Serpuchowski Awtomobilny Sawod

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Serpuchowski Motocikletny Sawod (1939–1990)
Serpuchowski Awtomobilny Sawod (seit 1990)
Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Gründung 1939
Sitz Serpuchow
Branche Automobilhersteller
Produkte AutomobileVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
SZA
SZD
Oka mit Lieferwagenaufbau

Serpuchowski Awtomobilny Sawod (SeAS, englisch SeAZ) (russisch Серпуховский Автомобильный Завод (СеАЗ)), ist ein großes Ingenieurunternehmen aus Serpuchow in der Russischen Föderation.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1939 als Serpuchowski Motocikletny Sawod, kurz SMS (englisch SMZ), zur Produktion von Motorrädern gegründet.[1] Ab 1952 stellte das Unternehmen auch Kleinstwagen her.[2] Abnehmer waren überwiegend Körperbehinderte.[3] Der Markenname lautete zunächst SMS, ab 1990 SeAS.[3] Etwa gleichzeitig erfolgte die Umbenennung des Unternehmens in Serpuchowski Awtomobilny Sawod.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

S 1 L und SZL[Bearbeiten]

Das erste Modell war der von 1952 bis 1955 in geringer Zahl hergestellte S 1 L.[4] Für den Antrieb sorgte ein Einzylindermotor mit 123 cm³ Hubraum und 4 PS Leistung.[4] Die Höchstgeschwindigkeit war mit 35 km/h angegeben.[4] Der zwischen 1955 und 1958 entwickelte SZL blieb im Prototypenstadium stecken.[4] Beides waren Dreiräder mit dem einzelnen Rad hinten.[2] Für den Antrieb sorgte ein Einzylinder-Zweitaktmotormotor im Heck.[2]

SZA[Bearbeiten]

1958 folgte der SZA[2], auch SAZ[5] geschrieben. Dieses Fahrzeug verfügte über vier Räder und ähnelte in seinem Aussehen richtigen Autos.[5] Es bot Platz für zwei Personen und etwas Gepäck und verfügte über ein Verdeck aus Segeltuch.[5] Auf Wunsch war auch eine geschlossene Karosserie lieferbar.[3][5] Für den Antrieb sorgte ein luftgekühlter Einzylindermotor mit etwa 10 PS Leistung.[5] Die Produktion lief bis 1970.[4]

SZD[Bearbeiten]

1971 folgte der SZD.[4] Das Fahrzeug verfügte über eine glatte Karosserie. Für den Antrieb sorgte ein Einzylindermotor mit 346 cm³ Hubraum.[2] Die Produktion lief bis 1990.[4] Alleine im Jahr 1989 entstanden 10.348 Exemplare.[4]

Oka[Bearbeiten]

1990 begann das Unternehmen mit der Produktion des Oka, der zuvor bereits von Kamaz produziert wurde. Dies ist ein moderner Kleinwagen mit Frontmotor und Frontantrieb. Später wurde der Oka als eigenständige Automarke angeboten. 2008 wurde die Produktion gestoppt. Zurzeit arbeitet das Werk nur noch als Zulieferer.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8.
  • Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die große Automobil-Enzyklopädie. BLV, München 1986, ISBN 3-405-12974-5
  • Walter Zeichner: Kleinwagen International. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-01959-6 (formal falsche ISBN).
  • Bernard Vermeylen: Autos aus dem Ostblock. Alle Modelle seit 1945. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-3149-9.
  • Andy Thompson: Cars of the Soviet Union. The Definitive History. Haynes Publishing, Sparkford 2008, ISBN 978-184425-483-5. (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SeAS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thompson: Cars of the Soviet Union.
  2. a b c d e Linz, Schrader: Die große Automobil-Enzyklopädie.
  3. a b c Linz, Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie.
  4. a b c d e f g h Vermeylen: Autos aus dem Ostblock.
  5. a b c d e Zeichner: Kleinwagen International.