Maastricht

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Dieser Artikel beschreibt die niederländische Stadt; zu der geologischen Zeitstufe siehe Maastrichtium; zum Vertrag von Maastricht siehe dort.
Gemeinde Maastricht
Flagge der Gemeinde Maastricht
Flagge
Wappen der Gemeinde Maastricht
Wappen
Provinz Limburg
Bürgermeister Onno Hoes (VVD)
Sitz der Gemeinde Maastricht
Fläche
 – Land
 – Wasser
60,06 km²
56,8 km²
3,26 km²
CBS-Code 0935
Einwohner 122.468 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 2039 Einwohner/km²
Koordinaten 50° 51′ N, 5° 41′ O50.8491666666675.6891666666667Koordinaten: 50° 51′ N, 5° 41′ O
Höhe 49 m NAP
Bedeutender Verkehrsweg A2, A79, Maas
Vorwahl 043
Postleitzahlen 6211–6229
Website www.maastricht.nl
Lage von Maastricht in den Niederlanden

Maastricht ( anhören?/i), bis ins 20. Jahrhundert (und auf Französisch bis heute) auch Maestricht [maːˈstrɪxt] (in den meisten limburgischen Dialekten Meschtreech, im Maastrichter Dialekt aber Mestreech [məˈstʁeːç]), ist die Hauptstadt der niederländischen Provinz Limburg und eine der ältesten Städte der Niederlande.

Der Name der Stadt ist aus dem lateinischen Traiectum ad Mosam und Mosae Traiectum („Maasübergang“) überliefert, welcher wahrscheinlich auf die von den Römern errichtete Brücke zurückgeht.

Das Stadtwappen zeigt einen silbernen, fünfzackigen Stern auf rotem Grund mit einer goldenen Krone gekrönt und von einer Engelsgestalt im blauen Gewand gehalten.

Maastricht ist ein populärer Ort für Bildung, Kultur, Erholung und Shopping. Die Stadt kandidierte für den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2018[2], wurde jedoch von der Stadt Leeuwarden geschlagen. Die Universitätsstadt weist einen großen Anteil internationaler Studenten auf.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Topographische Karte von Maastricht, 2011–2012

Maastricht liegt im äußersten Südosten der Niederlande zwischen Belgien und Deutschland, an beiden Seiten der Maas. Maastricht grenzt sowohl an das gleichsprachige Flandern als auch an die Wallonie. Man versteht sich in Maastricht nicht erst seit dem gleichnamigen Vertrag von Maastricht als auf dem europäischen Balkon, auch Euro-Loge genannt [3]. Die Randlage Maastrichts innerhalb der Niederlande ist vielerorts spürbar. Besonders in der Innenstadt mit seinen französisch anmutenden Geschäften wie der Bonbonnière oder Hotels mit Namen wie les Charmes oder dem Hôtel de l'Empereur ist ein Einfluss der Wallonie erkennbar.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Westen an die belgischen Gemeinden Lanaken, Riemst und Visé, und im Osten an die niederländischen Gemeinden Meerssen, Valkenburg aan de Geul und Eijsden-Margraten.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Maastricht besteht offiziell aus fünf Bezirken, die in 44 Stadtviertel unterteilt sind:

  1. Nordöstlicher Stadtteil: Beatrixhaven, Borgharen, Itteren, Meerssenhoven, Wyckerpoort, Wittevrouwenveld, Nazareth, Limmel, Amby
  2. Nordwestlicher Stadtteil: Brusselsepoort, Mariaberg, Belfort, Pottenberg, Malpertuis, Caberg, Oud-Caberg, Malberg, Dousberg-Hazendans, Daalhof, Boschpoort, Bosscherveld, Frontenkwartier, Belvédère, Lanakerveld
  3. Stadtteil Centrum: Binnenstad, Jekerkwartier, Kommelkwartier, Statenkwartier, Boschstraatkwartier, Sint-Maartenspoort, Wyck-Céramique
  4. Südöstlicher Stadtteil: Randwyck, Heugem, Heugemerveld, Scharn, Heer, De Heeg, Vroendaal
  5. Südwestlicher Stadtteil: Villapark, Jekerdal, Biesland, Campagne, Wolder, St. Pieter

Zur Gemeinde gehören neben der Stadt Maastricht auch die nördlich davon gelegenen Dörfer Itteren (mit etwa 1500 Einwohnern) und Borgharen (etwa 1850 Einwohner). Die Stadtviertel Amby, Limmel, Heer, Caberg, Wolder und Heugem waren früher ebenfalls selbstständige Dörfer. Die Ortskerne dieser Dörfer sind zum Teil gut erhalten geblieben. Die Einwohner von Heer sprechen einen anderen Dialekt als jene der Maastrichter Innenstadt.

