SIG Sauer GmbH & Co. KG

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SIG Sauer GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Sitz Eckernförde, Schleswig-Holstein, Deutschland
Mitarbeiter 140[1]–200[2]
Branche Waffen
Website www.sigsauer.de
Stand: 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014

Die SIG Sauer GmbH & Co. KG ist ein Waffenhersteller aus der SIG Sauer-Unternehmensgruppe mit Sitz in Eckernförde. Gesellschafterin ist die SIG SAUER Verwaltungs GmbH mit Sitz in Emsdetten. Geschäftsführer sind Michael Lüke und Till Hake.[2]

Die Firma produziert Kurz- und Langwaffen sowohl für die private, polizeiliche als auch die militärische Verwendung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die SIG Sauer GmbH & Co. KG ist eine Schwesterfirma der J. P. Sauer & Sohn GmbH, die auf die 1751 in Suhl gegründete J. P. Sauer & Sohn zurückgeht. In Eckenförde wurde 1951 die J. P. Sauer & Sohn Aktiengesellschaft gegründet, die 2009 als neugegründete J. P. Sauer & Sohn GmbH nach Isny im Allgäu umzog. Seit 2000 gehört die Firma zur L & O Holding.[3] Bis ins Jahr 2009 hinein waren in der Firma rund 450 Mitarbeiter angestellt. Nachdem die Firma nicht den Zuschlag für einen Großauftrag bekam, reduzierte sich die Betriebsgröße im Jahr 2009 auf zu 300 Mitarbeiter. In den Folgejahren sank die Mitarbeiterzahl auf 140.[4] Nach Informationen des Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlags plant die US-amerikanische Schwesterfirma SIG Sauer Inc. ab 2015 alle Pistolen selbst herzustellen, was mit einer Reduzierung der Belegschaft in Eckenförde von 140 auf 80 Mitarbeiter und der pro Tag produzierten Waffen von 50 auf 25 einhergehen würde. Ungefähr die Hälfte des aktuellen Erlöses entsteht über die Aufträge von SIG Sauer Inc. für die, die in Eckenförde produzierten, Waffen in die USA exportiert und dort verkauft werden.[1] Die Anzahl an gelieferten Waffen an SIG Sauer Inc. wird von nach der Berichterstattung von Panorama, durch einen ehemaligen Mitarbeiter auf bis zu 20.000 Stück pro Jahr beziffert.[3] Im August 2014 wurde berichtet, dass die Firma Kurzarbeit bis zum 31. Januar 2015 einführte.[5][6][7] Nach Informationen der Kieler Nachrichten könnten 80 Arbeitsplätze gestrichen werden.[8] Es steht zudem die Schließung des Standorts im Raum.[6] Der Betriebsrat hält dies aber für unwahrscheinlich.[9]

Durchsuchungen und Ermittlungen wegen Verdachts auf ungenehmigte Waffenexporte[Bearbeiten]

Wegen des Verdachts von illegalen Waffenexporten in verschiedene Länder wird gegen SIG Sauer ermittelt.

Kasachstan[Bearbeiten]

Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung wurden im Januar 2014, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel, Geschäftsräume der Firma wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Außenwirtschafts- und Waffengesetz durchsucht.[10] Hintergrund sind Lieferungen in den Jahren 2009 und 2010[10] von 70[10] Pistolen der Typen SIG Sauer P226 und SIG Sauer P228 an die Präsidentengarde Kasachstans. Nachdem SIG Sauer dafür keine Genehmigung erhielt, bot angeblich ein Mitarbeiter dem Empfänger an die Lieferung über die USA abzuwickeln.[11] Der NDR berichtet, dass die Ermittler davon ausgehen, dass das Geschäft im Jahr 2010 über die USA abgewickelt wurde und als Endabnehmer der amerikanische Zivilmarkt angegeben worden sei.

