Lawrence Tierney

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lawrence Tierney (* 15. März 1919 in Brooklyn; † 26. Februar 2002 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Er war vornehmlich als Darsteller von Gangstern bekannt und geriet auch selbst häufig mit dem Gesetz in Konflikt.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Lawrence Tierney wurde fünf Jahre vor seinen Brüdern Gerard Kenneth Tierney[1] und Edward Tierney[2] in Brooklyn, einem Stadtteil von New York City, geboren. Seine Eltern waren Lawrence (Polizist) und Mary Tierney (beging Selbstmord). Er war ein guter Schüler, der die Boy’s High School in Brooklyn besuchte und ein Stipendium für das Manhattan College erhielt.[3] Tierney zog es jedoch vor, das College zu verlassen und sich als Wanderarbeiter zu betätigen. So bekam er einen Job als Katalog-Model. Anfang der 1940er Jahre begann Tierney als Theaterdarsteller zu arbeiten und erhielt anschließend einen Vertrag bei der Filmgesellschaft RKO. Er bekam zunächst Nebenrollen in Filmen wie Val Lewtons The Ghost Ship von 1943 oder dem Teenager-Drama Youth Runs Wild. Bekannt wurde Tierney durch seine Rolle des Gangster Dillinger in dem gleichnamigen Film Jagd auf Dillinger. Aufgrund seines Erfolges in diesem Film bekam er von RKO zahlreiche Rollen als harter Kerl oder Verbrecher, darunter zweimal als Gesetzloser Jesse James in den Western Badman’s Territory (Land der Banditen) und Best of the Badmen (Der Rächer). Weiter verkörperte er den Mörder im Film noir Born to Kill, einen Soziopathen in The Devil Thumbs a Ride und einen Berufsverbrecher in The Hoodlum.[4]

Tierney spielte 1952 in Cecil B. DeMilles Oscar-prämiertem Film The Greatest Show on Earth mit. Da er, wie in seinen Filmrollen, zum Genuss von reichlich Alkohol und körperlicher Gewalt neigte, kam er des Öfteren mit dem Gesetz in Konflikt und war so ein regelmäßiger Gast im Gefängnis von Los Angeles. Sein Schauspielkollege Robert Mitchum, der 1948 wegen illegalem Drogenbesitzes dort einsaß sagte zu den Wärtern: “We’re keeping Lawrence Tierney’s cell warm for ya.” („Wir halten Lawrence Tierneys Zelle für euch warm.“)[4]

Mitte der 1950er Jahre bekam Tierney immer seltener und nur noch kleinere Rollen. Nach seiner Mitwirkung im Drama A Child Is Waiting von John Cassavetes zog Tierney nach Europa, wo er jedoch wiederum Schwierigkeiten mit dem Gesetz bekam. In den späten 1960er, als er nach New York zurückgekehrt war, hielt er sich mit Gelegenheitsjobs, beispielsweise als Barmann, über Wasser. 1973 war er in eine Schlägerei verwickelt und 1975 wurde er im Zusammenhang mit dem Selbstmord einer Frau von der Polizei vernommen.[4]

Dennoch gelang es Tierney seine schauspielerischen Qualitäten in weiteren Filmen unter Beweis zu stellen. So war er 1971 in Otto Premingers Film Such Good Friends, 1977 in Andy Warhols Bad oder 1981 in der Komödie Arthur zu sehen. Nach einer Entziehungskur kehrte er 1983 nach Hollywood zurück, um seine Karriere ernsthaft wiederzubeleben und arbeitete regelmäßig für Fernseh- und Kinoproduktionen.

Neben seiner Rolle in der NBC-Produktion Polizeirevier Hill Street war Tierney auch in Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert zu sehen und spielte einen Sheriff in dem Fernsehfilm Dillinger von 1991. Er war ebenfalls als Superhirn “Joe Cabot” in Quentin Tarantinos Reservoir Dogs – Wilde Hunde zu sehen.[4]

