere Bedeutungen siehe auch Rubicon.
Rubikon
italienisch: Rubicone
Der Rubicone, der heute mit dem antiken Rubikon identifiziert wird

Der Rubicone, der heute mit dem antiken Rubikon identifiziert wird

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Emilia-Romagna, Italien
Flusssystem Rubikon
Flussgebietseinheit Appennino Settentrionale
Quelle etwa 40 Kilometer nordöstlich von FlorenzVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Mündung Bei San Mauro a Mare in die Adria44.168158512.44327060Koordinaten: 44° 10′ 5″ N, 12° 26′ 36″ O
44° 10′ 5″ N, 12° 26′ 36″ O44.168158512.44327060
Mündungshöhe m s.l.m.[1]Vorlage:Infobox Fluss/HÖHENUNTERSCHIED_fehlt
Der Rubicone nahe der Mündung bei Gatteo a Mare

Der Rubicone nahe der Mündung bei Gatteo a Mare

Der Rubikon (auch Rubicon oder Rubico), italienisch: Rubicone, ist ein kleiner Fluss, der südlich von Ravenna in die Adria mündet und aufgrund seiner Geschichte einer Metapher zur Grundlage dient.

Historische Bedeutung[Bearbeiten]

Historisch war der Rubikon ein Grenzfluss zwischen der römischen Provinz Gallia cisalpina und dem eigentlichen Italien, das zu klassischer römischer Zeit keine Provinz war.

Bekannt wurde der Rubikon durch den römischen Bürgerkrieg, den Gaius Iulius Caesar ab 49 v. Chr. gegen Gnaeus Pompeius Magnus führte. Der Römische Senat beschloss am 7. Januar 49 v. Chr., dass Gaius Iulius Caesar sein Heer entlassen und sein Imperium, d. h. seine Befehlsgewalt für Gallien und Illyrien, niederlegen müsse, ehe er erneut für das Konsulat kandidieren dürfe. Daraufhin überschritt Caesar am 10. Januar 49 v. Chr. mit seinen Truppen den Rubikon. Die bewaffnete Überquerung des Flusses in Richtung Süden – und damit in Richtung Rom – war gleichbedeutend mit einer Kriegserklärung an den römischen Senat. Caesar war sich bewusst, dass es ab diesem Punkt kein Zurück mehr gab, was er in dem berühmten Zitat alea iacta est (wörtlich: „Der Würfel ist geworfen worden“) zum Ausdruck brachte.

Geografie[Bearbeiten]

Die Lokalisierung des antiken Rubikon ist bis heute ungeklärt. Zuletzt bestimmte Benito Mussolini einen Fluss als Rubicone.[2]

Der heutige Rubicone entspringt etwa 40 Kilometer nordöstlich von Florenz in den mittleren Höhenlagen der Apenninen. Er fließt dann durch den südlichen Teil der Emilia-Romagna an Forlì vorbei, passiert Ravenna im Süden und mündet zwischen den Ortsteilen Gatteo a Mare von Gatteo und Savignano a Mare von Savignano sul Rubicone in die Adria.

Rubikon als Metapher[Bearbeiten]

Noch heute steht der Ausdruck „den Rubikon überschreiten“ dafür, sich unwiderruflich auf eine riskante Handlung einzulassen; er stand Pate für ein psychologisches Handlungsmodell, das Rubikonmodell der Handlungsphasen in der Motivationstheorie von Heinz Heckhausen. Eine bekannte Verwendung dieser Metapher erfolgte in der als Rubikon-Rede bekanntgewordenen Ansprache, die der damalige südafrikanische Präsident Pieter Willem Botha im August 1985 hielt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rubicone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Topografische Karte 1:25000
  2. Ulrich Gotter: Vom Rubicon nach Actium. Schauplätze der Bürgerkriege, in: Elke Stein-Hölkeskamp (Hrsg.), Karl-Joachim Hölkeskamp (Hrsg.): Erinnerungsorte der Antike. Die römische Welt, Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-60496-6, S. 243.