Klima[Bearbeiten]

Maastricht und Umgebung gehören zur gemäßigten Klimazone und weisen ein ozeanisches Klima auf, das heißt feuchtes Wetter, milde Winter und relativ ausgeglichene Temperaturen.

Maastricht
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
59
 
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54
 
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7
 
 
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9
3
 
 
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5
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Maastricht
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,4 5,5 8,9 12,6 17,3 20,3 21,9 21,9 18,8 14,5 8,6 5,4 Ø 13,4
Min. Temperatur (°C) -0,6 -0,5 1,6 3,8 7,6 10,7 12,4 12,3 9,9 6,8 2,8 0,4 Ø 5,6
Niederschlag (mm) 58,8 53,9 61,7 52,3 63,1 74,7 69,5 66,7 56,9 59,9 72,2 71,4 Σ 761,1
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,5 3,2 4,7 6,0 5,9 5,9 5,7 4,5 3,5 1,9 1,2 Ø 3,9
Regentage (d) 13 10 12 11 11 11 10 10 9 9 12 13 Σ 131
Luftfeuchtigkeit (%) 88 84 80 76 75 76 76 77 81 84 87 89 Ø 81,1
T
e
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4,4
-0,6
5,5
-0,5
8,9
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12,6
3,8
17,3
7,6
20,3
10,7
21,9
12,4
21,9
12,3
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14,5
6,8
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5,4
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72,2
71,4
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Verkehr[Bearbeiten]

Kennedybrücke

Schifffahrt[Bearbeiten]

Der ehemalige, historische Hafen von Maastricht wurde zu einem Jachthafen (´t Bassin) umgebaut, der über die Zuid-Willemsvaart beziehungsweise über eine Schleuse zur Maas erreicht werden kann.

Massengutfrachter auf der Maas in Maastricht

Weitere ehemalige Hafenbecken sind mit Wohnbooten belegt oder nicht mehr in Gebrauch. Eine weitere Schleuse verbindet diese ehemaligen Hafenteile am Kanal „Zuid Willhelmsvaart“ mit der Maas. Ein Teil der ehemaligen St.Pieter Schleuse wird als Jachthafen genutzt. Dort sind die ehemaligen Liegeplätze der Berufsschifffahrt weitestgehend versandet und untief. Weitere Jachthäfen finden sich sowohl im Stadtbereich als auch auf den umliegenden Plassen. Der Industriehafen von Maastricht ist der Beatrixhafen , der am Julianakanal liegt. Am Maaskai liegen diverse Ausflugsschiffe. Über den Kanal van Ternaaien ist die Maas mit dem Albertkanal verbunden.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Maastricht ist durch Eisenbahnverbindungen mit Eindhoven und Venlo über Sittard und Roermond sowie mit Lüttich (Bahnstrecke Lüttich–Maastricht) verbunden; über Heerlen auch mit Aachen. Außerdem verkehrt zwischen dem Hauptbahnhof (Centraal Station) Maastricht und Aachen Hauptbahnhof eine Buslinie.

Von Ende 2006 bis Anfang 2012 gab es eine Verbindung mit Schnellzügen von Maastricht über Lüttich nach Brüssel. 2012 wurde die Intercity-Verbindung jedoch wieder eingestellt. Die Strecke wird nun lediglich noch mit Regionalzügen bedient.

