Hohenlohekreis
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart |
| Region: | Heilbronn-Franken |
| Verwaltungssitz: | Künzelsau |
| Fläche: | 776,75 km² |
| Einwohner: |
107.200 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 138 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | KÜN |
| Kreisschlüssel: | 08 1 26 |
| NUTS: | DE119 |
| Kreisgliederung: | 16 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Allee 17 74653 Künzelsau |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Helmut M. Jahn (CDU) |
| Lage des Hohenlohekreises in Baden-Württemberg | |
Der Hohenlohekreis ist gemessen an seiner Einwohnerzahl der kleinste Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zur Region Heilbronn-Franken im Regierungsbezirk Stuttgart. Der Hohenlohekreis grenzt im Südwesten und Westen an den Landkreis Heilbronn, im Norden an den Neckar-Odenwald-Kreis und an den Main-Tauber-Kreis und im Osten und Süden an den Landkreis Schwäbisch Hall. Namengebend ist die historische Region Hohenlohe.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Der Hohenlohekreis hat Anteil an der Hohenloher Ebene und am südlichen Bauland sowie im Süden an den Waldenburger Bergen, die zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald gehören. Durch das Kreisgebiet fließen die beiden rechten Nebenflüsse des Neckars, die Jagst und der Kocher. Die höchste Erhebung des Kreisgebiets misst 523 m und befindet sich bei Waldenburg.
Die Liste der Orte im Hohenlohekreis enthält die ungefähr 320 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Hohenlohekreises im geographischen Sinne.
Natur[Bearbeiten]
Im Hohenlohekreis gibt es folgende Naturschutzgebiete:
- Brettachtal oberhalb Geddelsbach: 25,7 ha; Gemarkungen Geddelsbach und Maienfels
- Einberg: 7,8 ha; Gemarkung Untersteinbach
- Entlesboden: 7,2 ha; Gemarkung Obersteinbach
- Goldberg im Messbachtal: 16,3 ha; Gemarkungen Meßbach und Altkrautheim
- Hang im Rengerstal: 3,3 ha; Gemarkung Dörzbach
- Heide am Dünnersberg: 7,2 ha; Gemarkung Mulfingen
- Hohenberg/Setz: 15 ha; Gemarkung Bieringen
- Lache/Felsen/Felsenwiesen: 6,2 ha; Gemarkung Winzenhofen
- Laibachsweinberg/Im Tal/Im Köchlein: 18,6 ha; Gemarkungen Klepsau und Laibach
- Obere Weide: 22,2 ha; Gemarkung Obersteinbach
- Pflanzenstandorte Brühl und Rautel: 2,9 ha; Gemarkung Unterginsbach
- Pflanzenstandorte Pfahl und Sündrich: 8,8 ha; Gemarkung Crispenhofen
- Riedhölzle und Jagstaue: 62,4 ha; Gemarkungen Jagstberg und Mulfingen
- Rößlesmahdsee mit Pfaffenklinge: 16,2 ha; Gemarkungen Waldenburg und Westernach
- Schild: 3,4 ha; Gemarkung Dörzbach
- Stein: 6,1 ha; Gemarkungen Marlach und Gommersdorf
- St. Wendel zu Stein: 12,1 ha; Gemarkungen Dörzbach und Hohebach
- Viehweide auf Markung Michelbach: 18,2 ha; Gemarkung Michelbach
- Vogelhalde Sindringen/Ohrnberg: 216,0 ha; Gemarkungen Sindringen und Ohrnberg
- Wagrain/Lange Wiese/Stegbrühl: 10,2 ha; Gemarkungen Gommersdorf und Marlach
Geschichte[Bearbeiten]
Der Hohenlohekreis wurde durch die Kreisreform am 1. Januar 1973 gebildet. Damals wurden die Altkreise Öhringen und Künzelsau zum neuen Hohenlohekreis vereinigt. Zum Kreisgebiet kamen einige Orte der Landkreise Buchen, Schwäbisch Hall und Crailsheim. Kreisstadt wurde Künzelsau. Die beiden Altkreise Öhringen und Künzelsau gehen zurück auf die alten gleichnamigen württembergischen Oberämter, die nach dem Übergang der ehemals hohenlohischen Herrschaftsgebiete an Württemberg nach 1803 errichtet wurden. Dem Oberamt Öhringen wurde 1926 der östliche Teil des aufgelösten Oberamts Weinsberg angeschlossen. 1938 wurden beide Oberämter in Landkreise überführt und einige Grenzänderungen vollzogen. Das Gebiet um Krautheim war bis 1945 badisch und bildete anfangs ein eigenes Amt, das 1864 mit dem Amt Boxberg vereinigt wurde und schließlich bei dessen Auflösung zum Kreis Buchen (Odenwald) kam. Bei der Kreisreform kam der überwiegende Teil des Kreises Buchen zum Neckar-Odenwald-Kreis, das Gebiet um Krautheim jedoch zum Hohenlohekreis. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Hohenlohekreis noch 16 Gemeinden, darunter acht Städte und hiervon inzwischen als Große Kreisstadt (Öhringen). Größte Stadt ist Öhringen, kleinste Gemeinde ist Zweiflingen.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).