Tierney verstarb im Februar 2002 an einer Lungenentzündung. Er hatte zwei jüngere Brüder Gerald und Edward Tierney, beide ebenfalls Schauspieler. Sein Neffe ist der Filmregisseur und Schauspieler Michael Tierney.[5] Er hatte drei Kinder, darunter eine Tochter Elizabeth.[6]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1943: Gildersleeve on Broadway
  • 1943: Government Girl
  • 1943: The Ghost Ship
  • 1944: Seven Days Ashore
  • 1944: The Falcon Out West
  • 1944: Youth Runs Wild
  • 1945: Stahlgewitter (Back to Bataan)
  • 1945: Birthday Blues
  • 1945: Jagd auf Dillinger (Dillinger)
  • 1945: Mama Loves Papa
  • 1945: Sing Your Way Home
  • 1945: Those Endearing Young Charms
  • 1946: Badman’s Territory
  • 1946: San Quentin
  • 1946: Step by Step
  • 1947: Born to Kill
  • 1947: The Devil Thumbs a Ride
  • 1948: Bodyguard
  • 1950: Shakedown
  • 1951: Best of the Badmen
  • 1951: The Bushwhackers
  • 1951: The Hoodlum
  • 1952: Kill or Be Killed
  • 1952: Die größte Schau der Welt (The Greatest Show on Earth)
  • 1954: The Man Behind the Badge (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1954: The Steel Cage
  • 1955: Female Jungle
  • 1956: Singing in the Dark
  • 1959: Gnadenlose Stadt (Naked City, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1959: The Detectives (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1960: Adventures in Paradise (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1960: Man with a Camera (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1960: Peter Gunn (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1961: Follow the Sun (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1961: The Barbara Stanwyck Show (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1962: Bus Stop (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1962: The Lloyd Bridges Show (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1963: A Child Is Waiting
  • 1963: The Alfred Hitchcock Hour (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1966: Naked Evil
  • 1967: Ein Tag zum Kämpfen (Custer of the West)
  • 1968: Assassino senza volto
  • 1971: Such Good Friends
  • 1975: Abduction
  • 1977: Bad (Andy Warhol’s Bad)
  • 1979: Bloodrage
  • 1979: The Kirlian Witness
  • 1980: Gloria, die Gangsterbraut (Gloria)
  • 1981: Arthur – Kein Kind von Traurigkeit (Arthur)
  • 1981: The Prowler
  • 1982: Midnight
  • 1984: Fame – Der Weg zum Ruhm (Fame, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1984: Nothing Lasts Forever
  • 1984: Terrible Joe Moran
  • 1985–1987: Polizeirevier Hill Street (Hill Street Blues, Fernsehserie, sieben Folgen)
  • 1985: Prizzi’s Honor
  • 1985: Remington Steele (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1985: Der Werwolf von Tarker Mills (Silver Bullet)
  • 1985: Tales from the Darkside (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1986: Murphys Gesetz (Murphy’s Law)
  • 1987: The Offspring
  • 1987: The Slap Maxwell Story (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1987: Tough Guys Don’t Dance
  • 1988: Hunter (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1988: Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (Star Trek: The Next Generation, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1988: The Naked Gun: From the Files of Police Squad!
  • 1989: The Horror Show
  • 1990: Why me? – Warum gerade ich? (Why Me?)
  • 1991: Anthony III (The Runestone)
  • 1991: Dillinger – Staatsfeind Nr. 1 (Dillinger)
  • 1991: Equal Justice (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1991: Seinfeld (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1991: Stadt der Hoffnung (City of Hope)
  • 1991: The Death Merchant
  • 1991: Wizards of the Demon Sword
  • 1992: Eddie Presley
  • 1992: Reservoir Dogs – Wilde Hunde (Reservoir Dogs)
  • 1993: L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse (L.A. Law, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1993: Palm Beach-Duo (Silk Stalkings, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1993: Red
  • 1993: Teenage Lolita – Verlockende Unschuld (Casualties of Love: The Long Island Lolita Story)
  • 1994: Junior
  • 1994: Tödliche Gelüste (A Kiss Goodnight)
  • 1995: American Hero
  • 1995: Pointman (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1995: Portrait in Red
  • 1995: Starstruck
  • 1995: Die Simpsons (The Simpsons, Fernsehserie, eine Folge, Sprechrolle)
  • 1996: 2 Tage in L. A. (2 Days in the Valley)
  • 1996: Christmas in Oz
  • 1996: Emergency Room – Die Notaufnahme (Emergency Room, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1996: Toto Lost in New York
  • 1996: Who Stole Santa?
  • 1997: American Hero
  • 1997: EZ Streets (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1997: Star Trek: Deep Space Nine (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1998: Armageddon – Das jüngste Gericht (Armageddon)
  • 1998: Fatal Passion
  • 1998: Southie
  • 2000: Evicted

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerard Kenneth Tierney (* 1924, † 1985, als Schauspieler bekannt unter dem Namen Scott Brady)
  2. Edward Tierney (* 1928, † 1985, als Schauspieler bekannt unter dem Namen Ed Tracy)
  3. Lawrence Tierney auf nndb.com, abgerufen am 27. November 2012.
  4. a b c d Biografie auf lawrencetierney.com, abgerufen am 27. November 2012.
  5. Michael Tierney (* 1965, Sohn von Edward Tierney) auf imdb.com, abgerufen am 27. November 2012.
  6. Ronald Bergan: Nachruf auf guardian.co.uk, abgerufen am 27. November 2012.