Stadtbahnverkehr[Bearbeiten]

Am 18. Dezember 2012 beschloss der Stadtrat von Maastricht, dass das länderübergreifende Projekt „Tramverbinding Vlaanderen-Maastricht“ umgesetzt wird. Dabei handelt es sich um eine Verbindung der Zentren von Hasselt in Belgien und Maastricht. Zwischen den Städten übernimmt sie Aufgaben wie die Euregiobahn in Aachen, innerhalb der Orte fährt sie bis ins Stadtzentrum. Der größte Teil der Strecke befindet sich auf belgischem Gebiet. Dieser Teil gehört zum 300 Millionen schweren Spartacus-Plan, der eine Reihe von Verbesserungen im Regionalverkehr in Belgisch-Limburg bringen soll. In Belgisch-Limburg soll 2013 die Entscheidung für das Projekt fallen. Wenn alles nach Plan verläuft, rollt die erste Stadtbahn 2018 durch Maastricht und Hasselt.[4]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die östlich der Maas verlaufende Autobahn A2 verbindet Maastricht mit Amsterdam und Lüttich, die A79 mit Heerlen und weiter über die A76 / A 4 (D) mit Aachen. Die A2 ist östlich der Altstadt über eine Strecke von etwa 1,5 km noch keine Autobahn (N2). Diese Strecke soll 2012 bis 2016 ausgebaut werden, was eine Lösung der täglichen Verkehrsprobleme herbeiführen soll.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Etwa 10 Kilometer nördlich des Stadtzentrums befindet sich der internationale Flughafen Maastricht Aachen Airport. Dort befindet sich auch das Maastricht Upper Area Control Centre (Maastricht UAC) der Eurocontrol, von wo die oberen Flugkorridore Nordwestdeutschlands, der Benelux-Länder und Nordfrankreichs überwacht werden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Shoppingcenter Mosae Forum

Maastricht ist ein Verwaltungs- und Versorgungszentrum von überregionaler Bedeutung. Die Stadt hat eine Universität, die Universität Maastricht (oder Maastricht University), die aufgrund ihres hohen Anteils ausländischer Studenten internationale Bedeutung hat. Besonders hoch ist der Anteil deutscher Studenten mit etwa 30 %. Die Universität hat zwei Standorte: die medizinische und psychologische Fakultät und das Universitätskrankenhaus sind in neuen Gebäuden im Stadtteil Randwyck untergebracht; die meisten anderen Fakultäten in ehemaligen Klöstern und anderen Gebäuden in der Stadtmitte.

Nahe der Universität steht das große Messe- und Konferenzzentrum MECC. Ein Anbieter von Telefondiensten hat in Maastricht ein bedeutendes Verwaltungsgebäude. Weiter gibt es einige größere Call-Center. Außerdem ist Maastricht Sitz einer sogenannten Arrondissementsrechtbank (Amtsgericht).

Der Tourismus ist ein wichtiger Zweig der Maastrichter Wirtschaft. Die Stadt bietet viele Sehenswürdigkeiten. Auch ist die Stadt Austragungsort vieler Konferenzen, Tagungen und Veranstaltungen, so dass es dementsprechend viele Hotels in Maastricht gibt.

Noch immer bedeutend ist die traditionelle Industrie in Maastricht, sowie die Keramikindustrie, die Geschirr, Wandfliesen, Waschbecken, Klosettbecken und anderes herstellt. An der Maas südlich von Maastricht steht die größte Zementfabrik der Niederlande. Dessen Rohstoff ist der Mergelstein, der südlich der Stadt im Sint Pietersberg abgebaut wird. Weitere größere Fabriken in der Stadt erzeugen Autoteile, Metallteile für Büromöbel, Papier, Glas und Snacks.

Geschichte[Bearbeiten]

Turm der früheren Stadtmauer
1579: Maastricht belagert von der spanischen Armee
1579: Einnahme von Maastricht durch die Spanier unter dem Herzog von Alba
Das Gouvernement: 1992 wurde hier der Vertrag von Maastricht unterzeichnet

Bereits etwa 500 v. Chr. gab es eine keltische Ansiedlung an einer durchwatbaren Stelle der Maas.[5] Untermauert wird dies durch einen in den Niederlanden einmaligen Münzfund aus dem ersten Jahrhundert vor Christus.[6] Damit zählt Maastricht zu den drei ältesten Städten der Niederlande.[7] Die zur Herrschaftszeit des Kaiser Augustus errichtete Brücke bildete die Basis für eine erste römische Handelsniederlassung. Später, im 3. Jahrhundert, wurde die Niederlassung zu einem Kastell ausgebaut. Die Überfälle durch Germanenstämme waren wahrscheinlich der Grund dafür, dass der Bischof von Tongern, Servatius seinen Bischofssitz nach Maastricht verlegte. Dort – in der Sicherheit des befestigten Kastells – gründete er eine christliche Gemeinschaft. Servatius ist der Schutzpatron der überwiegend von Katholiken bewohnten Stadt.

