Scheibe Spatz

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Spatz
L-Spatz 55
Typ: Segelflugzeug
Entwurfsland: Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Hersteller: Scheibe-Flugzeugbau GmbH
Stückzahl: ca. 500

Der Spatz ist ein einsitziges Segelflugzeug in Gemischtbauweise.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem ab 28. April 1951 der Segelflug in Deutschland wieder erlaubt war, stieg in den Segelflugvereinen auch der Bedarf an einsitzigen Flugzeugen für den aufstrebenden Leistungssegelflug. Mit dem Spatz A entwickelte Scheibe - als zweite Konstruktion - die einsitzige Ergänzung zur Mü 13 E, Bergfalke I. Obwohl sich die Spatzen als sehr wendig auszeichneten, hatten sie aufgrund ihrer geringen Flügelschränkung (ausgenommen L Spatz III) die schlechte Eigenschaft, bei überzogenem Flugzustand - ohne besondere Vorwarnung - über die Fläche abzukippen und ins Trudeln überzugehen. Dieser Zustand konnte jedoch durch schnelles Gegenseitenruder (Standardverfahren) sofort beendet werden. Die Flugzeuge der Baureihe Spatz waren mit ca. 500 gebauten Exemplaren das erfolgreichste Produkt der Firma Scheibe-Flugzeugbau GmbH.

Versionen[Bearbeiten]

Spatz A und Spatz B[Bearbeiten]

B-Spatz D-9003

Diese Segelflugzeuge waren die Vorgänger der Spatz-Serie. Von den Mitteldeckern mit einer Spannweite 13,20 m wurden ca. 35 Stück gebaut.

L-Spatz[Bearbeiten]

  • Mitteldecker, Spannweite 15 m
  • Gleitzahl: 29 bei 73 km/h
  • Gebaute Exemplare: ca. 40

Spatz 55[Bearbeiten]

Der Spatz 55 war eine verbesserte Variante des B-Spatz, mit einer Spannweite von gleichfalls 13,20 m, jedoch als Schulterdecker. Weitere Änderungen zum B-Spatz waren eine deutliche Verkleinerung der Querruder von 1,80 m² auf 1,33 m², ein um 6 cm verlängerter und aerodynamisch verbesserter Rumpf, sowie eine Erhöhung des Rüstgewichts um 15 kg auf 135 kg und der Zuladung um 10 kg auf 110 kg. Der Erstflug des - auch für den Eigenbau zugelassenen - Spatz 55 erfolgte 1954. Insgesamt wurden davon etwa 15 Exemplare gebaut.

  • Verwendung: einsitziges Übungs- und Leistungsflugzeug
  • Spannweite: 13,20 m
  • Rumpflänge: 6,25 m
  • Höhe: 1,20 m
  • Flügelfläche mit Querrudern: 10,90 m²
  • Fläche der Querruder: 1,33 m²
  • Flügelstreckung: 16,00
  • Flügelprofil: Mü-Profil, 14 %
  • Rüstgewicht: 135 kg
  • Zuladung: 110 kg
  • Maximales Abfluggewicht: 245 kg
  • Maximale Flächenbelastung: 22,47 kg/m²
  • Mindestgeschwindigkeit: 50 km/h
  • Höchstzulässige Geschwindigkeiten:
  • bei ruhigem Wetter: 175 km/h
  • bei böigem Wetter: 110 km/h
  • Höchstgeschwindigkeit Windenschlepp: 90 km/h
  • Höchstgeschwindigkeit Flugzeugschlepp: 110 km/h
  • Geringstes Sinken: 0,67 m/s bei 58 km/h
  • Bestes Gleiten: 25 bei 65 km/h

L-Spatz 55[Bearbeiten]

L-Spatz 55 D-1738
  • Verwendung: Einsitziges Leistungsflugzeug
  • Schulterdecker, Spannweite 15 m
  • Max. Fluggewicht: 265 kg
  • Bestes Gleiten: 29 bei 73 km/h
  • Geringstes Sinken: 0,68 m/s bei 64 km/h
  • Erstflug: 1954
  • Serienbau: bis 1962
  • Gebaute Exemplare:
    • ca. 300 in Deutschland, einige auch bei der Fa. Eichelsdörfer in Bamberg mit zusätzlicher Pedalverstellung sowie veränderte Flügelenden
    • ca. 155 in Frankreich von der Fa. Avialsa als A.60 Fauconnet
    • ca. 15 Exemplare bei Meteor in Italien als MS-30 L Passero

L-Spatz III[Bearbeiten]

Der Schulterdecker war eine Weiterentwicklung des L-Spatz 55 mit niedrigerem Rumpf und durch verstärkte Flügelschränkung verbesserten Langsamflugeigenschaften; es wurden ca. 36 Exemplare gebaut.

Club-Spatz SF 30[Bearbeiten]

Der Club-Spatz SF 30 zählt eigentlich nicht mehr zur „echten“ Spatzen-Baureihe, sondern war Scheibes Beitrag zur neuen Clubklasse, die ursprünglich auf einen Kaufpreis von 22.500 DM limitiert war. Konstruktiv kann er als Nachfolger der beliebten Zugvogel / SF 27 - Baureihe mit gedämpftem Höhenleitwerk angesehen werden. Trotz guter Flugleistungen und sehr angenehmer, ausgeglichener Flugeigenschaften konnte er sich (ähnlich wie Schleichers ASK 18) nicht gegen die zu gleicher Zeit auf den Markt kommenden GfK-Konstruktionen (z.B. Glasflügel 205 Club-Libelle) durchsetzen. Eine voll kunstflugtaugliche Variante mit 13 m Spannweite, die LCF 2, wurde 1975 vom Luftsportclub Friedrichshafen als Einzelstück präsentiert.

  • Mitteldecker, Spannweite 15 m
  • Serienbau: bis 1976
  • Gebaute Exemplare: 7 Stück

Erhaltene Flugzeuge[Bearbeiten]

Zahlreiche Spatzen sind in Museen ausgestellt oder werden von Privatpersonen und Vereinen flugfähig erhalten. Seit 1984 (am Flugplatz Kempten-Durach) findet jedes Jahr ein Spatzentreffen statt, so 2007 in Weißenburg/Bayern[1], 2008 das 25. Internationale Spatzentreffen auf dem Flugplatz Birrfeld/Schweiz und 2009 in Biberach.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gerd Zipper: Falkenhorst. Die Geschichte der Scheibe-Flugzeuge. Weishaupt, Gnas 1999, ISBN 3-7059-0059-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 24. internationales Spatzentreffen in Weißenburg i. Bay. vom 7. - 10. Juni 2007, abgerufen am 16. Februar 2009

Weblinks[Bearbeiten]