Kolumbien[Bearbeiten]

Ebenfalls nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel in einem ähnlichen Fall wegen Lieferungen von tausenden[12] Pistolen des Typs SIG SP 2022 in den Jahren 2009 bis 2011[12][13] oder 2012[3][13] über die USA nach Kolumbien. Für die Ausfuhr nach Kolumbien lage keine Genehmigung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vor.[11][14] Da das US-Außenministerium versicherte, dass die Waffen in den USA verbleiben (Endverbleibserklärung), wurde die Ausfuhr in die USA genehmigt. Eine Genehmigung des Reexports hatten die USA nach Angaben des BAFA nicht. Dennoch soll die Lieferung von 100.000 Pistolen des Typs SIG SP 2022 nach Kolumbien durch die US Army nicht nur von SIG Sauer Inc. in den USA produzierten Pistolen beinhaltet haben, sondern auch Pistolen aus deutscher Fertigung.[13] Nach Angaben des Spiegels bestätigte das Kolumbianische Außenministerium den Erhalt von ca. 65.000 Pistolen des Typs Typ SP 2022 ab dem Jahr 2006 im Wert von 28,6 Millionen Dollar durch das US-Verteidigungsministerium.[15] Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt seit Anfang Juli 2014 in dem Fall.[16]

Zudem berichtete Der Spiegel, dass 500 Scharfschützengewehre des Typs SSG 3000 in die USA und möglicherweise von dort weiter nach Kolumbien geliefert wurden.[17] Der NDR und die SZ geht davon aus, dass mindestens 20 dieser Gewehre nach Kolumbien gelangt sind.[6][18]

Irak[Bearbeiten]

Am 9.September 2014 berichtete die Sueddeutsche Zeitung von weiteren mutmaßlichen Verfehlungen der Firma bei der Ausfuhr von Waffen: So wird vermutet, dass über die SIG Sauer Inc. in den USA ca. 5000 Pistolen im Wert von 1,76 Mio. $ in den Irak exportiert wurden, ohne dass die Firma zuvor eine Ausfuhrgenehmigung der Bundesregierung eingeholt hätte. Gemäß den Angaben der Zeitung gelangten dabei auch Waffen in den Besitz der als Terrororganisation eingestuften PKK.[19]

Stellungnahme des Unternehmens[Bearbeiten]

In einer Pressemitteilung vom 3. Juli 2014 erklärt die Firma, dass sie, mit Genehmigung des BAFA, Pistolen und Pistolenteile des Typs SIG SP 2022 an die SIG Sauer, Inc in den USA lieferte. Ein Fehlverhalten ihrerseits konnte die Firma nicht erkennen und erklärt mit den Ermittlungsbehörden zu kooperieren.[20] Auf den Dokumenten für den Export soll nach Angaben der Tagesschau gestanden haben, dass die Pistolen für den zivilen Markt in den USA bestimmt sind,[21] und dort verbleiben sollen.[3] Firmeninterne Dokumente sollen aber belegen, dass intern die Weiterlieferung nach Kolumbien bekannt war und erst ein Bericht der Export-Kontrollbeauftragten von SIG Sauer einen Lieferstopp zur Folge hatte.[21]

Folgen[Bearbeiten]

Nach Angaben der Tagesschau erklärte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, dass alle Antragsverfahren für Waffenausfuhren der SIG Sauer GmbH & Co. KG ausgesetzt sind.[12]

Möglich ist zudem, dass die USA als Empfängerland [wegen] Verstößen gegen die abgegebenen Endverbleibserklärungen 'bis zur Beseitigung dieser Umstände grundsätzlich von einer Belieferung mit weiteren (...) Rüstungsgütern ausgeschlossen'"[13] werden.[22] In der 38. Sitzung am 4. Juni 2014 beschäftigte sich der Deutsche Bundestag mit den Vorwürfen. Brigitte Zypries sagte, der Vorwurf wiege schwer, bis zur Aufklärung der Vorwürfe sollen aber nicht alle Rüstungsexporte in die USA ausgesetzt werden.[23]

Nach Angaben des Spiegels wurden am 14. Juli 2014 die privaten Häuser von Michael Lüke und Thomas Ortmeier durchsucht.[24] Lüke ist nicht nur einer der Geschäftsführer der SIG Sauer GmbH, sondern zusammen mit Ortmeier Inhaber der L & O Holding.

