San Quentin State Prison

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Das kalifornische Staatsgefängnis San Quentin
Luftaufnahme des Gefängnisgeländes

San Quentin State Prison ist das älteste Gefängnis im US-Bundesstaat Kalifornien. Es wurde im Juli 1852 in Marin County in Betrieb genommen und erstreckt sich über eine Fläche von 1,7 Quadratkilometern. San Quentin beherbergte sowohl männliche als auch weibliche Insassen, bis 1933 das Frauengefängnis in Tehachapi gebaut wurde.

Insbesondere durch die chronische Überfüllung des für 3317 Insassen konzipierten Gefängnisses gilt es als eines der brutalsten Gefängnisse Kaliforniens. Weltweites Aufsehen erregen die hier durchgeführten Hinrichtungen. Sie erfolgen seit 1996 nicht mehr in der Gaskammer, sondern durch Giftinjektion.

Todesstrafe in San Quentin[Bearbeiten]

Die Gaskammer, umgebaut für Hinrichtungen mit der Giftspritze

Bis 1937 wurden in San Quentin 215 Personen durch Erhängen hingerichtet; in der Gaskammer starben 196 Menschen, bis die Hinrichtung mittels Gas 1995 als „grausame und ungewöhnliche“ Bestrafung abgeschafft wurde.[1] Die gegenwärtig verwendete Hinrichtungsmethode ist die Giftspritze, mit der zwischen 1996 und 2006 elf Personen exekutiert wurden.[2]

Namhafte Exekutierte[Bearbeiten]

Kolumne aus San Quentin[Bearbeiten]

Ein Insasse des San Quentin State Prison namens Dean Carter schreibt in regelmäßigen Abständen über seinen Alltag in der Todeszelle. Die Website, über die seine Kolumnen mit Hilfe einer ihm bekannten Person veröffentlicht werden, nennt sich deadmantalking.com.[3]

Musiker in San Quentin[Bearbeiten]

  • Der Countrysänger Merle Haggard verbrachte wegen Einbruchs drei Jahre in San Quentin, wo er im Januar 1958 Johnny Cash bei einem Konzert für die Insassen des Zuchthauses live auf der Bühne sah. Zutiefst beeindruckt von Cash und seiner Musik startete Haggard im Anschluss an die Haftstrafe seine Musikerkarriere.
  • Am 24. Februar 1969 wurde vom britischen Fernsehsender „Granada Television“ ein Konzert von Johnny Cash aufgezeichnet, bei dem auch Interviews mit Gefangenen und Aufsehern gezeigt werden. Das dazugehörige Album At San Quentin erreichte Platz 1 der US-amerikanischen Country- und Pop-Charts.
  • Am 30. Mai 2003 drehte die Band Metallica im Gefängnis ein Video zu ihrem Song „St. Anger“, dabei ist die Band unter anderem mit einigen Inhaftierten im Gefängnishof zu sehen. Es folgte ein Open-Air-Konzert der Band für die Gefangenen.

Hollywood in San Quentin, San Quentin im Film[Bearbeiten]

Mehrere amerikanische Filme nehmen Bezug auf San Quentin oder spielen dort. Zwei Filme haben den Namen auch im Titel: San Quentin (1937) von Lloyd Bacon und ein Film aus dem Jahre 1946 von Gordon Douglas mit Lawrence Tierney und Barton MacLane.

Im Jahr 1993 erschien der Film Blood In, Blood Out von Taylor Hackford, der überwiegend im Gefängnis San Quentin spielt und sich mit der Problematik der Bandenkriege in San Quentin beschäftigt.

Weitere ehemalige / bekannte Insassen[Bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Quentin State Prison – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SF Gate: Inside Death Row vom 20. November 2005
  2. Lethal Injection for Execution: Chemical Asphyxiation?, April 2007
  3. Website deadmantalking.com

37.9375-122.48888888889Koordinaten: 37° 56′ 15″ N, 122° 29′ 20″ W