Schloss Neuenstein

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Schloss Neuenstein, Südfassade im Winter

Das Schloss Neuenstein steht in der Mitte der Stadt Neuenstein. Als Sitz der Adelslinie Hohenlohe-Neuenstein erbaut, beherbergt es heute ein Schlossmuseum und mit dem Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein das vom Land Baden-Württemberg betreute gemeinsame Hausarchiv des Hauses Hohenlohe. Im 41 Meter langen und über zehn Meter breiten Rittersaal finden zudem regelmäßig Konzerte im Rahmen des Hohenloher Kultursommers statt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten]

Schloss Neuenstein, Westfassade im Spätsommer

Das Schloss im Stil der Renaissance ist ein mächtiger, geschlossener Vierflügelbau mit sechs Geschossen. An seiner nordwestlichen Ecke steht der romanische Bergfried der ehemaligen Burg. Zwei weitere Ecken werden durch hohe Rundtürme eingenommen. Eine Brücke führt zum Eingangsportal, das mit den Wappen Ludwig Casimirs von Hohenlohe und seiner Frau Anna von Solms-Laubach geschmückt ist.

Das Schlossmuseum[Bearbeiten]

Im Rahmen eines Besuchs des Schlossmuseums können unter anderem der Kaisersaal, das Königsgewölbe und die spätmittelalterliche und voll funktionsfähige Schlossküche – alles noch weitgehend im Originalzustand – besichtigt werden.

Neben kunsthistorisch wertvollen Gegenständen sind Jagdwaffen und -trophäen ausgestellt. Herzstück des Museums ist jedoch das Kunst- und Raritäten-Kabinett. Es zeigt Kunstwerke aus der Renaissance sowie Kuriositäten und Erinnerungsstücke; darunter ein Hut des schwedischen Königs Gustav II. Adolf, ein Schuh der Zarin Katharina die Große sowie ein fast faustgroßer Blasenstein des Grafen von Nimburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wurzeln des heutigen Schlosses sind in einer staufischen Wasserburg des frühen 13. Jahrhunderts zu suchen. Sie stand auf einer Sandbank in einem Sumpfgebiet nahe einer alten Fernhandelsstraße, die vom Rhein über Wimpfen nach Osten zur Donau führte.

Um 1230 war die Anlage im Besitz der Herren von Stein, deren Nachfahren sich später „von Neuenstein“ nannten, und kam um 1300 an die Grafen von Hohenlohe, welche die Burg als Wohnsitz nutzten. Für den Bau und die Versorgung der Burg bzw. des Schlosses spielte die Eschelbacher Steige als Transportweg eine wichtige Rolle.

Nachdem die Anlage im 15. Jahrhundert schon erweitert worden war, ließ Graf Ludwig Casimir von Hohenlohe sie im 16. Jahrhundert von dem Heilbronner Baumeister Balthasar Wolff zu einem Schloss im Stil der Renaissance umgestalten. Der Ausbau dauerte bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts.

Nachdem Wolfgang Julius von Hohenlohe 1698 verstorben war, verlegte die Familie ihre Residenz nach Öhringen. Schloss Neuenstein stand nachfolgend leer und verfiel zusehends. Später diente es als ein Zucht- und Arbeitshaus, als Altersheim sowie Waisenhaus.

Ab 1870 wurden Renovierungsarbeiten im Kaisersaal durchgeführt, um dort anschließend mit einer Antiquitätensammlung aus dem Schloss Kirchberg den Grundstock für ein Familienmuseum des Hauses Hohenlohe zu legen. Es war eines der ersten Privatmuseen Deutschlands[1] und ab 1878 der Öffentlichkeit zugänglich.

Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe beauftragte zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Architekten und Burgenforscher Bodo Ebhardt mit einer umfassenden Restaurierung des Schlosses. Die Arbeiten fanden in der Zeit von 1906 bis 1925 statt. In ihrem Zuge wurde die Anlage um ein Geschoss aufgestockt. Nach der Enteignung des schlesischen Wohnsitzes Schloss Sławięcice 1945 und den Verkäufen der Schlösser Kirchberg und Ingelfingen 1952 sowie Öhringen 1961 (sowie des Jagdschloss Friedrichsruhe 2005) ist das Schloss Neuenstein heute zugleich Museum und Wohnsitz des Besitzers, Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen (* 1933).

Literatur[Bearbeiten]

  • Constantin zu Hohenlohe-Langenburg: Schloss Neuenstein und sein Museum. 5. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 2001 (DKV Kunstführer. Nr. 155)
  • Gerhard Taddey: Bodo Ebhardt und die Restaurierung von Schloß Neuenstein. In: Harald Siebenmorgen (Hrsg.): Hofkunst in Hohenlohe. Thorbecke, Sigmaringen 1996, ISBN 3-7995-7645-2, S. 173-208.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stuttgarter Zeitung online Stand: 21. Januar 2008.

49.2040277777789.57875Koordinaten: 49° 12′ 14,5″ N, 9° 34′ 43,5″ O