Bad Düben
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Regierungsbezirk: | Leipzig | |
| Landkreis: | Delitzsch | |
| Höhe: | 98 m ü. NN | |
| Fläche: | 45,45 km² | |
| Einwohner: | 8620 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 190 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04849 | |
| Vorwahl: | 034243 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 3 74 020 | |
| Stadtgliederung: | 4 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 11 04849 Bad Düben |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Astrid Münster (Freie Wählergemeinschaft) | |
| Lage der Stadt Bad Düben im Landkreis Delitzsch | ||
Bad Düben ist eine Kleinstadt im Landkreis Delitzsch, im Nordwesten von Sachsen (Deutschland). Die fünftgrößte Gemeinde des Landkreises liegt am südlichen Rand der Dübener Heide.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Bad Düben liegt am Südrand des Naturparks Dübener Heide, einer überwiegend mit Wald bedeckten, in der Eiszeit geformten Moränenlandschaft. Südlich von Bad Düben beginnt die Leipziger Tieflandsbucht. Südwestlich der Stadt fließt die Mulde.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Stadt Bad Düben besteht nach aktueller Hauptsatzung aus Bad Düben und zwei Stadtteilen Schnaditz und Wellaune, sowie der Ortschaft Tiefensee. Diese wurde aus den Stadtteilen Tiefensee und Brösen zusammengefasst. Die Ortsteile Alaunwerk, Hammermühle und Weinbergshäuser werden nicht mehr als solche ausgewiesen.
[Bearbeiten] Namensherkunft
Der Name „Düben“ leitet sich direkt vom obersorbischen Namen Dźěwin ab. Namensforscher sind sich über den Ursprung des Namens nicht sicher. Der Name kann von einem Personennamen abgeleitet sein („Ort eines Děva“) oder auch von ‚děva‘ (Jungfrau) oder ‚dźowka‘ (Tochter) kommen. Er könnte auch vom sorbischen Namen Dzewin abstammen und soviel wie Wohnort des Dzew bedeuten.
[Bearbeiten] Geschichte
Bad Düben hat eine mehr als 1000-jährige Geschichte. Erstmals wurde die Burg Düben im Jahr 981 unter dem slawischen Namen Dibni. Die Burg an der Mulde ist immer noch das Wahrzeichen der Stadt. Um 1200 wurde neben der Burg durch flamische Einwanderer die Gemeinde Neumark gegründet. Slawische Gehöfte in der Umgebung wurden durch fränkische und sächsische Siedler übernommen, und im Schutz der Burg entwickelte sich daraus die Stadt Düben. Im Jahr 1450 wurde die Burg Düben in der Adelsfehde zwischen den Brüdern Friedrich und Wilhelm von Thüringen vollständig zerstört. Im Jahr 1530 wurde auf der Burg der kursächsische Amtssitz Düben eingerichtet. Der legendäre Rechtsstreit zwischen den Pferdehändler Kohlhase und dem Junker Günter von Zaschwitz wurde 1533 auf der Burg verhandelt. Diesen Rechtsstreit beschreibt Heinrich von Kleist in seiner Erzählung Michael Kohlhaas.
Im Dreißigjährigen Krieg trafen sich hier im Jahr 1631 Gustav II. Adolf von Schweden und Johann Georg I. von Sachsen, um ein Bündnis gegen den katholischen Kaiser Ferdinand II. zu schließen. Die verbündeten schwedisch-sächsischen Truppen schlugen in der Schlacht bei Breitenfeld die kaiserlichen Truppen unter Tilly. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrfach gebrandschatzt und zerstört. 1813 wurde Düben für kurze Zeit das Hauptquartier von Kaiser Napoleon. Von hier aus befahl er den Aufmarsch seiner Truppen zur Völkerschlacht bei Leipzig. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Düben in das Königreich Preußen integriert und Teil des Regierungsbezirks Merseburg der Provinz Sachsen.Im Jahre 1869 wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Ende des 19. Jahrhunderts begann die Stadt, sich durch die Moor- und Mineralwasservorkommen in der Umgebung als Kur- und Badeort zu entwickeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Düben erst zum Land Sachsen-Anhalt und ab 1952 zum Bezirk Leipzig.
Bad Düben wurde Garnisonsstadt mit zwei Kasernen. 1974 entstand die Unteroffiziersschule (VIII) der LSK/LV "Harry Kuhn", in der über 2.000 Berufssoldaten und Wehrpflichtige ausgebildet wurden. In der ehemaligen Heidekaserne (Bataillon chemische Abwehr 3/ Detonometrie- und Aufklärungsbataillon 3) wurde 2005 der Film NVA von Leander Haußmann gedreht.
Seit 1990 gehört Bad Düben zum Bundesland Sachsen.
[Bearbeiten] Verkehr
Bad Düben liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen B 2, B 107, B 183 und B 183a.
Bad Düben liegt an der gegenwärtig stillgelegten Bahnstrecke Pretzsch–Eilenburg. Diese Strecke wird von der Lutherstadt Wittenberg aus nur noch über Pretzsch bis Bad Schmiedeberg von einem Triebwagen der Deutschen Regionaleisenbahn werktäglich mit fünf Zugpaaren angefahren. Der Bahnhof Bad Düben ist somit ohne fahrplanmäßige Anbindung.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat und Ortschafträte
Der Stadtrat besteht aus 18 gewählten Mitgliedern, davon entfallen sieben Sitze auf die CDU, vier Sitze auf Die Linke, zwei Sitze auf die SPD und fünf Sitze auf die Unabhängige Wählergemeinschaft. Von den achtzehn Mitgliedern sind fünf Frauen und dreizehn Männer. Der Stadtrat wurde am 13. Juni 2004 für fünf Jahre gewählt.
Für die ausgewiesenen Stadtteile/Ortschaften wurde jeweils ein Ortschaftsrat gebildet und ein ehrenamtlich tätiger Ortsvorsteher gewählt. Dies sind für den Stadtteil Schnaditz fünf Mitglieder, die Ortschaft Tiefensee fünf Mitglieder und den Stadtteil Wellaune vier Mitglieder.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Bad Düben pflegt eine Städepartnerschaft mit Diez (Rheinland-Pfalz).
[Bearbeiten] Wappen
Die Stadt Bad Düben führt als Stadtwappen zwei blaue Pfähle auf goldenem Grund. Zwischen den Pfählen befindet sich eine Lilie mit lindgrünen Blättern und weißer Blüte. Über dem Wappen ist ein blonder Engelskopf mit silbernen Flügeln angebracht. Die Mantelzier besteht aus Ranken in Form von Flammen.[2]
Das Stadtwappen war erstmals 1705 als ein sogenanntes Gnadenwappen erschienen, Dieses vom Landesherrn an einige Städte wegen der großen Brandschatzungen und Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg vergeben. Die blauen Pfähle auf goldenem Grund weisen auf die Zugehörigkeit Dübens zum Osterland (Markgrafschaft Landsberg) hin. Der Engelskopf weist auf die große kirchliche Bedeutung Dübens hin. Düben war Sitz eines Erzpriesters unter dem Archidiakonat Wurzen des Bistums Meißen. Dieser verwaltete den ganzen Nordwestteil des Bistums bis an die untere Mulde.
Die Lilie im Schild ist ein Zeichen der Gnade. Die Lilie steht im Wappen anstelle des Zepters und dürfte zu deuten sein mit „gnadenreicher Herrschaft“. Die Lilie steht aber auch als Zeichen für die Gerichtsbarkeit. Die Stadt war auch Amtssitz.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Burg Düben mit Heimatmuseum
- Historische Schiffsmühle auf der Mulde
- Rathaus (zur vollen Stunden zwischen 9 - 18 Uhr treffen zwei Ziegenböcke am Rathausturm symbolisch aufeinander)
- Museumsdorf Obermühle mit Wassermühle und mit Bockwindmühle. Diese musste im Jahr 2000 in Glesien, dem Ausbau des Flughafen Leipzig-Halle weichen, wurde in den Niederlanden renoviert und Pfingsten 2006 in Bad Düben aufgestellt.
[Bearbeiten] Tourismus
- Muldentalradwanderweg
- Rotes Ufer (Abraumhalde durch den Abbau von Alaun an der Mulde entstanden)
- Moorlehrpfad am Kurpark
- ältester Kurpark Deutschlands mit Kurhaus
[Bearbeiten] Veranstaltungen und Konzerte
Als größere Veranstaltungen finden das Asche abkehren in Tiefensee , die Osterfeuer (Schnaditz und Tiefensee), Lindenblütenfest und das Junkerfest im Schlosspark in Schnaditz, die Kohlhaas Festtage in Wellaune. Von Mai bis September finden alle zwei Wochen Kurkonzerte auf der Kurparkbühne am Kurhaus Bad Düben statt.
Einmal im Monat gibt es das sogenannte Abendsingen bzw. ein Oratorienkonzert (zweimal im Jahr) der Kurrende Bad Düben. Die Kurrende besteht nunmehr seit 30 Jahren und der dazugehörige Posaunenchor seit 60 Jahren. Der Verein widmet sich in erster Linie der geistlichen Chor- und Bläsermusik. Dazu gehören u. a.: vier- bis achtstimmige Motetten alter und neuer Meister, Kantaten von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Felix Mendelssohn Bartholdy, das Weihnachtsoratorium und die Johannespassion von J. S. Bach. Einmal im Jahr findet auch eine Aufführung eher „weltlicher“ Art statt.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Willy Winkler, Museumsgründer, Autor, Heimatkundler und Publizist
- Ines Papert, dreifache Eiskletterweltmeisterin
- Norman Liebold, Autor, Künstler und Schauspieler
[Bearbeiten] Literatur
- Hans-Joachim Böttcher: Bilder aus der DDR. Bad Düben. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-134-9
- Hans-Joachim Böttcher: Archivbilder Bad Düben. Sutton Verlag, Erfurt 2005, ISBN 978-3-89702-814-2
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Einwohnerzahlen
- ↑ http://www.bad-dueben.de/verwaltg/satzungen/Hauptsatzung_07.pdf Hauptsatzung der Stadt Bad Düben
[Bearbeiten] Weblinks
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