Bad Schmiedeberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Schmiedeberg
Bad Schmiedeberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Schmiedeberg hervorgehoben
51.68805555555612.7375100Koordinaten: 51° 41′ N, 12° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Wittenberg
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 159,99 km²
Einwohner: 8713 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06905
Vorwahlen: 034925, 034243 (Söllichau), 034926 (Sachau), 034927 (Trebitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WB, GHC, JE
Gemeindeschlüssel: 15 0 91 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 10
06905 Bad Schmiedeberg
Webpräsenz: www.bad-schmiedeberg.de
Bürgermeister: Stefan Dammhayn (CDU)
Lage der Stadt Bad Schmiedeberg im Landkreis Wittenberg
Brandenburg Sachsen Dessau Landkreis Anhalt-Bitterfeld Annaburg Bad Schmiedeberg Coswig (Anhalt) Gräfenhainichen Jessen (Elster) Kemberg Oranienbaum-Wörlitz Lutherstadt Wittenberg Zahna-Elster Zahna-ElsterKarte
Über dieses Bild

Bad Schmiedeberg, bis 1925 Schmiedeberg, ist eine Stadt im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Das staatlich anerkannte Moor-, Mineral- und Kneippheilbad Bad Schmiedeberg liegt im Naturpark Dübener Heide etwa 20 km südöstlich der Kreisstadt Lutherstadt Wittenberg und etwa 45 km nordöstlich von Leipzig.

360° Panorama von Bad Schmiedeberg
Innenstadt Bad Schmiedeberg


Stadtgliederung[Bearbeiten]

Am 1. Juli 2009 kam es zur Neubildung der Stadt Bad Schmiedeberg. Die Verwaltungsgemeinschaft Kurregion Elbe-Heideland, deren Sitz in Bad Schmiedeberg war, wurde zu diesem Zeitpunkt aufgelöst.

Bad Schmiedeberg umfasst seitdem acht Ortschaften mit 25 Ortsteilen: die ehemals selbstständigen Städte Bad Schmiedeberg und Pretzsch (Elbe) sowie die ehemaligen Gemeinden Korgau, Meuro, Priesitz, Schnellin, Söllichau und Trebitz. [2]

  • Bad Schmiedeberg
Bad Schmiedeberg
Großwig
Moschwig
Patzschwig
Reinharz
Splau
  • Pretzsch (Elbe)
Pretzsch (Elbe)
Körbin-Alt
Körbin-Neu
Merschwitz
  • Korgau
Großkorgau
Kleinkorgau
  • Meuro
Meuro
Ogkeln
Sackwitz
Scholis
  • Priesitz
Priesitz
Sachau
  • Schnellin
Schnellin
Merkwitz
  • Söllichau
Söllichau
  • Trebitz
Trebitz
Bösewig
Kleinzerbst
Österitz

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wird der Ort im Jahr 1206 als Smedeberg erwähnt. 1350 erhielt der Ort die Stadtrechte.

Bad Schmiedeberg mit den Ortsteilen Pretzsch und Söllichau war 1599 bis 1630 von Hexenverfolgung betroffen. Zehn Menschen gerieten in einen Hexenprozess, drei kamen zu Tode.[3]

Bad Schmiedeberg gehörte bis 1815 zu Sachsen, dann bis zum Zweiten Weltkrieg zur preußischen Provinz Sachsen, nach 1945 zum Land Sachsen-Anhalt. Seit 1952 gehörte die Stadt zum Bezirk Halle. Seit 1990 liegt sie im Bundesland Sachsen-Anhalt.

1925 wurde Schmiedeberg der offizielle Titel „Bad“ verliehen.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Stadtrat und Ortschaftsrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Verteilung der Sitze im Stadtrat und im Ortschaftsrat Bad Schmiedeberg:[4]

Stadtrat
Partei / Liste Sitze
CDU/FDP 11
Die Linke 3
SPD 1
FWG 4
Allianz der Bürger (AdB) 1
Gesamt 20
Ortschaftsrat
Partei / Liste Sitze
CDU/FDP 4
Die Linke 2
SPD 1
Gesamt 7

Bürgermeister[Bearbeiten]

Portal Wittenberger Str. 88
Au-Tor

Stefan Dammhayn (CDU) übte seit dem 3. April 2005 das Amt des Bürgermeisters der Stadt Bad Schmiedeberg aus. Seit dem 21. Juni 2009 ist er hauptamtlicher Bürgermeister der neuen Einheitsgemeinde "Stadt Bad Schmiedeberg".

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. September 1994 durch das Regierungspräsidium Dessau genehmigt und im Landeshauptarchiv Magdeburg unter der Wappenrollennummer 46/1994 registriert.

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg mit Zinnmauer und fünf gezinnten Türmen mit blauen Spitzendächern und Knäufen; der breite niedere Mittelturm mit offenem schwarzen Tor und hochgezogenem Fallgatter, über dem Tor eine runde und eine quadratische schwarze Öffnung, auf dem Dachknauf ein rot-silbernes Fähnchen.“

Die Stadtfarben zeigen Rot - Silber (Weiß).