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Politik[Bearbeiten]
Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.
Kreistag[Bearbeiten]
Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die letzte Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte zu folgendem Ergebnis:
| Partei | Wahlergebnis | Sitze | ||
|---|---|---|---|---|
| CDU | 36,0 % | 15 | −2 | |
| FWV | 27,6 % | 11 | ±0 | |
| SPD | 14,8 % | 6 | +1 | |
| FDP | 13,7 % | 5 | +1 | |
| GRÜNE | 7,9 % | 3 | ±0 | |
Landrat[Bearbeiten]
Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises.
Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er – außer bei Vorberatungen in den beschließenden Ausschüssen – kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.
Die Landräte des Landkreises Künzelsau 1939–1972:
- 1939–1944: Wilhelm Wöhrle
- 1945–1946: Heinz Hohner
- 1946–1960: Otto Ehrler
- 1960–1972: Bernhard Vesenmayer
Die Landräte des Landkreises Öhringen 1938–1972:
- 1938–1944: Artur Fiederer
- 1944–1945: Richard Funck (Amtsverweser)
- 1945–1946: Fritz Eppinger
- 1946–1948: Max Freiherr von Lütgendorff-Leinburg
- 1948–1951: Georg Lenkner
- 1952–1971: Friedrich Bauer
- 1971–1972: Franz Susset (Amtsverweser)
Die Landräte des Hohenlohekreises seit 1973:
- 1973–1989: Franz Susset
- seit 1989: Helmut M. Jahn
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: „In Silber über erhöhtem rotem Schildfuß, darin ein sechsspeichiges silbernes Rad, zwei schreitende, rot bezungte schwarze Leoparden mit untergeschlagenen Schwänzen (Wappen-Verleihung 3. April 1974)“
Bedeutung: Die beiden Wappenbilder symbolisieren die früheren Herrschaftsstrukturen im Kreisgebiet bis Anfang des 19. Jahrhunderts: die Leoparden der Fürsten von Hohenlohe und das Mainzer Rad des ehemaligen Fürstbistums Mainz.
Siehe auch: Liste der Wappen im Hohenlohekreis
Kreispartnerschaften[Bearbeiten]
Der Hohenlohekreis unterhält Partnerschaften mit dem County Limerick in Irland (seit 1990) und dem Powiat Kędzierzyńsko-Kozielski in Polen (seit 2009).
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Die wirtschaftlichen Schwerpunkte liegen hauptsächlich in der elektrotechnischen Industrie, im metallverarbeitenden Gewerbe einschließlich des Maschinen- und Fahrzeugbaus, in der Regelungs- und Steuertechnik sowie in der Textilbranche und im Verlagswesen.
Gerade hier machen sich der Erfindungsreichtum und das sprichwörtliche Tüftlertum der angesiedelten Unternehmen positiv bemerkbar. Führende Unternehmen der Branche, deren Produkte und Know-how von internationaler Bedeutung sind, haben im Hohenlohekreis ihren Standort.