Generaalshuis, Theater am Vrijthof

Maastricht verlor die christliche Diözese im 8. Jahrhundert an die nahe gelegene Stadt Lüttich. Maastricht entwickelte sich im Mittelalter zu einer Stadt unter Doppelherrschaft des Bischofs von Lüttich und des Herzogs von Brabant, der die Stadt 1202 zum Lehen bekam. Die Rechte beider wurden in der Alde Caerte festgelegt.

Im 13. Jahrhundert wurde die erste Stadtumwallung (1229–1300) errichtet, nachdem Herzog Heinrich I. von Brabant, genannt „der Mutige“, Maastricht das Stadtrecht verliehen hatte.

1267 – auf dem Höhepunkt der brabantischen Krise – wurde Maastricht belagert und später besetzt. Bischof Heinrich versuchte so, den brabantischen Drang nach Osten zu bremsen und die wirtschaftlich starke Stadt am Handelsweg zwischen Flandern und dem Rhein unter seine Kontrolle zu bringen. Der Bischof zog sich 1269 nach einem Kompromiss mit dem jungen brabantischen Herzog militärisch wieder aus der Stadt zurück. Faktisch wurde der alte Rechtszustand wieder hergestellt.[8]

Die 160 Meter lange Sankt-Servatius-Brücke (Sint Servaasbrug) wurde 1280 fertiggestellt. Sie war damals der nördlichste Übergang über die Maas und verband Maastricht mit dem rechtsseitigen Stadtteil Wyck. Die Brücke ist immer noch vorhanden; sie wurde 1932 verbreitert und im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Weitere Stadterweiterungen, verbunden mit dem Bau neuer Tore und Stadtmauersegmente, erfolgten um 1350 hauptsächlich im Norden, Westen und Süden, und um 1516 nochmal im Süden.

1579, am Anfang des Achtzigjährigen Krieges, wurde die Stadt von den spanischen Truppen des Herzoges von Parma belagert und weitgehend zerstört. Seit 1632 wurde die Rolle der Herzöge von den niederländischen Generalstaaten übernommen, nachdem Friedrich Heinrich die Stadt von den Spaniern befreit hatte. Die Dualität blieb, bis die Eroberung und Annexion durch die Franzosen diesem Zustand 1794 ein Ende setzte. Nach der Übernahme wurde die Festung Maastricht auf Kosten der Generalstaaten modernisiert. Unter Leitung des Baumeisters Dumoulin entstand die sogenannte Linie von Dumoulin.

Während des Französisch-Niederländischen Krieges (1672–1679) im Zuge der Belagerung der Stadt durch Ludwig XIV. fiel am 25. Juni 1673 um die Mittagszeit der Musketier des Königs Charles d’Artagnan de Batz-Castelmore bzw. D'Artagnan vor der Stadtmauer in der Nähe des Tongerner Tores (Tongersepoort) im Südwesten der Stadt (Jekerviertel) infolge eines Musketenschusses in die Kehle. Ein großer Teil der Stadt wurde im Zuge der Einnahme durch die Franzosen zerstört und musste neu erbaut werden. Um dieses in der Zukunft zu verhindern, wurde 1701/1702 das Fort Sint Pieter auf dem Sint Pietersberg gebaut.

Nach der Napoleonischen Zeit wurde Maastricht im Jahr 1815 Teil des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Als sich 1830 die südlichen Provinzen des Landes vom Norden unabhängig erklärten und den Staat Belgien gründeten, hielt die Garnison in Maastricht loyal zum niederländischen König Wilhelm I. und wurde 1839 mit dem östlichen Teil des Herzogtums Limburg trotz der Nähe zu Belgien endgültig niederländisch.

Maastricht ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts Zentrum der Keramikindustrie der Niederlande. Ein riesiges Industriegelände an der Maas (Céramique) nahe dem Stadtkern wurde in den 1980er Jahren von den Keramikwerken geräumt und ist jetzt ein vornehmes Wohnviertel.

Am 14. September 1944 wurde Maastricht von amerikanischen Truppen befreit.[9]

Die 1976 gegründete Universität Maastricht gibt sich ein betont internationales Profil und hat in einigen Studiengängen mehr als 50 % ausländische – zumeist deutsche – Studenten.

1992 wurde im „Gouvernement“, dem Sitz der Provinzialregierung von Limburg, der Vertrag von Maastricht unterzeichnet, der zur Gründung der Europäischen Union führte. Dieser Vertrag trat im November 1993 in Kraft.

Kultur[Bearbeiten]

Eine Theaterhochschule, eine Kunsthochschule sowie ein Konservatorium tragen dazu bei, dass Maastricht ein kulturelles Zentrum von überregionaler Bedeutung ist. Das Limburgs Symfonie Orkest ist das offizielle klassische Orchester der Provinz Limburg. Opera Zuid ist eine kleine Operngesellschaft mit Hauptsitz in Maastricht. Zudem gibt es eine professionelle Theatergruppe: Toneelgroep Maastricht. Die Stadt besitzt mehrere Theater wie das Theater aan het Vrijthof (Konzert- und Schauspielhaus) und das Derlontheater (Toneelgroep Maastricht). Zudem gibt es in Maastricht zwei Kinos, das Lumière und das Pathé.

Jährlich im Frühjahr findet eine der größten globalen Kunst- und Antiquitätenmessen, die TEFAF, statt, auf der rund 240 international renommierte Aussteller Exponate von der Antike bis zur Klassischen Moderne präsentieren.

Maastricht ist eine Karnevalshochburg. Das Fest zieht jedes Jahr viele Touristen an und ist daher von großer kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung. Die Karnevalssaison fängt am 11. November an und endet am Aschermittwoch mit der Verbrennung des Mooswiefs, einer Puppe, am Vrijthof-Platz.

Im Boschstraatquartier findet sich ein toleriertes Zentrum der Hausbesetzerszene Landbouwbelang. Die Gebäude bieten Platz für Künstler und Podien für Konzerte, Theater und Filmvorführungen. Zu den alternativen Läden im Quartier gehört der Verschenke-Laden Weggeefwinkel sowie ein Repair Café und eine Volksküche.

Museen[Bearbeiten]

Bonnefantenmuseum
Kirchenzwilling am Vrijthof: St.-Johannis-Kirche und St.-Servatius-Basilika
Stadtmauer und Parkanlage
Sint Servaasbrug (Servatiusbrücke)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Maastricht nimmt mit 1660 unter staatlichem Denkmalschutz stehenden Gebäuden nach Amsterdam einen zweiten Platz in den Niederlanden ein. Unter anderen zählt die Stadt zwei romanische Kirchen, sieben gotische Kirchen und Kapellen, mehrere barocke und klassizistische Kirchen, so wie auch ein paar interessante moderne Kirchen. Es folgt eine Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

