Ruine Valkenburg

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Ruine Valkenburg
Die Ruine Valkenburg (2005)

Die Ruine Valkenburg (2005)

Entstehungszeit: um 1115
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Maastricht
Geographische Lage 50° 51′ 43″ N, 5° 49′ 51″ O50.8619444444445.8308333333333Koordinaten: 50° 51′ 43″ N, 5° 49′ 51″ O
Ruine Valkenburg (Niederlande)
Ruine Valkenburg

Die Ruine der Valkenburg, elf Kilometer östlich von Maastricht in Valkenburg aan de Geul gelegen, ist die einzige Höhenburg in den Niederlanden. Valkenburg wurde zum Rijksmonument erklärt. Die Burg verfügt zudem über einen Zugang zu einem unterirdischen System von Fluchtgängen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die früheste Anlage baute etwa um 1115 Goswin I. von Heinsberg, Herr von Valkenburg. Sie wurde 1122 durch den Grafen von Löwen nach erfolgreicher Belagerung zerstört.

Im 13. Jahrhundert wurde die Burg wieder errichtet, aber durch Johann III. Herzog von Brabant 1329 erstürmt und wieder zerstört. Ab 1370 war die Burg in den Besitz der Herzöge von Brabant übergegangen.

Die Valkenburg wurde 1465, 1568 und 1632 belagert und schließlich 1672 gesprengt, damit die Franzosen sie nicht nutzen konnten. Von der aus dem 14. Jahrhundert stammenden eher dreieckigen Anlage sind heute noch Reste von zwei runden Ecktürmen, einem Wohntrakt an der Seite eines tieferen Innenhofs und ein Wachtturm erhalten. In die Felsen wurden Gänge geschlagen, die zu Zeiten einer Belagerung durch die Burgbesatzung genutzt wurden.

Die Burg war 1944 noch einmal Schauplatz von Kampfhandlungen. Deutsche Soldaten nutzten die massiven Felsgänge als Schlupfwinkel gegen Angriffe der Alliierten.

Anlage[Bearbeiten]

Man kann den Aufbau der Anlage grob in vier Phasen unterteilen.

In der ersten Phase wurde ein rechteckiger Donjon auf dem Heunsberg errichtet, der so eine natürliche Motte darstellte. Noch war dies kein richtiger Donjon, obwohl wehrhaft, sondern eher ein Wohnturm, dessen Grundriss 18 × 12 Meter betrug. Umgeben war er von einer Palisade. Auch die Wirtschaftsgebäude waren aus Holz gebaut. Bereits in dieser Phase wurden erste Fluchtgänge in den Fels des Heunsberges geschlagen.

Die zweite Phase begann mit der Entstehung eines neuen Turmes. Dieser war sechzehneckig und hatte einen Durchmesser von 15 Metern. Er war noch robuster als sein Vorgänger. Das Baumaterial war Mergel, ein Sedimentgestein, das gewonnen wurde, als man weitere Gänge in den Heunsberg schlug. Die Mauern waren bis zu zwei Meter dick. An einer hölzernen Palisade und hölzernen Wirtschaftsgebäuden wurde festgehalten. Zu dieser Zeit entstand auch die Stadt Valkenburg.

In der dritten Phase wurde der sechzehneckige Turm durch einen zehneckigen ersetzt. Warum dies geschah ist nicht bekannt, zumal der Turm mit einem Durchmesser von 9,50 Meter auch kleiner war. Gleichzeitig wurde die hölzerne Palisade durch eine Steinmauer ersetzt. Auch die meisten Gebäude wurden nun aus Stein errichtet. Von dieser Burg aus terrorisierte der Raubritter Walram der Rossige die Gegend um Valkenburg.

Die letzte Phase des Ausbaus ist die am besten dokumentierte. Kaiser Karl V. gab dem Maler Jacob van Deventer 1550 den Auftrag, Stadt und Burg Valkenburg zu zeichnen. Diese Zeichnung ist erhalten geblieben. Deutlich zu sehen ist, dass es zu jener Zeit einen eigentlichen Donjon nicht mehr gab. Am Südende der Anlage befand sich ein hoher Turm mit Kegeldach. Die Gebäude waren palastartig gebaut. Dies mag den im 16. Jahrhundert aufkommenden Wunsch nach mehr Wohnlichkeit auf den Burgen dokumentieren. Zugang zu der von einer steinernen Ringmauer umschlossenen Burg bot eine Brücke, die durch einen großen Rundturm gesichert war. In den Wällen waren kleinere Rundtürme eingebaut. Im Ostteil des Walls wurde eine massive Bastion eingebaut, die dazu diente, Artillerie unterzubringen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chris Gravett: Atlas der Burgen. Die schönsten Burgen und Schlösser. Tosaverlag, Wien 2001, S. 83, ISBN 3-85492-470-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruine Valkenburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien