Shigefumi Matsuzawa

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Shigefumi Matsuzawa (jap. 松沢 成文, Matsuzawa Shigefumi; * 2. April 1958 in Kawasaki) ist ein japanischer Politiker der Minna no Tō und Abgeordneter im Sangiin, dem Oberhaus des nationalen Parlaments, für die ostjapanische Präfektur Kanagawa. Davor war er von 2003 bis 2011 Gouverneur von Kanagawa, von 1993 bis 2003 Abgeordneter im Shūgiin.

Matsuzawa studierte Rechtswissenschaften an der Keiō-Universität und absolvierte anschließend das Matsushita Seikei Juku (松下政経塾, engl. Matsushita Institute of Government and Management). In seinem Abschlussjahr 1987 wurde er erstmals als Unabhängiger ins Präfekturparlament Kanagawa gewählt.

Bei der Shūgiin-Wahl 1993 wurde Matsuzawa als Kandidat der Shinseitō zum Abgeordneten des 2. Wahlkreises Kanagawa gewählt. Er war danach Mitglied der Shinshintō, der Kokumin no Koe und der Demokratischen Partei. 1996 und 2000 wurde er – nach der Wahlrechtsreform von 1994 nun im 9. Wahlkreis Kanagawa – im Amt bestätigt. 1999 kandidierte er erfolglos gegen Naoto Kan für den Parteivorsitz der Demokratischen Partei, wobei er vor allem die Unterstützung jüngerer Abgeordneter erhielt.[1]

Im Februar 2003 verließ Matsuzawa die Partei, um bei der Gouverneurswahl von Kanagawa im März als Unabhängiger anzutreten. Die Wahl am 14. April 2003 war heiß umkämpft, nachdem Amtsinhaber Hiroshi Okazaki nicht mehr antrat. Matsuzawa trat ohne die offizielle Unterstützung der Demokratischen Partei an. Wichtigste der sechs Konkurrenten[2] waren Ryōichi Takarada (mit Unterstützung von LDP, Kōmeitō, Konservative Partei) und Ichirō Asukata. Matsuzawa gewann die Wahl mit 1,04 Millionen Stimmen (Takarada 676 Tausend, Asukata 643 Tausend).[3]

Matsuzawa ist einer der Hauptbefürworter einer gemeinsamen Verwaltungs- und Legislativstruktur für den Großraum Tokio.[4] Außenpolitische Beachtung fand 2005 sein Streit mit Außenminister Tarō Asō um die für 2008 geplante Stationierung eines nukleargetriebenen amerikanischen Flugzeugträgers, der USS George Washington, in Yokosuka. 2006 lenkte er ein, nachdem ihm die Schaffung eines Katastrophenschutzplanes gemeinsam mit der US Navy zugesichert worden war.[5]

Nachdem Matsuzawa im Wahlkampf 2011 zunächst seine Kandidatur für die Gouverneurswahl in Tokio erklärt hatte, zog er seine Kandidatur im März 2011 zurück, als Amtsinhaber Shintarō Ishihara seine Wiederkandidatur erklärte. Auch eine erneute Kandidatur in Kanagawa schloss Matsuzawa aus, zu seinem Nachfolger wurde Yūji Kuroiwa gewählt. Bei der durch Ishiharas Rücktritt nötig gewordenen vorgezogenen Gouverneurswahl in Tokio 2012 kandidierte Matsuzawa tatsächlich und erhielt 621.278 Stimmen (weniger als 10 %).

Bei der Sangiin-Wahl 2013 trat Matsuzawa in Kanagawa an, das seit 2013 vier Abgeordnete pro Teilwahl wählt. Mit 18,8 % der Stimmen (740.207) hinter Liberaldemokrat Dai Shimamura (28,8 %) und vor zwei Kandidaten von Kōmeitō und Demokratischer Partei zog Matsuzawa ins Sangiin ein.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Japan Times, 18. Januar 1999: Kan retains DPJ helm; rival taps younger vote.
  2. Yomiuri Shimbun: Kandidaten für die Gouverneurswahl in Kanagawa 2003Vorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  3. http://www.jun.or.jp/election/20030413-local.htm
  4. Japan Times, 4. Dezember 2003: Few warm to greater-Tokyo assembly idea
  5. Japan Times, 17. August 2006: Kanagawa governor approves first U.S. nuke-powered carrier in Japan
  6. 参院選2013/選挙結果/選挙区/神奈川. In: Yomiuri Shimbun. 22. Juli 2013, abgerufen am 28. August 2013 (japanisch).