Zum Wappen der Stadt Bad Schmiedeberg liegen Beschreibungen aus einem Schriftwechsel des Magistrats mit dem Preußischen Staatsarchiv Magdeburg aus dem Jahre 1927 vor: "… eine fünftürmige Burg mit breitem niederen Torturm mit offenem Tor und anschließender Zinnenmauer, über der jederseits ein höherer runder Turm erscheint, der außenhin ein kleineres Erkertürmchen trägt." Dasselbe Bild hat ein 1491 gebrauchtes Siegel: „SIGILLUM CIVITATIS SMEDEBERGENSIS“. Später änderte man die Burg in fünf frei nebeneinander stehende Türme. Die Symbolik des Torturmes mit weiteren vier Türmen und Zinnmauern ergibt sich aus der Stadtansicht vor der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg 1637.

1350 erstmals als Stadt erwähnt, wird „Smedeberg“ 1429 von den Hussiten niedergebrannt. Der Wiederaufbau der Stadt wird begleitet von einer starken Ummauerung mit zwei Stadttoren. Das nördliche Aue-Tor wird 1490 erstmals genannt. Die im spätgotischen Stil neuerbaute Stadtkirche (1454) erhält vier Türme zum Zeichen des Sitzes eines Erzpriesters. 1570 wird der Bau des Rathauses mit einem Dachreitertürmchen abgeschlossen. In der Stadtansicht ragen fünf Türme über die Stadtmauer hinaus. Als Mitglied im kursächsischen Städteausschuss wird eine Ansicht Schmiedebergs in dem von Wilhelm Dilich gestalteten großen Zyklus von Stadtansichten im Riesensaal der Dresdner Residenz erwähnt. Im Bombenhagel 1945 zerstört, befindet sich eine Kopie, in der eindeutig fünf Türme zu erkennen sind, im Rathaussaal der Stadt. In einem Stich nach Merian sind ebenfalls fünf Türme das Symbol der Stadt. Selbst heute noch hat die Stadt mit dem Kurhaus, der Stadtkirche, dem Rathaus, dem Au-Tor und der Friedhofskapelle fünf sichtbare Türme.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Barockkirche in Reinharz

Bauwerke[Bearbeiten]

→ Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Bad Schmiedeberg

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Bundesradfahrerdenkmal

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Schmiedeberger Margarethenfest zu Ehren der Kurfürstin Margaretha II. von Österreich[5]
  • Bad Schmiedeberger Brunnenlauf
  • Zwei Weihnachtsmärkte (Marktplatz / Kurpromenade)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Freizeit- und Erlebnisbad[Bearbeiten]

Das berühmte Freizeit- und Erlebnisbad „Basso“, neben der Kur einstiges Aushängeschild der Stadt, besteht seit Insolvenz und enormen Schrottdiebstählen nur noch als Ruine an der Periphere der Stadt.[6]

Verschuldung[Bearbeiten]

Die Verschuldung der Stadt beläuft sich auf ca. 174 Millionen Euro.[7]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Bad Schmiedeberg

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 fahren trotz der Abbestellung des Schienenpersonennahverkehrs weiterhin Züge auf der eingleisigen Elbe-Heide-Bahn von Lutherstadt Wittenberg zum Bahnhof Bad Schmiedeberg. In Abstimmung mit dem Land Sachsen-Anhalt, dem Landkreis Wittenberg und der örtlichen Trägergesellschaft „Neuer Wittenberger Busverkehr“ (NWB, Betreiber: Vetter Busunternehmen GmbH) konnte der Infrastruktureigentümer DRE erreichen, dass der Zugverkehr zunächst als Pilotbetrieb mit fünf bedarfsorientierten Fahrtenpaaren werktags (außer Samstag) aufrechterhalten werden konnte. Dadurch konnte Ende 2008 der über 50 Jahre alte Schienenbus durch einen moderneren Triebwagen ersetzt und seit Anfang 2009 auch der Wochenendverkehr mit zwei Zugpaaren wieder eingeführt werden. Das Angebot wird ergänzt durch Busleistungen des NWB von Wittenberg nach Bad Schmiedeberg.

Der Haltepunkt „Bad Schmiedeberg Nord“ gehört zum Ortsteil Splau der Stadt Bad Schmiedeberg. Die Strecke wird im weiteren Verlauf Richtung Eilenburg (über u. a. Söllichau und Bad Düben) nur für Sonderfahrten und Güterverkehr genutzt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Schmiedeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Schmiedeberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Bad Schmiedeberg (PDF; 49 kB)
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Köln, Weimar, Wien 2003, S. 493 und 638f.
  4. Amtsblatt Bad Schmiedeberg 6/2014 (PDF)
  5. Historie des Margarethenfestes
  6. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1110693/
  7. http://www.mz-web.de/archiv/Die-Schuldenlast-wird-gemildert/HC-01-23-2012-6699561.71-29817835JE.htm