Söllichau

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51.63527777777812.646388888889130Koordinaten: 51° 38′ 7″ N, 12° 38′ 47″ O

Söllichau
Höhe: 130 m ü. NN
Fläche: 16,68 km²
Einwohner: 898 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 06905
Vorwahl: 034243

Söllichau ist ein Ortsteil der Stadt Bad Schmiedeberg im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Er liegt zwischen den Kleinstädten Bad Düben und Bad Schmiedeberg inmitten der Dübener Heide.

Geografie[Bearbeiten]

Umliegende Städte sind Bad Düben, Bad Schmiedeberg, Wittenberg, Kemberg und Torgau.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Söllichau wurde erstmals 1346 urkundlich erwähnt. Die Gegend wurde aber schon früher von Germanen und ab dem 6. Jahrhundert von Slawen bewohnt. Daher ist der Ortsname Söllichau slawischen Ursprungs „Zelichow“ (Ort des Herrn Zelich). Nach der Eroberung durch die deutschen Könige wurde die Gegend um 1200 durch flämische Bauern besiedelt.

Söllichau war 1599 von Hexenverfolgung betroffen. Pfarrer Caspar Junghans geriet in einen Hexenprozess, der mit einem Disziplinarverfahren mit strengem Verweis endete.[1]

Bis 1815 gehörte Söllichau zu Sachsen und war der Renten- und Untergerichtsbarkeit des Amtes Düben und damit dem Leipziger Kreis unterstellt. Infolge der Wiener Kongressakte kam Söllichau zusammen mit dem gesamten Amt Düben zum Königreich und, nach 1918, zum Staat Preußen. Nach 1952 wurde Söllichau, zusammen mit seinen Nachbarn Tornau und Schwemsal aus dem Gebiet des ehemaligen Amtes Düben herausgelöst. Söllichau wurde dem Bezirk Halle und zum Kreis Gräfenhainichen zugeordnet. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 verblieb Söllichau beim Kreis Gräfenhainichen, der später Teil des Landkreis Wittenberg wurde. Damit ist Söllichau vom Leipziger Kreis zum Wittenberger „Kurkreis“ gewechselt. Seit dem 1. Juli 2009 gehört die ehemalige Gemeinde Söllichau zu Bad Schmiedeberg.[2] Der letzte Bürgermeister war Lothar Hennig.

Kirche

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für zwei namentlich bekannte Polen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden.
  • Gedenktafel am ehemaligen Klubhaus „Oskar Böhm“ an den Namensträger, einen kommunistischen Stadtverordneten, der 1944 bei seiner Deportation aus der Haftanstalt Werl ums Leben kam.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • romanische Dorfkirche (ca. 1250) mit Turm aus dem 19. Jahrhundert
  • ehemaliger NVA-Führungsbunker „Buche“, zwischen Söllichau und Kossa
  • bronzezeitliche Hügelgräber, an der Kreisstraße 2029 Söllichau – Korgau – Pretzsch (Elbe)
  • Röhrenkästenbrunnen
  • alte Dorfschmiede
  • Heimatstube
  • Gesundbrunnen, Sieben-Arm-Säule

Verkehr[Bearbeiten]

  • Söllichau ist Verkehrsknoten für zwei Landes- und zwei Kreisstraßen, die für den regionalen Verkehr von gehobener Bedeutung sind.
  • Söllichau ist seit dem 12. Dezember 2010 der Endpunkt der Bahnstrecke Pretzsch–Eilenburg und wird täglich von einem Zugpaar durch die Vetter GmbH und die Deutsche Regionaleisenbahn angefahren. Somit besteht nach acht Jahren Unterbrechung wieder ein planmäßiger Eisenbahnanschluss.

Kommunale Infrastruktur[Bearbeiten]

Söllichau hält für die Kinderbetreuung eine Kindertagesstätte und für den Bereich Brandschutz/Hilfeleistung eine Freiwillige Feuerwehr mit erweiterter Grundausstattung vor. Ferner führt der Ort einen kommunalen Wasser- und Abwassereigenbetrieb und ist Eigentümer einer biologischen Kläranlage.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Köln, Weimar, Wien 2003, S. 493
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Söllichau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien