Landkreis Wittenberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Landkreis Wittenberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Wittenberg Deutschlandkarte, Position des Landkreises Wittenberg hervorgehoben51.8212.7Koordinaten: 51° 49′ N, 12° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Lutherstadt Wittenberg
Fläche: 1.929,96 km²
Einwohner: 130.699 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WB, GHC, JE
Kreisschlüssel: 15 0 91
Kreisgliederung: 9 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Breitscheidstraße 3
06886 Lutherstadt Wittenberg
Webpräsenz: www.landkreis-wittenberg.de
Landrat: Jürgen Dannenberg (Linke)
Lage des Landkreises Wittenberg in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Wittenberg ist ein Landkreis im Osten des deutschen Landes Sachsen-Anhalt. Er liegt an den Flüssen Elbe und Schwarze Elster. Kreisstadt und zugleich mit rund 50.000 Einwohnern auch größte Gemeinde ist die Lutherstadt Wittenberg.

Nachbarkreise sind im Norden die brandenburgischen Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming, im Osten der ebenfalls brandenburgische Landkreis Elbe-Elster, im Süden der sächsische Landkreis Nordsachsen und im Westen der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau.

Geographie[Bearbeiten]

Die Elbe durchfließt auf einer Länge von 52 km in einer über große Abschnitte naturnahen Auenlandschaft den Landkreis. Im Norden erstrecken sich von Ost nach West die waldreichen Höhenzüge des Fläming und seiner Ausläufer. Im Süden liegt das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteldeutschlands, die Dübener Heide.

Geschichte[Bearbeiten]

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Verwaltungsgebäude Landkreis Wittenberg

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

Landräte 1816–1952[Bearbeiten]

  • 1816–1821: Friedrich Wilhelm Kurt von Leipziger auf Kropstädt
  • 1821–1840: Karl Friedrich Wilhelm Theodor Gustav von Jasmund
  • 1841–1873: Otto Heinrich von Jagnow auf Wachsdorf
  • 1874–1889: Kurt von Koseritz
  • 1890–1911: Bodo Freiherr von Bodenhausen auf Radis
  • 1911–1916: Wolf Dietrich von Trotha
  • 1916–1932: Kurt Ulrich Hans von Trebra
  • 1932–1945: Otto Holtz (bis 1933 DStP)
  • 1945: Peter Florin
  • 1945–1948: Franz Stammer
  • 1948–1950: Otto Plättner
  • 1950–1952: Albrecht Holzschuh
  • 1952: Albin Fleischmann

Vorsitzende des Rates des Kreises Wittenberg 1952–1990[Bearbeiten]

  • 1952–1959: Albin Fleischmann
  • 1959–1967: Heinz Block
  • 1967–1971: Rolf Hoppe
  • 1972–1988: Werner John
  • 1988–1989: Siegfried Beiche
  • 1989–1990: Werner Engelmann

Landräte ab 1990[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2007
Wahlbeteiligung: 36,6 % (2004: 47,2 %)
 %
40
30
20
10
0
36,1 %
21,0 %
19,3 %
9,9 %
4,8 %
2,7 %
2,7 %
1,5 %
2,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,6 %p
-3,2 %p
-0,3 %p
+9,9 %p
-2,7 %p
+0,1 %p
+0,3 %p
+1,2 %p
-2,7 %p

(Ergebnis der Kommunalwahlen vom 22. April 2007)[2]

CDU Linke SPD FWW FDP Grüne Offensive D DP BBP Gesamt
2007 18 10 9 5 2 1 1 1 1 48

FWW: Freie Wähler für Wittenberg; BBP: Bürger bewegen Probleme

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Schwarz und Silber; zwei schräggekreuzte rote Schwerter.“

Dies war das Amtswappen der Herzöge von Sachsen-Wittenberg als Erzmarschälle des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Das Wappen geht direkt auf die historische Reichsrennfahne zurück.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge des Landkreises zeigt die Farben Schwarz-Rot mit geführtem Wappen längs und quer gehisst.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Branchen chemische Industrie, Maschinenbau, Verpackungsmittelindustrie und die Nahrungs- und Genussmittelproduktion sind strukturbestimmend. Etwa 50 % der Fläche des Kreises werden landwirtschaftlich genutzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Autoverkehr[Bearbeiten]

Die Bundesautobahn 9 (Berlin-München) führt im Nordwesten durch das Gebiet des Landkreises. Die Anschlussstellen 6 (Klein Marzehns), 7 (Köselitz) und 8 (Coswig (Anhalt)) sind die wichtigsten Autobahnauffahrten für die Städte und Gemeinden im Landkreis.

