Rudaki

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Das Denkmal Rudaki in Duschanbe (Tadschikistan).

Rudaki (auch Rodaki, wörtlich „aus Rudak“), eigentlich Abu Abdullah Djafar,(persisch ‏ابو عبدالله رودکی‎, tadschikischeАбӯабдуллоҳ Ҷаъфар Рӯдакӣ), (* 859 in Rudak, Chorasan; † 940/41 wahrscheinlich ebenda)[1] wird von vielen mit einigem Recht als Vater der neupersischen Poesie bezeichnet.

Rudaki wirkte eine Zeit lang am Hofe des Samanidenfürsten[2] Amir Nasr Ben Ahmad II. (914-942/3). Er fiel zwar in der Gunst des Emirs, doch war er bei den Dichtern in verschiedenen Epochen als „Meister“ bzw. als „König der Dichter“ bekannt und berühmt.

Rudaki starb 941 in bescheidenen Verhältnissen. Von ihm sind ca. 1000 Verse aus Gattungen Qassida, Ghazal, Masnawī („Doppelverse“) und Rubāʿī („Vierzeiler“) übrig geblieben.

Das Meisterwerk von Rudaki ist Kalīla wa Dimna (Burzoes Panchatantra), das er in Versform ins Neupersische übertrug. Es handelt sich um Fabeln, die sowohl lehrreich und unterhaltend als auch humorvoll und kritisch sind. Ferdousī widmete ein Kapitel seines Schāhnāme dieser Fabelsammlung von Rudaki.

Die Urschrift des Kalīla wa Dimna stammt ursprünglich aus dem Sanskrit und hieß in Indien Panchatantra („Fünf Sinne“ oder „Fünf Musen“). Dies war auch der Name der verschiedenen Ausgaben der Sanskrit-Bücher, die offenbar 2000 Jahre alt sind. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass der heutige Begriff „Tantra“ auf jene Tantras – Meditation – Musik, Tanz, Tiere und Opfergabe zurückzuführen ist.

Kalīla wa Dimna gehört zu den Pandsch Ketab („fünf Büchern“), durch die z. B. die Kinder auf dem heutigen Boden Afghanistans in den Dorfschulen und „Koranschulen“, in der Madchal („Vorschule“) und in Familien mit besonderem Spaß lesen und schreiben lernten. Die Sprache von Rudaki ist einfach, seine Dichtung ist melodisch und vielschichtig.

Von Rudaki stammen weitere Gedichte, welche sich mit den Themen „Wissen“, „Bildung“, „Kunst“, „Tod“, „Leben“, „Liebe“, „Nauroz“ und „Welt“ beschäftigen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rūdakī. Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 6. November 2011.
  2. Der Islam I, S. 238, Frankfurt/M 1968.

siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]