Vor dem Landgericht Tübingen sind zwei Männer wegen möglichen Rüstungsgeschäften mit Kasachstan, u.A. für SIG Sauer, angeklagt.[25]

Hergestellte nicht-zivile Waffen[Bearbeiten]

Pistolen[Bearbeiten]

Repetierer[Bearbeiten]

Selbstladebüchsen[Bearbeiten]

Website[Bearbeiten]

www.sigsauer.de offizielle Homepage

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<referenses> [26]

</references>

  1. a b Sig Sauer: Pistolenhersteller plant Stellenabbau. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 2. Juli 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.
  2. a b Selbstdarstellung auf www.sigsauer.de
  3. a b c d Waffenfirma soll Behörden getäuscht haben. Panorama, 3. Juli 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.
  4. SIG Sauer: In Eckernförde noch eine Zukunft? NDR, 20. August 2014, abgerufen am 23. August 2014.
  5. Kurzarbeit bei SIG Sauer bewilligt. NDR, 18. August 2014, abgerufen am 19. August 2014.
  6. a b c SIG-Sauer-Mitarbeitern droht Jobverlust. NDR, 8. August 2014, abgerufen am 17. August 2014.
  7. Sig Sauer führt Kurzarbeit ein. Süddeutsche Zeitung, 13. August 2014, abgerufen am 17. August 2014.
  8. Große Angst vor dem Aus. Kieler Nachrichten, 1. August 2014, abgerufen am 17. August 2014.
  9. Kurzarbeit für SIG-Sauer-Beschäftigte. NDR, 12. August 2014, abgerufen am 17. August 2014.
  10. a b c Razzia bei Eckernförder Waffenhersteller. NDR, 29. Januar 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.
  11. a b Neuer Ärger für SIG Sauer. tagesschau.de, 18. Juli 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.
  12. a b c Ausfuhrstopp für SIG-Sauer-Waffen. tagesschau.de, 13. Juli 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.
  13. a b c d Deutsche Waffen illegal in Kolumbien. tagesschau.de, 27. Mai 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.
  14. Razzia bei SIG Sauer. tagesschau.de, 3. Juli 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.
  15. Waffenhandel: Kolumbien bestätigt Kauf von Sig-Sauer-Pistolen. Der Spiegel, 9. Juli 2014, abgerufen am 19. Juli 2014.
  16. Deutschland prüft Exporte von Sig Sauer. Handelsblatt, 13. Juli 2014, abgerufen am 19. Juli 2014.
  17. Illegaler Waffenexport: Sig Sauer soll auch Gewehre nach Kolumbien geliefert haben. Der Spiegel, 20. Juli 2014, abgerufen am 17. August 2014.
  18. Scharfschützengewehre fürs Bürgerkriegsland. Süddeutsche Zeitung, 9. August 2014, abgerufen am 17. August 2014.
  19. Artikel der Sueddeutschen Zeitung vom 09. September 2014. Sueddeutsche Zeitung, 9. September 2014, abgerufen am 9. September 2014.
  20. Erklärung der SIG Sauer GmbH & Co KG. SIG Sauer GmbH & Co. KG, 3. Juli 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.
  21. a b Täuschen, tricksen, Waffen liefern. tagesschau.de, 2. Juli 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.
  22. Punkt IV) 4. der Politischen Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern
  23. Stenografischer Bericht 38. Sitzung. Deutscher Bundestag, 4. Juli 2014, abgerufen am 29. Juli 2014.
  24. Waffenhandel: Polizei durchsucht Privathäuser der Sig-Sauer-Eigentümer. Der Spiegel, 15. Juli 2014, abgerufen am 19. Juli 2014.
  25. Empfang beim "Lord of War". Süddeutsche Zeitung, 18. Juli 2014, abgerufen am 29. Juli 2014.
  26. a b c d e f g h i j k l m n o p Preisliste für Endkunen. Sig Sauer, abgerufen am 10. September 2014 (pdf).