Schwedenamerikaner

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Schwedenamerikaner sind Amerikaner schwedischer Abstammung. Eine große Zahl von ihnen, ungefähr 1,2 Millionen, kamen zwischen 1885 und 1915 in die USA. Die meisten waren Lutheraner und waren mit Vorgängerorganisationen der heutigen Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) oder der Lutheran Church-Missouri Synod oder der North American Lutheran Church (NALC) verbunden; einige waren Methodisten.[1] Historisch konzentrierten sich die Schwedenamerikaner auf die Staaten des Mittleren Westens, die Gebiete westlich und nordwestlich von Chicago.

Kolonisation[Bearbeiten]

Die ersten Schwedenamerikaner waren Siedler in Neuschweden (Nya Sverige). Diese Kolonie wurde von Königin Christina von Schweden 1638 gegründet. Sie befand sich im Gebiet des Delaware Valley und umfasst die heutigen Staaten von Delaware, New Jersey und Pennsylvania. Neuschweden ging 1655 in Neuholland auf und hörte offiziell auf, als Teil Schwedens zu existieren. Dennoch blieben viele Schweden und Finnen als Kolonisten zurück und ihnen wurde kulturelle und eingeschränkte politische Autonomie gewährt. Zeugen dieser schwedischen Präsenz findet man im American Swedish Historical Museum in Philadelphia, Fort Christina State Park in Wilmington, Delaware, Governor Printz Park und The Printzhof in Essington, Pennsylvania.[2]

Der Mittlere Westen[Bearbeiten]

Die schwedische Emigration in die Vereinigten Staaten erreichte ihren Höhepunkt 1896. Im gleichen Jahr wurde der Vasa Order of America (amerikanische Wasaorden) gegründet, eine Organisation, die Einwanderern helfen sollte, sich zurechtzufinden, da ihnen oftmals ein adäquates soziales Netzwerk fehlte. Schwedenamerikaner kamen gewöhnlich zunächst nach New York City und wanderten dann weiter in den nördlichen Mittleren Westen. Die meisten gehörten einer konservativen evangelischen Kirche an; sie waren oftmals pietistisch ausgerichtet und unterstützten die Prohibition.

Im Jahr 1900 galt Chicago als Stadt mit der zweithöchsten Zahl schwedischer Einwohner nach Stockholm, der Hauptstadt Schwedens. Zu der Zeit gründeten die Schweden die Evangelical Covenant Church and etablierten Institutionen wie das Swedish Covenant Hospital und die North Park University. Viele siedelten sich in Minnesota und Wisconsin an sowie in New York, Pennsylvania, Michigan, Iowa, Nebraska und Illinois.[3] Wie auch ihre norwegischen und dänischen Mitbrüder und -schwestern lebten die meisten Schweden als Bauern (Farmer) wie schon zuvor in Schweden.

Neuengland[Bearbeiten]

Der Osten, Neuengland, war das Ziel von vielen Facharbeitern aus der Industrie. Sie siedelten sich hauptsächlich in Jamestown, New York; Providence, Rhode Island, und Boston an. Eine kleine schwedische Siedlung wurde auch in New Sweden, Maine, gegründet, als 51 schwedische Siedler in das Waldgebiet kamen, von W. W. Thomas geführt, der sie "mina barn i skogen" (meine Kinder im Wald) nannte. Bei ihrer Ankunft dankten sie Gott und bald expandierte die Region und Siedlungen wie Stockholm, Jemptland und Westmanland entstanden. Die Stadt feiert St. Lucia, Mittsommer und den Gründertag (23. Juli). Es gibt auch hin und wieder Gottesdienste in schwedischer Sprache. Die größte Siedlung in Neuengland war Worcester, Massachusetts. Viele Schweden zogen hierher wegen der Arbeitsplätze in der Industrie. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es zahlreiche Kirchenorganisationen, Geschäfte, Wohltätigkeitsvereine, die von Schweden ins Leben gerufen wurden.

Westküste[Bearbeiten]

Viele Schweden siedelten auch im pazifischen Nordwesten zusammen mit vielen Norwegern (Ballard bei Seattle).

Bekannte Schwedenamerikaner[Bearbeiten]

Zu den bekanntesten Schwedenamerikanern gehörten und gehören Uma Thurman, Greta Garbo, William Rehnquist, Jake Gyllenhaal, Carl Sandburg, Charles Lindbergh und Kris Kirstofferson.

Links[Bearbeiten]

Primärliteratur[Bearbeiten]

  • H. Arnold Barton (Hrsg.): Letters from the Promised Land: Swedes in America, 1840-1914. University of Minnesota Press, Minnesota 1975, ISBN 0816607400.
  • Lintelman, Joy K. ed. I Go to America: Swedish American Women and the Life of Mina Anderson (2009)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Barton, H. Arnold 1994; A Folk Divided: Homeland Swedes and Swedish-Americans, 1840-1940. (Southern Illinois University Press)
  2. Lazzerini, Rickie Where Did The Swedes Go? The Causes of Swedish Immigration and Settlement Patterns in America (University of California, Santa Barbara. 2005)
  3. "The Undeveloped West or, Five Years in the Territories" Seite 39, 1873