  • Binnenstad: Fussgängerzone mit gotischem Dinghuis (Gerichtsgebäude; → Lage50.8498645.692656) und Dominikanerkirche (mit Fresken aus dem Leben von Thomas von Aquin; → Lage50.8500985.689807)
  • Jekerquartier: das Studentenquartier von Maastricht, mit Teilen der mittelalterlichen Stadsmauer und Helpoort (dt. Höllentor, der Niederlande ältestes Stadttor aus ±1230; → Lage50.8455145.694447)
  • Die Landgoederenzone: ein Naturgebiet mit mehreren Gutsanlagen im Nordosten von Maastricht (u.A. Vaeshartelt, Jerusalem, Bethlehem, La Grande Suisse und Severen)
  • Liebfrauenplatz (→ Lage50.8473265.69295) mit Liebfrauenbasilika (Onze Lieve Vrouwebasiliek) und, in der Nähe: Bonbonnière (altes Stadttheater) und Franziskanerkirche
  • Die Linie von Dumoulin (Hoge Fronten van Du Moulin; → Lage50.8531415.679275): eine nordwestlich der Innenstadt gelegene ehemalige Verteidigungsanlage , dessen Bastionen miteinander durch die Kasematten verbunden sind
  • Maas, Maaspromenade und Servatiusbrücke (→ Lage50.8494225.696003)
  • Markt mit Rathaus (17. Jh.; → Lage50.8512655.690896) und Minckelers-Statue (die „ewig brennenden Flamme“ erinnert an den Wissenschaftler Johannes Petrus Minckeleers, der als der Erfinder der Gasbeleuchtung gilt)
  • Naturschutzgebiet Sint-Pietersberg mit dem Fort Sint Pieter (→ Lage50.8361035.684114; ein guter Aussichtspunkt über die Innenstadt und das Umland) und Grotten am Sint-Pietersberg (→ Lage50.8139755.687395; unterirdische Steinbrüche mit über 20.000 Gängen, wo eine konstante Temperatur von 10 °C herrscht; im Hochsommer auch Führungen in deutscher Sprache)
  • Naturschutzgebiete Jekerdal (mit Terrassenschloss Neercanne) und Cannerberg (ein Teil des Höhlensystems im Cannerberg beherbergte von 1954 bis 1992 die NATO-Einrichtung JOC Maastricht – das Joint Operations Centre von 2 ATAF und NORTHAG; hier war auch zeitweise das Primäre Hauptquartier für den Kriegsfall des NATO-Hauptquartiers in Mönchengladbach-Rheindahlen untergebracht)
  • Die drei aneinander liegenden Stadspark (→ Lage50.8445555.696019), Monseigneur Nolenspark (→ Lage50.8439555.69251) und Aldenhofpark (→ Lage50.8439115.685166) mit spätmittelalterlichen Stadtmauern und -Türmen, dem Jeker (Fluss), Mini-Tiergarten und D'Artagnan-Statue (1673 an dieser Stelle gestorben)
  • Stokstraatquartier: Altstadtviertel, an der Stelle des ehemaligen römischen Kastells, seit einer Renovierung in den 1960er Jahren Einkaufsgebiet mit Mode- und Designgeschäften so wie mehreren Restaurants
  • Vrijthof (→ Lage50.8489555.688374) mit Sankt-Servatius-Basilika (Sint Servaasbasiliek), Sankt-Johannis-Kirche (Sint-Janskerk), Militärwache, Generaalshuis (Stadttheater) und Spaans Gouvernement (Museum am Vrijthof)
  • Wyck und Céramique: das alte und neue Quartier am östlichen Maasufer, mit moderner Architektur von u. a. Hans Kollhoff, Jo Coenen, Herman Hertzberger, Álvaro Siza Vieira, Mario Botta, Luigi Snozzi, Aurelio Galfetti und Aldo Rossi

Partnerstädte[Bearbeiten]

Maastricht unterhält zu mehreren Städten partnerschaftliche Beziehungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Maastricht

Bekannte, in Maastricht geborene Persönlichkeiten sind unter anderem der Maler Johann Friedrich August Tischbein, der Nobelpreisträger für Chemie Peter Debye, der Violinist André Rieu, die Politiker Maxime Verhagen und Frans Timmermans sowie der Schwimmer Pieter van den Hoogenband.

Galerie[Bearbeiten]

Stadtansicht vom Fort St. Pieter in Richtung Norden

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maastricht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Maastricht – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. http://www.via2018.eu/de/via2018-1.aspx
  3. Provinz Limburg - Balkon Europas
  4. Artikel von klenkes.de vom 21. Januar 2013: „Die Campusbahn bekommt Gesellschaft in Maastricht und Lüttich“
  5. Verreverwanten.nl – Römische Wege (Niederländisch)
  6. Hintergrundinformationen zum Münzfund in Maastricht-Amby (Niederländisch) (pdf-file).
  7. Die ältesten Städte der Niederlande(Niederländisch)
  8. Marcus Optendrenk: Zusammenfassung der Dissertation (2006): … Mastricht im 13. Jahrhundert
  9. 82nd Reconnaissance Battalion, 2nd Armord Division and the 30th Infantry Division, „Old Hickory“: [1]