Neben dem produzierenden Gewerbe und einer ausgeprägten Handwerksstruktur sind bekannte und bedeutende Handelsunternehmen, insbesondere in der Befestigungstechnik, wie Würth, Berner und BTI, sowie zahlreiche Dienstleistungsbetriebe im Hohenlohekreis beheimatet. Die 16 Städte und Gemeinden des Landkreises unterstützen Neuansiedlungen und Betriebserweiterungen durch die Bereitstellung von preisgünstigem Bauland. In den letzten Jahren vollzog sich ein Strukturwandel in diesem in früheren Jahren sehr stark landwirtschaftlich geprägten, strukturschwächsten Kreis Baden-Württembergs. Bezogen auf die Einwohnerzahl weist der Hohenlohekreis die deutschlandweit höchste Dichte an weltmarktführenden Unternehmen auf.[2]
Verkehr[Bearbeiten]
Straßenverkehr[Bearbeiten]
Durch das südliche Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 6 (Mannheim–Nürnberg). Ferner erschließen die Bundesstraße 19 (Schwäbisch Hall–Würzburg) sowie mehrere Landes- und Kreisstraßen den Landkreis.
Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]
Die Stadt Öhringen wurde schon 1862 durch die Württembergische Staatsbahn an die Strecke Heilbronn–Schwäbisch Hall (Kocherbahn) angeschlossen. Von ihr zweigte seit 1892 in Waldenburg die Kochertalbahn als Stichbahn nach Künzelsau ab, die erst 1924 durch die Deutsche Reichsbahn kocherabwärts bis Forchtenberg verlängert wurde.
Von hier blieb eine Lücke von etwa 14 km Länge bis zum Endpunkt der Unteren Kochertalbahn bestehen, die von Bad Friedrichshall-Jagstfeld nach Ohrnberg verlief und 1913 durch die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet worden war.
Im Jagsttal war schon von 1900 bis 1901 durch die Firma Vering & Waechter eine Schmalspurbahn, die Jagsttalbahn, gebaut worden, die in Möckmühl die Hauptbahn Würzburg–Heilbronn verließ und talaufwärts bis Dörzbach verkehrte.
Der Kreis setzte seit etwa 1980 mit dem viel beachteten Nahverkehrsmodell Hohenlohe ganz auf den Bus und die regelmäßige Bedienung aller Ortschaften. Von dem nur 78 km umfassenden Bahnnetz blieben nur 28 km mit vier Stationen in Betrieb, bis auf der Hohenlohebahn die Linie S4 der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft den Verkehr bis Öhringen ausdehnte.
Im Personenverkehr wurden diese Abschnitte stillgelegt:
- 1951: Jagsttalbahn (Möckmühl–)Berlichingen–Dörzbach: 23 km (Nutzung für den Schülerverkehr zwischen 1967 und 1979)
- 1980: Kochertalbahn Waldenburg–Künzelsau–Forchtenberg: 24 km
- 1993: Untere Kochertalbahn (Bad Friedrichshall-Jagstfeld–)Möglingen–Ohrnberg: 3 km
Busverkehr[Bearbeiten]
Der Busverkehr wird durch den Eigenbetrieb des Hohenlohekreises Nahverkehr Hohenlohekreis (NVH). Diese ist tariflich in den Verkehrsverbund Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr integriert.
Kreiseinrichtungen[Bearbeiten]
Der Hohenlohekreis ist Schulträger folgender Beruflichen Schulen: Gewerbliche Schule Künzelsau, Kaufmännische Schule Künzelsau, Hauswirtschaftliche Schule Künzelsau, Gewerbliche Schule Öhringen, Kaufmännische Schule Öhringen und Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule Öhringen, ferner folgender Sonderschulen: Geschwister-Scholl-Schule für Geistig- und Körperbehinderte mit Schulkindergarten Künzelsau und Erich-Kästner-Schule für Sprachbehinderte Künzelsau.
Der Hohenlohekreis ist Gesellschafter der Hohenloher Krankenhaus gGmbH mit Sitz in Öhringen, welche unter anderem Träger der beiden Krankenhäuser in Künzelsau und Öhringen sowie verschiedener Altenheim und Seniorenzentren ist.
Städte und Gemeinden[Bearbeiten]
Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften und Gemeindeverwaltungsverbände
- Gemeindeverwaltungsverband „Hohenloher Ebene“ mit Sitz in Neuenstein; Mitgliedsgemeinden: Städte Neuenstein und Waldenburg sowie Gemeinde Kupferzell
- Gemeindeverwaltungsverband „Krautheim“ mit Sitz in Krautheim; Mitgliedsgemeinden: Stadt Krautheim und Gemeinden Dörzbach und Mulfingen
- Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Künzelsau mit der Stadt Ingelfingen
- Gemeindeverwaltungsverband „Mittleres Kochertal“ mit Sitz in Niedernhall; Mitgliedsgemeinden: Städte Forchtenberg und Niedernhall sowie Gemeinde Weißbach
- Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Öhringen mit den Gemeinden Pfedelbach und Zweiflingen
| Stadt | Wappen | Fläche km² |
Einwohner[1] 31. Dezember 2011 |
EW-Dichte EW je km² |
Höhe über NN |
|---|---|---|---|---|---|
| Forchtenberg | 38,07 | 4.882 | 128 | 223 | |
| Ingelfingen | 46,48 | 5.635 | 121 | 217 | |
| Krautheim | 52,91 | 4.578 | 87 | 298 | |
| Künzelsau | 75,17 | 14.530 | 193 | 218 | |
| Neuenstein | 47,84 | 6.206 | 130 | 284 | |
| Niedernhall | 17,71 | 3.878 | 219 | 202 | |
| Öhringen | 47,79 | 22.476 | 332 | 230 | |
| Waldenburg | 31,55 | 2.891 | 92 | 506 |
| Gemeinde | Wappen | Fläche km² |
Einwohner[1] 31. Dezember 2011 |
EW-Dichte EW je km² |
Höhe über NN |
|---|---|---|---|---|---|
| Bretzfeld | 64,69 | 11.998 | 185 | 210 | |
| Dörzbach | 32,36 | 2.417 | 75 | 242 | |
| Kupferzell | 54,28 | 5.730 | 106 | 340 | |
| Mulfingen | 80,08 | 3.738 | 47 | 263 | |
| Pfedelbach | 41,30 | 8.911 | 216 | 240 | |
| Schöntal | 81,65 | 5.632 | 69 | 209 | |
| Weißbach | 12,77 | 2.065 | 162 | 201 | |
| Zweiflingen | 32,10 | 1.633 | 51 | 308 |
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b c Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Immer nach oben. In: WirtschaftsWoche, Nr. 20 vom 14. Mai 2007, S. 78–83 (PDF-Datei; 444 KB).
Literatur[Bearbeiten]
- Der Hohenlohekreis. Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Hohenlohekreis. Thorbecke, Ostfildern 2006, ISBN 3-7995-1367-1 (Baden-Württemberg – Das Land in seinen Kreisen).
- Siegfried Baier: Das Hohenloher Land. Baier Verlag, Crailsheim 2001, ISBN 3-929233-13-4.
- Rudolf Schlauch: Hohenlohe Franken. Glock und Lutz, Nürnberg 1964.
- Albrecht Gaebele: Hohenlohe – Der Kreis zwischen Ohrn – Kocher – Jagst. Kehrer Offset GmbH, Freiburg 2001.
- Gertrud Schubert, Roland Schweizer: Hohenlohe – Landschaft, Menschen und Kultur. Mira-Verlagsgesellschaft, Künzelsau 2002, ISBN 3-89222-620-2.
- Literatur von Hohenlohekreis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
- Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Hrsg. von Reinhard Wolf. Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002. ISBN 3-7995-5173-5.
Weblinks[Bearbeiten]
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