Rudolf Agricola (Humanist)

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Rudolf Agricola

Rudolf Agricola, auch Rudolph(us) Agricola, eigentl. Roelof Huysman, (* 17. Februar 1444 (oder 23. August 1443) in Baflo bei Groningen; † 27. Oktober 1485 in Heidelberg) war ein frühhumanistischer niederländischer Schriftsteller und Gelehrter.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Agricola studierte 1456 bis 1465 in Erfurt und Löwen, 1469 bis 1479 in Ferrara und Pavia. Danach hielt er sich in Ferrara am Hof des Herzogs Ercole I. d’Este auf. 1482 war er Vertreter der Stadt Groningen am Hof des Kaisers Maximilian I. 1483 berief ihn Johann von Dalberg, der Bischof zu Worms und kurpfälzische Kanzler nach Heidelberg, wo er in freier Verbindung mit der damals schon fast hundert Jahre bestehenden Universität Vorlesungen über griechische und römische Literatur und hebräische Sprache hielt. Zu seinen Schülern zählte der spätere poeta laureatus und spätere Erzhumanist Konrad Celtis, auf dessen Veranlassung 1491 die Sodalitas litteraria Rhenania, die rheinische Gesellschaft für Wissenschaft in Heidelberg ihren geistigen Mittelpunkt nahm.

Werk[Bearbeiten]

Agricola übersetzte zahlreiche griechische Werke ins Lateinische und setzte sich für das Studium der Antike ein. Sein Hauptwerk „De inventione dialectica“ („Über die dialektische Denkmethode“) erschien 1515 in drei Bänden. 1539 gab Alardus von Amsterdam eine Auswahl seiner Schriften unter dem Titel „Rudolphi Agricolae lucubrationes“ („Rudolph Agricolas Nachtarbeiten“) heraus.

Rudolf Agricola betätigte sich neben seiner humanistischen Arbeit als Orgelsachverständiger und Organist in Groningen und Ferrara. So wurden seine Gutachten eingeholt beim Bau einer neuen Orgel für die Martinikirche in Groningen (1479) und in Kampen (1480).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rudolf Agricola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rudolf Agricola – Quellen und Volltexte