Durch das Landkreisgebiet führen die Bundesstraßen 2 und 187, die sich in der Kreisstadt kreuzen. Südlich der Elbe enden die Bundesstraßen 100 und 182 an der Bundesstraße 2 im Ortsteil Eutzsch der Stadt Kemberg.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof der Lutherstadt Wittenberg wird täglich von über 5.000 Reisenden passiert und wird in den nächsten Jahren zum „Grünen Bahnhof“ umgebaut.

Durch den Landkreis Wittenberg führen zwei überregionale Eisenbahnstrecken: Die Bahnstrecke Berlin–Halle/LeipzigMünchen hat in der Kreisstadt Lutherstadt Wittenberg alle zwei Stunden einen ICE-Takthalt und erschließt ebenso den Landkreis im Regionalverkehr durch fahrplanmäßige Regionalexpresse in Nord-Süd-Richtung. In West-Ost-Richtung wird der Landkreis durch die Strecke Dessau-Roßlau–Lutherstadt Wittenberg–Falkenberg/Elster mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen erschlossen. Eine eingleisige Regionalbahn (Dübener-Heide-Bahn) führt von Lutherstadt Wittenberg nach Bad Schmiedeberg. Der Landkreis wird im Osten von der Bahnstrecke Jüterbog–Riesa tangiert: Auf dem Kreisgebiet liegen die Bahnhöfe Linda (Elster) und Holzdorf (Elster). Die Bahnhöfe Wörlitz und Oranienbaum der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn werden nur in der Sommersaison bedient.

Historisch erwähnenswert sind weitere Bahnstrecken:

Busverkehr[Bearbeiten]

Der öffentliche Personennahverkehr wird seit dem 1. Januar 2007 durch den Unternehmensverbund Neuer Wittenberger Busverkehr durchgeführt. Dieser setzte sich in einem europaweiten Bieterwettbewerb durch. Der Unternehmensverbund wird durch mehrere regionale Busunternehmen gebildet.

Gemeinden[Bearbeiten]

Der Landkreis Wittenberg besteht aus neun Einheitsgemeinden, die alle das Stadtrecht besitzen (Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2012[3]):

Brandenburg Sachsen Dessau Landkreis Anhalt-Bitterfeld Annaburg Bad Schmiedeberg Coswig (Anhalt) Gräfenhainichen Jessen (Elster) Kemberg Oranienbaum-Wörlitz Lutherstadt Wittenberg Zahna-Elster Zahna-ElsterMunicipalities in WB.svg
Über dieses Bild
  1. Annaburg, Stadt (7224)
  2. Bad Schmiedeberg, Stadt (8713)
  3. Coswig (Anhalt), Stadt (12.446)
  4. Gräfenhainichen, Stadt (12.528)
  5. Jessen (Elster), Stadt (14.376)
  6. Kemberg, Stadt (10.333)
  7. Lutherstadt Wittenberg, Stadt (46.930)
  8. Oranienbaum-Wörlitz, Stadt (8592)
  9. Zahna-Elster, Stadt (9557)

Gebietsänderungen[Bearbeiten]

Veränderungen auf Gemeindeebene[Bearbeiten]

Die folgend aufgezählten Eingemeindungen beziehungsweise Gemeindeauflösungen sind das Ergebnis des GemNeuglG WB: [5]

Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 108 auf 9 (Landkreis Wittenberg seit dem 1. Juli 1994 und inkl. Kreisreform).

Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Somit verringerte sich die Anzahl der Verwaltungsgemeinschaften von 14 auf 0 (inkl. Kreisreform).

Namensänderungen[Bearbeiten]

  • von Euper zu Abtsdorf (1. Dezember 1995)
Die Gemeinde Euper mit dem Ortsteil Abtsdorf wurde zur Gemeinde Abtsdorf mit dem Ortsteil Euper.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ergebnis der Kommunalwahlen 2007
  3. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011)
  4. a b c Lutherstadt Wittenberg: Daten und Zahlen, auf www.wittenberg.de, abgerufen am 22. Dezember 2009.
  5. Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Wittenberg (GemNeuglG WB) vom 8. Juli 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Wittenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien